Super Micro Computer-Aktie: Warum stürzt der einstige KI-Highflyer zu Boden?
Die Super Micro Computer-Aktie befindet sich seit gut drei Monaten im freien Fall. Nachdem es zum Jahreswechsel endlich nach einer Kursstabilisierung bei 30 US$ aussah, gab das Papier des Serverspezialisten am gestrigen Dienstag um weitere -5% nach. Was treibt Anleger in Scharen aus dem einstigen KI-Highflyer und kann es jetzt nur noch besser werden?
Goldman Sachs senkt den Daumen
Auslöser des Pessimismus zum Jahresbeginn ist der Beginn der Coverage der Super Micro Computer-Aktie durch die renommierte Investmentbank Goldman Sachs. Sie rät zum Verkauf des KI-Server-Titels und sieht das Kursziel mit 26 US$ rund 10% unter dem aktuellen Kursniveau.
Goldman Sachs liefert in seiner Analyse gleich mehrere Gründe für seine Verkaufsempfehlung der Super Micro Computer-Aktie. Als Hauptgrund führt die Investmentbank die mangelnde Visibilität bei der Verbesserung der Profitabilität an. Im Klartext: Es ist nicht klar, wie Supermicro seine Gewinnmarge in Zukunft verbessern will.
In den letzten drei Jahren hat der Serverintegrator eine katastrophale Margenentwicklung durchgemacht. Die operative Marge hat sich in diesem Zeitraum auf ca. 9,5% halbiert. Diese Negativentwicklung hat drei wichtige Gründe:
Zum Ersten hat Supermicro sein Geschäft durch die Übernahme von margenschwachen Unternehmen deutlich ausgeweitet. Zum Zweiten ist der Serverspezialist von einigen wenigen Großkunden abhängig und besitzt eine dementsprechend geringe Preissetzungsmacht. Und zum Dritten sind die Preise im Servermarkt durch den verstärkten Wettbewerb mit Originalgeräteherstellern (OEMs) und Auftragsentwicklern unter Druck geraten.
Ein desaströses Chartbild
Das Chartbild der Super Micro Computer-Aktie könnte kaum schlimmer sein. Innerhalb von drei Monaten stürzte der Kurs von 60 auf 30 US$ ab.
Zum Jahresende 2025 sah es endlich nach einer Kursstabilisierung aus, aber gestern stürzte der Kurs deutlich unter die Marke von 30 US$. Nun könnte die Supermicro-Aktie sogar das 12-Monatstief bei 27 US$ testen.
Das spricht trotzdem für einen Kauf
Die atemberaubende Wachstumsgeschichte von Super Micro Computer scheint langsam ihren Zenit überschritten zu haben. Nachdem der Serverspezialist seinen Umsatz innerhalb der letzten drei Geschäftsjahre vervierfacht hat, liegt der TTM-Umsatz inzwischen unter dem Jahresumsatz des GJ 2024/25.
Diese deutliche Abflachung der Umsatzdynamik spricht in Kombination mit der miserablen Margenentwicklung eigentlich eindeutig gegen einen Kauf. Für mich gibt es aber doch zwei wichtige Argumente, langfristig in die Super Micro Computer-Aktie zu investieren.
Zum einen ist der KI-Serverintegrator nach wie vor exzellent im Markt positioniert. Supermicro ist einer der technologischen Vorreiter bei Flüssigkühlsystemen für Server und wird einer der ersten Anbieter auf dem Markt sein, der die neue Vera-Rubin-Chipgeneration von Nvidia in Server integrieren kann.
Zum anderen finde ich, dass die Super Micro Computer-Aktie mit einem Forward-KGV von ca. 15 inzwischen recht moderat bewertet ist. Das bedeutet für mich im Umkehrschluss, dass das Downside der Aktie relativ begrenzt ist.
Dass sich der Kurs der Super Micro Computer-Aktie innerhalb von nur drei Monaten halbiert hat, halte ich für eine Überreaktion der Börse. Möglicherweise hat der Tech-Titel noch nicht seinen Boden gefunden, aber für Anleger mit einem langfristigen Horizont ist die Supermicro-Aktie ein durchaus spannendes Investment.
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ℹ️ Super Micro Computer in Kürze
- Super Micro Computer (WKN: A0MKJF) mit Sitz in San José in Kalifornien ist ein US-Anbieter von Server- und Speichertechnologien.
- Das Unternehmen verfügt über eine sehr breite Produktpalette, die von Hauptplatinen und Barebones über Server bis zu Computergehäusen und Kühlungslösungen reicht.
- Die Hauptbörse der Aktie von Super Micro Computer ist die Technologiebörse Nasdaq, in Deutschland ist sie über Tradegate handelbar. Das Unternehmen wird aktuell mit rund 17 Milliarden $ bewertet.