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UniCredit-Aktie: Ist das der Moment für einen Kauf?

Übernahmeangebot für die CoBa

Wie alle europäischen Bankaktien ist auch die UniCredit-Aktie zuletzt an der Börse unter die Räder gekommen. Umso überraschender ist es, dass die italienische Großbank just in dieser Situation das lange erwartete Übernahmeangebot für die Commerzbank auf den Tisch legt. Ist das genau der richtige Moment für Anleger, in die UniCredit-Aktie einzusteigen?

UniCredit
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Das Übernahmeangebot ist da

Der Kurs der Commerzbank-Aktie fiel am vergangenen Freitag seit Ende Oktober das erste Mal wieder unter die Marke von 30 €. Offenbar war das das Signal für das UniCredit-Management, sich mit ihrem Übernahmeangebot aus der Deckung zu wagen.

Die italienische Bank bietet den Aktionären der CoBa 0,485 eigene Stammaktien für 1 Commerzbank-Aktie. Erstaunlich ist, dass nach Adam Riese die UniCredit damit keine signifikante Übernahmeprämie auf den aktuellen Aktienkurs der Commerzbank bezahlt. Die Commerzbank-Aktie reagierte zum Wochenbeginn mit einem Kursgewinn von knapp +5% auf die Nachricht des Übernahmeangebots.

Wie geht es nun weiter?

Nun ist die Katze also aus dem Sack, aber ob sie auch die Maus fangen wird, ist alles andere als ausgemacht. Bekanntermaßen sperrt sich sich der Vorstand der Commerzbank gegen eine Übernahme durch die UniCredit und auch die deutsche Bundesregierung hat bislang eine ablehnende Haltung gegenüber den Italienern eingenommen. Nach einer Übernahme der CoBa wäre die Deutsche Bank das letzte „deutsche“ Kreditinstitut mit einer nennenswerten Größenordnung.

Die kommenden Tage werden zeigen, wie Berlin und das Commerzbank-Management auf das Angebot reagieren werden. Es ist meiner Meinung nach nicht auszuschließen, dass es zu einer Abwehrschlacht kommt.

Außerdem muss auch die UniCredit noch die internen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Übernahme schaffen. Um den Commerzbank-Aktionären Anteile an der italienischen Bank geben zu können, ist eine Kapitalerhöhung notwendig. Diese muss noch auf einer Hauptversammlung genehmigt werden, die voraussichtlich bis Anfang Mai über die Bühne gehen soll. Widerstand seitens der UniCredit-Aktionäre erwarte ich allerdings nicht.

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Charttechnische Spannung

Nachdem die UniCredit-Aktie Anfang Februar auf ein neues Allzeithoch geklettert war, drehte sich der Trend. Inzwischen notiert der Aktienkurs gefährlich nahe am 6-Monatstief bei 61 €. Sollte diese Unterstützung nicht halten, droht sogar ein weiterer Kursrückgang auf 55/56 €.

Darum knallen die Sektkorken nicht

Die leicht negative Kursreaktion der UniCredit-Aktie am Montagmorgen zeigt, dass Anleger angesichts des Übernahmeangebots nicht die Sektkorken knallen lassen. Das ist meiner Ansicht nach auch verständlich, denn die Italiener zahlen einen sehr hohen Preis für die Commerzbank.

In den vergangenen Monaten gab es viele Expertenstimmen, die sagten, dass bei einem Aktienkurs der CoBa von über 20 € der Mehrwert einer Übernahme für die UniCredit sehr gering wäre. Nun liegt der Übernahmepreis bei 30 €.

Trotzdem gehe ich davon aus, dass das UniCredit-Management die Akquisition der Commerzbank mit spitzem Stift durchgerechnet hat und weiß, was es tut. Die UniCredit verfolgt seit Jahren eine sinnvolle, weil wertschaffende Wachstumsstrategie auf europäischer Ebene und will sich zu einer der größten Banken des Kontinents entwickelt. Durch die Übernahme der Commerzbank würden sich die Italiener nach der britischen HSBC und der spanischen Santander Bank zum drittwertvollsten Kreditinstitut Europas entwickeln.

Viel Luft nach oben sehe ich angesichts der enorm starken Performance der UniCredit-Aktie in den letzten Jahren aktuell aber nicht mehr. Für Dividendenanleger, die sich primär für die Gewinnausschüttungen der Bank interessieren, ist die Aktien aber ein absoluter Leckerbissen.

Die Dividende der UniCredit dürfte im Laufenden Jahr ca. 3,20 € betragen. Daraus ergibt sich eine Dividendenrendite von 5,1%. Ein sehr attraktiver Wert. In den letzten zehn Jahren haben die Italiener ihre Gewinnausschüttung mehr als verfünffacht. Anleger, die auf eine Kombination aus hoher Dividendenrendite und starkem Dividendenwachstum setzen wollen, legen sich mit der UniCredit-Aktie den richtigen Wert ins Portfolio.

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ℹ️ Unicredit in Kürze

  • Die UniCredit (WKN: A2DJV6) ist eine italienische Großbank und Holding von Finanzdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Mailand.
  • Neben dem Heimatmarkt Italien ist die Finanzgruppe vor allem in Zentral- und Osteuropa aktiv, wo sie in einigen Ländern Marktführer auf dem Bankensektor ist.
  • In Deutschland ist die Unicredit über die Hypovereinsbank und in Österreich über die Bank Austria tätig. Die italienische Großbank versucht gegenwärtig, die Commerzbank vollständig zu übernehmen.
  • Die UniCredit ist sowohl Mitglied im italienischen Leitindex FTSE MIB auch als im europäischen Leitindex Euro Stoxx 50. Sie ist ca. 93 Milliarden € wert.
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