Fresnillo-Aktie +400%: Immer noch bei der Rallye mitmachen?
Die Kursrallye der Fresnillo-Aktie nimmt langsam beängstigende Züge an. Wer so schlau war, vor einem Jahr in den mexikanischen Bergbaukonzern zu investieren, hat sein Kapital seitdem mehr als verfünffacht. Was treibt die Mega-Kursrallye von Fresnillo an und sollten Anleger trotz des Allzeithochs immer noch in die Rohstoffaktie investieren?
Der Silberpreis explodiert
Bevor ich eine Antwort auf diese Frage geben will, möchte ich zum Einstieg noch einmal die Gründe für den gewaltigen Kursanstieg der Fresnillo-Akie beleuchten.
Das mexikanische Bergbauunternehmen ist der weltgrößte Förderer von Silber und profitiert in dieser Rolle selbstverständlich vom massiven Preisanstieg des Edelmetalls. Innerhalb der letzten zwölf Monaten hat sich der Silberpreis in etwa verdreifacht.
Für die enorme Silberpreisrallye gibt es verschiedene Gründe. In erster Linie ist es das strukturelle Defizit beim Edelmetall, soll heißen, es wird mehr Silber nachgefragt als gefördert. Expertenschätzungen zufolge dürfte die Differenz zwischen Angebot und Nachfrage im vergangenen Jahr bereits mindestens 150 Millionen Unzen betragen haben.
Grund für dieses Ungleichgewicht ist die jahrelange Preisstabilität von Silber. Zwischen Mitte 2020 und Anfang 2025 pendelte der Silberpreis zwischen 20 und 30 US$ je Unze auf und ab. Viele Bergbaukonzerne investierten deshalb jahrelang zu wenig in den Ausbau ihrer Silberförderung.
Nun ist der Markt plötzlich bei geringem Angebot mit einer hohen Nachfrage konfrontiert. Im Gegensatz zu Gold ist Silber ein sehr wichtiges Industriemetall, das in zahlreichen Branchen, von der Elektroindustrie über die Autobranche bis zum Rüstungssektor zum Einsatz kommt.
Ergänzend dazu: Die Neubewertung von Silber als Rüstungsmetall schafft historische Chancen – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ zeigt ein Unternehmen, das damit vor einer massive Neubewertung steht.
Safe Haven und Zinsprofiteur
Darüber hinaus hat Silber auch eine politische Dimension. Wie Gold wird es von vielen Anlegern als „Safe Haven“ gesehen. Bei steigender politischer Unsicherheit - wie in diesen Tagen - wird vermehrt in vermeintlich sichere Kapitalanlagen wie Edelmetalle investiert.
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Gleichzeitig wirkt sich auch die Zinspolitik der wichtigsten Notenbanken, allen voran der FED in den USA, auf den Silberpreis aus. Niedrige Zinsen führen in der Regel zu Kurssteigerungen bei Silber und Gold, da eine geringere Verzinsung von US-Staatsanleihen deren Attraktivität als Geldanlage schmälert.
In diesem Zusammenhang hat US-Präsident Trump zuletzt den Druck auf FED-Chef Powell deutlich erhöht. In Trumps Augen blockiert Powell seit langem mit zu zaghaften Zinssenkungen den wirtschaftlichen Aufschwung der USA.
Der Traum jedes Anlegers
Das Chartbild der Fresnillo-Aktie ist der Traum jedes Anlegers. Seit einem Jahr befindet sich der Edelmetallförderer in einem steilen und stabilen Aufwärtstrend. Fast im Wochentakt steigt die Aktie auf ein neues Allzeithoch, so auch zu Beginn dieser Handelswoche. Wenig spricht aktuell für eine charttechnische Trendwende.
Eine Kaufempfehlung mit Warnhinweis
Anfang Dezember habe ich die Fresnillo-Aktie in meiner letzten Analyse zum Kauf empfohlen. Wer damals auf meinen Rat hörte, darf sich heute über einen Kursgewinn von +36% freuen.
Nun aber zu meiner eingangs gestellten Frage: Ich glaube, dass die Kursrallye der Fresnillo-Aktie immer noch nicht zu Ende ist. Das strukturelle Defizit bei Silber wird nicht von heute auf morgen verschwinden. Vielmehr wird es noch Jahre dauern, bis sich Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht befinden.
Währenddessen ist Fresnillo dabei, seine Förderkapazitäten zu erhöhen. Einige der Minen des mexikanischen Konzerns haben ihren Produktionszenit bereits überschritten, weshalb sich Fresnillo nach neuen Rohstoffquellen umsehen muss.
Anstatt selbst viel Geld in die Exploration neuer Fördergebiete zu investieren, gehen die Mexikaner einen kapitalschonenderen Weg. Sie haben sich im Dezember in das Silberexplorationsunternehmen Siver Viper Minerals eingekauft. Mit einem Anteil von 17% ist Fresnillo neuer Großaktionär des Edelmetallexplorateurs.
Zum Schluss muss ich trotzdem einen Warnhinweis aussprechen: Die Fresnillo-Aktie ist in den letzten Monaten so gut bzw. so heiß gelaufen, dass Anleger jederzeit mit Gewinnmitnahmen wie im Oktober 2025 rechnen müssen. Damals brach der Aktienkurs innerhalb weniger Tage um über -20% ein, um danach aber wieder stark anzusteigen. Eine ähnliches Kursentwicklung ist auch in den kommenden Wochen denkbar.
ℹ️ Fresnillo in Kürze
- Fresnillo (WKN: A0MVZE) ist ein mexikanischer Bergbaukonzern und der größte Silberproduzent der Welt sowie der größte Goldproduzent Mexikos.
- Das Unternehmen besitzt und betreibt einige der reichhaltigsten Silberminen der Welt, darunter die legendäre und namensgebende Fresnillo-Mine.
- Das Unternehmen produziert jährlich rund 55 Millionen Unzen Silber und 600.000 Unzen Gold.
- Darüber hinaus baut Fresnillo als Beiprodukte auch kleinere Mengen an Blei und Zink ab.
- Fresnillo hat seinen Sitz in Mexiko-City, ist aber an der Börse in London gelistet. Der Börsenwert des Bergbaukonzerns liegt aktuell bei ca. 28 Milliarden GBP.