The Trade Desk-Aktie: Gibt es plötzlich Hoffnung?
Mit einem Kursplus von rund +3% war die The Trade Desk-Aktie am Freitag einer der stärksten Werte im US-Leitindex S&P 500. Was steckte hinter der guten Performance und können Anleger langsam auf eine Trendwende der so arg gebeutelten Aktie hoffen?
Zwei gute Nachrichten
Zum Wochenschluss profitiert die The Trade Desk-Aktie von zwei guten Nachrichten. Medienberichten zufolge steht das Adtech-Unternehmen in fortgeschrittenen Gesprächen mit OpenAI, der Muttergesellschaft von ChatGPT. The Trade Desk könnte dabei als primäre Plattform dienen, um Werbeanzeigen auf den KI-Oberflächen von OpenAI zu platzieren.
Für das Werbetechnologieunternehmen käme das einer Art Ritterschlag gleich. Es würde The Trade Desk als unverzichtbare Infrastruktur für die nächste Generation der KI-gestützten Werbung positionieren und die Sorge entkräften, dass KI-Chatbots das klassische Werbegeschäft zerstören.
Die zweite gute Nachricht: The Trade Desk-Chef Jeff Green hat in den letzten Handelstagen eigene Aktien im Wert von rund 150 Millionen US$ gekauft. Wenn ein Firmenlenker eine so hohe Summe aus seinem Privatvermögen investiert, wertet die Börse dies als klares Zeichen, dass die Aktie nach dem jüngsten Absturz massiv unterbewertet ist.
Aber auch eine schlechte
Aber es gibt dieser Tage auch eine schlechte Nachrichten für The Trade Desk, die Anleger keinesfalls ausblenden dürfen. Der Streit zwischen dem Adtech-Unternehmen und der Werbeholding Publicis ist zuletzt eskaliert.
Publicis empfahl am Dienstag einigen wichtigen Kunden, künftig nicht mehr The Trade Desk als Einkaufssoftware einzusetzen. Dieser Streit ist für The Trade Desk deshalb ein gewaltiges Problem, weil über Publicis rund 10% des Gesamtumsatzes des Unternehmens laufen.
Hintergrund des Streits ist letztlich die Rollenverteilung in der Werbebranche. Seit Jahren positioniert sich The Trade Desk als unabhängige Demand-Side-Plattform, die ihren Kunden direkten Zugang zu Daten ermöglicht. Große Werbeagenturen wie Publicis beanspruchen aber weiterhin eine Rolle als Art strategischer Türsteher, der die Budgets seiner Kunden steuert und die Technologie für sie auswählt. Je stärker The Trade Desk seine direkten Beziehung zu den Werbekunden von Publicis ausbaut, desto mehr gerät die Position der Werbeholding in Gefahr.
Darüber hinaus geht es bei den Streitigkeiten um die Frage des Datenschutzes. Während Publicis tiefe Einblicke in die Daten fordert, um die Werbekosten für die Kunden valideren zu können, versucht The Trade Desk, diese Daten weitgehend unter Verschluss zu halten.
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Kommt jetzt die Wende?
Der Kursgewinn am Freitag könnte ein charttechnisch wichtiges Signal sein. Erst am Donnerstag sackte die The Trade Desk-Aktie auf ein neues 4-Jahrestief bei 23,50 US$ ab. Für einen nachhaltigen Aufschwung muss der Nasdaq-Titel allerdings mindestens die Marke von 30 US$ knacken.
Vergleichsweise günstig
Analysten raten derzeit mehrheitlich zum Kauf der The Trade Desk-Aktie. Das durchschnittliche Kursziel von 31,20 US$ liegt gut +30% über dem aktuellen Kursniveau.
Auch ich bin inzwischen leicht optimistisch in Bezug auf den Adtech-Titel gestimmt. Mit einem Forward-KGV von knapp unter 20 ist die The Trade Desk-Aktie auf einem historisch günstigen Niveau angekommen.
Eine weitere Eskalation des Streits mit Publicis könnte den Werbetechnologieanbieter zwar signifikant Umsatz kosten. Ich gehe aber davon aus, dass sich die beiden Unternehmen in irgendeiner Form einigen können. Zu viel steht für beide Parteien dabei auf dem Spiel.
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ℹ️ The Trade Desk in Kürze
- The Trade Desk (WKN: A2ARCV) mit Sitz im kalifornischen Ventura ist ein amerikanisches Werbe-Technologieunternehmen.
- Die 2009 gegründete Firma bietet Kunden programmatische Echtzeit-Marketing-Automatisierungstechnologien.
- Dabei handelt es sich um Dienstleistungen, um Werbeanzeigen automatisiert zu personalisieren.
- Neben der Hauptbörse der US-Technologiebörse Nasdaq ist die Aktie auch über TRADEGATE handelbar; das Unternehmen wird aktuell mit 11,5 Milliarden € bewertet.