Münchener Rück-Aktie: Wendet sich 2026 das Blatt?

Stark unter Druck

Die Münchener Rück-Aktie hat ihren Start ins neue Börsenjahr gehörig vermasselt. Nachdem es bereits am Freitag mit dem Kurs der weltgrößten Rückversicherung um fast -3% nach unten gegangen ist, setzt sich der Verkaufsdruck am Montagmorgen mit einem Verlust von abermals -3% fort. Was setzt die Münchener Rück zum Jahresbeginn so stark unter Druck und sollten Anleger sich hier einkaufen?

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Die Kräfteverhältnisse ändern sich

Es ist nicht nur die Aktie der Münchener Rück, die zum Jahresauftakt stark verkauft wird. Auch die Kurs der beiden anderen großen Rückversicherungskonzerne der Welt, der Swiss Re und der Hannover Rück, stehen aktuell auf der Verkaufsliste von Anlegern.

Grund für die schlechte Branchenstimmung ist die Erneuerungsrunde der Versicherungsverträge zum Jahresbeginn. Erstversicherung und Rückversicherungen verhandeln in regelmäßigen Zyklen ihre Vertragsbedingungen. Nachdem die Verhandlungsmacht in den letzten Jahren ganz klar auf Seiten der Rückversicherungen lag, scheinen sich nun die Kräfteverhältnisse zu ändern.

Die Verhandlungsmacht der Erstversicherungen nimmt nach Informationen der Rückversicherungen zu. Das hat einen guten Grund: Über Jahre hinweg haben sie in vielen Versicherungsbereichen aufgrund vergleichsweise niedriger Schadenquoten gutes Geld verdient. Das hat zu einer sehr guten Kapitalausstattung geführt.

Viele Erstversicherung sind vor diesem Hintergrund nicht mehr bereit, Prämienerhöhungen oder Verschlechterungen der Vertragsbedingungen zu akzeptieren. Vor allem im Bereich der Abdeckung von Naturkatastrophen sind die risikoadjustierten Preise zum Jahreswechsel Brancheninformationen zufolge um 10 bis 20% gesunken.

Fällt sie auf 500 €?

Die Münchener Rück-Aktie befindet sich seit drei Monaten in einem Seitwärtstrend und pendelt zwischen 525 und 575 € auf und ab. Sollte der DAX-Titel allerdings das 3-Monatstief unterschreiten, droht ein weiterer Abverkauf auf 500 €. Ein weiteres schlechtes Chartsignal ist der heutige Fall unter die 50-Tage-Linie.

Kein Grund zur Sorge

Die Outperformance der Münchener Rück-Aktie scheint endgültig vorbei zu sein. Von Mitte 2022 an hat der Versicherungstitel den Vergleichsindex DAX deutlich übertroffen. Doch seit Mitte 2025 hat sich das Blatt gewendet. In den vergangenen sechs Monaten entwickelte sich der DAX deutlich besser als die Münchener Rück-Aktie.

Für mich ist das kein Anlass zur Panik. Anleger, die die Münchener Rück-Aktie im Portfolio haben, sollten daran festhalten. Neuanleger sollten größere Kursrücksetzer als Chance für einen Einstieg nutzen.

Der Rückversicherungsmarkt ist ein Oligopol, das von den drei europäischen Konzernen Münchener Rück, Swiss Re und Hannover Rück dominiert wird. Entsprechend groß ist ihre generelle Verhandlungsmacht gegenüber Erstversicherungen.

An dieser Marktstruktur wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Zudem sorgt der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Versicherungswesen für hohe Effizienzgewinne. Um die Profitabilität der Münchener Rück mache ich mir deshalb trotz der aktuellen Vertragsverschlechterungen überhaupt keine Sorgen.

Vor allem für Dividendenanleger gehört die Münchener Rück-Aktie mit einem aktuellen Dividendenrendite von 3,7% und einem langfristigen Dividendenwachstum von ca. 10% zu den Must-have-Titeln in ihrem Portfolio.

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ℹ️ Münchener Rück in Kürze

  • Die Münchener Rück (WKN: 843002) ist eine der größten Rückversicherungsgesellschaften weltweit. Neben dem Hauptgeschäft der Rückversicherung betreibt sie über ihre Tochter ERGO auch das Erstversicherungsgeschäft. Außerdem ist das Unternehmen im Asset Management tätig.
  • Der Konzern agiert weltweit, der Hauptsitz befindet sich in München.
  • Die im DAX und im EuroStoxx 50 gelistete Aktie wird an der Börse mit rund 70 Milliarden € bewertet.
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