Energy Transfer: Eine nachhaltige Dividendenperle?

Über 8% Ausschüttung
Redaktion

Das Papier von Energy Transfer steht seit Monaten unter Druck und bietet Anlegern dadurch eine ungewöhnlich hohe Ausschüttungsrendite. Gerade in Phasen sinkender Kurse rückt die Frage nach dem fairen Wert und einem attraktiven Einstiegsniveau besonders stark in den Vordergrund.

Quelle: energytransfer.com

Der langsame, aber stetige Rückgang des Börsenkurses hat die Ausschüttungsrendite bei der Aktie von Energy Transfer auf über acht Prozent steigen lassen. Die jüngste Berichterstattung des US-Energiekonzerns fiel überwiegend positiv aus. Für Investoren stellt sich vor allem die Frage, auf welchem Kursniveau sich ein Einstieg oder eine Aufstockung rechnet.

Die Ermittlung eines inneren Werts auf Basis konservativer Annahmen gilt als bewährter Ansatz, insbesondere bei ausschüttungsstarken Unternehmen. Unter Anwendung dieser Methodik erscheinen die Anteile von Energy Transfer derzeit unterbewertet.

Einfaches Geschäftsmodell mit langfristiger Perspektive

Ein klar verständliches Geschäftsmodell zählt zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen aus Anlegersicht. Energy Transfer erfüllt dieses Kriterium, da das Unternehmen Einnahmen durch den Transport fossiler Energieträger vom Förderort erzielt.

Langfristig ist zwar mit einem Rückgang der Nachfrage nach fossilen Brennstoffen zu rechnen, dieser liegt jedoch weit außerhalb eines realistischen Anlagehorizonts. Die bestehenden Verträge mit Energieabnehmern weisen eine durchschnittliche Laufzeit von 18 Jahren auf. Innerhalb des Umsatzmixes liegt der strategische Schwerpunkt klar auf Erdgas. Dank vergleichsweise niedriger Kosten, geringer Kohlenstoffintensität, hoher Zuverlässigkeit, einfacher Lagerung und breiter Einsatzmöglichkeiten gilt Erdgas als der Energieträger mit der größten Bestandskraft. Insbesondere für die Beheizung von Gebäuden sowie für energieintensive Industrieprozesse existieren derzeit keine gleichwertigen Alternativen.

Zusätzlichen Rückenwind erhält die Branche durch den stark steigenden Energiebedarf im Zuge des Ausbaus künstlicher Intelligenz. Rechenzentren sind auf eine stabile und jederzeit verfügbare Energieversorgung angewiesen, wodurch Erdgas zur bevorzugten Lösung geworden ist. Selbst skeptisch eingestellte Beobachter des KI-Investitionsbooms finden in Energy Transfer ein Geschäftsmodell, das nicht auf Spekulation, sondern auf Infrastruktur basiert. Während andere nach Gold suchen, liefert das Unternehmen die unverzichtbaren Werkzeuge.

Wachstum durch Engpässe und Projektpipeline

Energy Transfer befindet sich in einer für viele Unternehmen beneidenswerten Situation, da die Nachfrage das aktuelle Angebot übersteigt. Der Vorstand plant, im Jahr 2026 gezielt Kapital in den Ausbau der Erdgas-Pipelinekapazitäten zu lenken. Eine umfangreiche Projektpipeline soll sicherstellen, dass der steigende Bedarf zeitnah bedient werden kann.

Ausschüttungsstruktur als Bewertungsgrundlage

Die handelbaren Anteile von Energy Transfer sind keine klassischen Aktien, sondern Ausschüttungseinheiten. Ihr primärer Zweck besteht darin, die ausschüttungsfähigen Erträge an die Anteilseigner weiterzuleiten. Bewertungsmodelle auf Basis zukünftiger Ausschüttungen eignen sich daher besonders gut, da sie den inneren Wert allein aus dem Barwert erwarteter Zahlungen ableiten. Kursgewinne über diesen Wert hinaus stellen einen zusätzlichen Ertrag dar.

Bewertung mit konservativen Annahmen

Für die Bewertung der Anteile bietet sich das Gordon-Growth-Modell an, das von einem langfristig stabilen Ausschüttungswachstum ausgeht. Obwohl Energiepreise zyklischen Schwankungen unterliegen, ist Energy Transfer weitgehend davon abgeschirmt, da die Erlöse überwiegend aus Transport- und Lagerdienstleistungen stammen.

Als erforderliche Rendite werden elf Prozent angesetzt, deutlich oberhalb der typischen Marktrenditeannahmen. Dieser Aufschlag dient weniger der Risikoabschätzung als vielmehr der bewussten Schaffung einer Sicherheitsmarge. Das langfristige Ausschüttungswachstum wird mit drei Prozent veranschlagt, gestützt durch den steigenden Energiebedarf, die Projektpipeline und geplante Erweiterungen. In den vergangenen fünf Jahren lag das durchschnittliche Wachstum der Ausschüttungen bei über vier Prozent.

Auf Basis einer vierteljährlichen Ausschüttung von 0,3325 US-Dollar ergibt sich daraus ein innerer Wert von rund 17,12 US-Dollar je Einheit. Kurse um 17 US-Dollar und darunter erscheinen damit als attraktives Einstiegsniveau.

Risikofaktoren im Überblick

Ein zentrales Risiko bleibt die enge Korrelation zwischen Anteilspreis und Energiepreisen. Prognosen für das Jahr 2026 zeichnen ein gemischtes Bild. Während Rohölpreise laut Schätzungen weiter unter Druck geraten könnten, wird für Erdgas ein Preisanstieg erwartet. Da der Umsatzanteil von Erdgas bei Energy Transfer weiter wächst, wirkt dieser Trend stabilisierend.

Als gebührenbasiertes Geschäftsmodell ist das Unternehmen nur indirekt von Preisänderungen betroffen. Sinkende Rohölpreise können zwar zu geringeren Fördermengen und damit zu niedrigeren Transportvolumina führen, dieser Effekt wird jedoch durch die starke Nachfrage nach Erdgas relativiert. Angesichts der umfangreichen Projektpipeline erscheint dieses Risiko überschaubar.

Ein weiterer häufig genannter Kritikpunkt ist die hohe Verschuldung. Die Gesamtverbindlichkeiten übersteigen zwar die Marktkapitalisierung, jedoch fallen die fälligen Rückzahlungen im Jahr 2026 geringer aus als im Vorjahr. Zudem wurde eine Reduzierung der Investitionsausgaben angekündigt, was zusätzlichen finanziellen Spielraum schafft. Die angestrebten Verschuldungskennzahlen bewegen sich bereits im unteren Bereich der Zielspanne, sodass die Schuldenlast aktuell nicht als strukturelles Hindernis einzustufen ist.

Ausblick für langfristig orientierte Anleger

Der jüngste Kursrückgang steht in deutlichem Gegensatz zur operativen Entwicklung des Unternehmens. Seit dem Jahreshoch im Februar 2025 hat der Anteilspreis über 15 Prozent verloren, obwohl gleichzeitig Rekordwerte bei den transportierten Mengen erreicht wurden.

Geduldige Anleger können fallende Ölpreise nutzen, um ihre durchschnittlichen Einstiegskosten zu senken, ohne das Geschäftsmodell infrage stellen zu müssen. Die Projektpipeline und der Ausbau des Erdgasgeschäfts dürften auch künftig ausreichend Erträge liefern, um die Ausschüttungen zu sichern. Steigende Rohölpreise in Kombination mit einer anhaltend hohen Nachfrage nach Erdgas könnten mittelfristig zu einem besonders günstigen Umfeld führen.

Wer auf dem aktuellen Niveau einsteigt, sichert sich eine nachhaltige Ausschüttungsrendite von über acht Prozent und positioniert sich für moderates Ausschüttungswachstum bei gleichzeitigem Kurspotenzial.

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