Rheinmetall schießt rauf, Hannover Rück schmiert ab: DAX-Ausblick

Sprung über 25.000 Punkte

Der DAX ist nach oben ausgebrochen. In der abgelaufenen Woche stieg das größte deutsche Börsenbarometer unter dem Strich um mehr als 700 Punkte und schloss +2,88% höher mit 25.247 Punkten. Bayer und RWE waren die Top-Performer, Münchener Rück der schwächste Wert im DAX. Geht die Rekordjagd in der neuen Woche weiter?

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Fünf Gewinntage am Stück

Zum Wochenauftakt zogen die Kurse um mehr als +1% an und schafften so den Sprung auf ein neues Allzeithoch. Nach einem verhaltenen Dienstagshandel kam es am Mittwoch ebenfalls zu deutlichen Aufschlägen. Am Donnerstag gab es keine großen Veränderungen, doch der Freitag bescherte dem DAX einen weiteren Gewinntag.

DAX erstmals über 25.000 Punkten

Was für eine Woche. Der DAX hat nicht nur den Ausbruch auf neue Rekordstände geschafft, sondern erstmals in seiner Geschichte die Marke von 25.000 Punkten überschritten. Außerdem schloss der Markt an allen fünf Handelstagen im Plus. Das hatte es zuletzt Ende November gegeben.

Die Vorkommnisse in Venezuela haben die Märkte offenbar nicht verunsichert. Im Gegenteil: Der Sturz von Machthaber Nicolás Maduro wurde von den Märkten begrüßt, in der Hoffnung, dass sich das sozialistisch reagierte Land öffnet und wirtschaftlich wieder auf die Beine kommt.

Gleichzeitig treiben die geopolitischen Unruhen Gold und Silber immer weiter nach oben. Und es bleibt spannend, was der Mann im Weißen Haus als Nächstes plant. Grönland steht dabei ebenso auf der Agenda wie die Bekämpfung der Drogenkartelle – auch im Nachbarland Mexiko.

Arbeitsmarktbericht mit Licht und Schatten

Die Arbeitsmarktdaten für den Dezember zeichnen dagegen ein gemischtes Bild. Während die Arbeitslosenquote etwas stärker als erwartet gefallen ist auf nun 4,4%, blieb der Beschäftigungsaufbau mit 50.000 neu geschaffenen Stellen hinter den Erwartungen zurück.

Insgesamt präsentiert sich der Arbeitsmarkt weiterhin in einem eher schwachen Zustand, was der US-Notenbank Spielraum für weitere Zinssenkungen gibt. Dennoch gehen die Marktteilnehmer davon aus, dass auf der anstehenden FOMC-Sitzung am 28. Januar die Zinsen unangerührt bleiben. Aktuell preist der Markt erst für Juni eine weitere Zinssenkung ein.

Der Blick auf die neue Woche

Unterdessen warten Anleger weiterhin auf die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zur Rechtmäßigkeit der von der Trump-Administration verhängten Zölle. Das zunächst für Freitag erwartete Urteil wurde auf den 14. Januar vertagt. Es ist davon auszugehen, dass es im Zuge dessen zu einer erhöhten Volatilität an den Märkten kommt. Aktuell rechnet der Markt laut Polymarket zu 74% damit, dass der Supreme Court die Zölle für illegal erklärt.

In der kommenden Woche stehen außerdem frische Verbraucherpreisdaten für Dezember auf der Agenda. Sie werden am Dienstag veröffentlicht und gelten neben den Arbeitsmarktdaten als wichtiges Entscheidungskriterium hinsichtlich des geldpolitischen Kurses der Fed.

Am Donnerstag folgt eine erste Schätzung des Statistischen Bundesamtes zum Bruttoinlandsprodukt für 2026. Experten rechnen mit dem dritten Quasi-Stagnationsjahr in Folge. Die Hoffnung liegt nun darin, dass die hiesige Konjunktur durch die Milliardeninvestitionen in Infrastruktur und Rüstung wieder Fahrt aufnehmen kann.

Dazu startet in den USA die neue Bilanzsaison, die traditionell von den großen US-Banken Citigroup, Wells Fargo, JPMorgan, Bank of America und Goldman Sachs eröffnet wird. Die Zahlen gelten als Frühindikator für die gesamte Berichtssaison und werden daher mit Spannung erwartet.

Hierzulande stehen gleich am Montag aktuelle Auslieferungszahlen von Volkswagen und Airbus für das abgelaufene Jahr auf dem Programm.

Rheinmetall und Infineon haussieren, Hannover Rück schmiert ab

In der abgelaufenen Woche waren die Aktien von Rheinmetall und Infineon die Top-Performer im DAX mit Kurszuwächsen von +18,43% bzw. +8,5%. Rheinmetall profitiert von der großen Nachfrage nach Rüstungswerten infolge der US-Angriffe auf Venezuela. Damit rücken die 2.000-€-Marke und das Rekordtop bei 2.008 € wieder in greifbare Nähe.

Infineon befindet sich seit den Tiefs aus dem November in einer kräftigen Aufwärtsbewegung und hat es nun geschafft, den mittelfristigen Abwärtstrend seit 2021 zu durchbrechen. Das damalige Rekordhoch bei 43,845 € ist fast erreicht. Profitieren konnte die Aktie von positiven Analystenkommentaren und guten Zahlen der Konkurrenz.

Weniger gut lief es für die Aktie von Hannover Rück, die mit Verlusten von -5,28% ans DAX-Ende rutschte. Preisdruck bei der Vertragserneuerungsrunde und negative Analystenkommentare belasten den Kurs, der sich nun wieder dem unteren Ende der langwierigen Seitwärtszone seit Ende 2024 annähert.

DAX bricht nach oben aus

Der DAX ist mit großer Dynamik nach oben ausgebrochen und hat sogleich die 25.000-Punkte-Marke geknackt. Damit wurde ein weiteres Kursziel abgearbeitet.

Und der Januar-Effekt könnte dazu führen, dass die Rallye noch Beine hat und der DAX gleich die nächsten Kursziele bei 25.300 und 25.500 Punkten ins Visier nimmt. Das nächste Projektionsziel auf Basis der Fibonacci-Erweiterungslevel liegt bei 25.900 Punkten. Von hier aus wäre es auch bis zur 26.000-Punkte-Marke nicht mehr weit.

Allerdings mahnt der inzwischen überkaufte Zustand im DAX ein wenig zur Vorsicht. Die hohen RSI-Werte oberhalb von 70 erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Rücksetzer kommt. Support findet der Index im Bereich der 25.000-Punkte-Marke und beim alten Top von 24.771 Punkten.

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