Stellantis-Aktie -6%: Ist sie jetzt billig genug?

Neue Zahlen

Die Stellantis-Aktie kommt einfach nicht aus dem Kurskeller heraus. Mit einem Kursverlust von -6% setzt der internationale Autokonzern am Donnerstagmorgen seine Abwärtsbewegung der letzten Tage fort. Hat Stellantis abermals mit seinen Zahlen die Börse verschreckt oder bietet sich hier die Gelegenheit, ein Schnäppchen zu machen?

Stellantis
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Gar nicht mal so schlechte Zahlen

Für einen Schreck sind die Quartalszahl von Stellantis eigentlich zu gut ausgefallen. Der amerikanisch-französisch-italienische Autokonzern steigerte im Auftaktquartal 2026 steinen Umsatz um 6% auf 38,1 Milliarden €.

Der um Sondereffekte bereinigte EBIT verdreifachte sich auf Jahressicht nahezu auf 960 Millionen €. Die bereinigte operative Marge belief sich damit auf 2,5%. Und unter dem Strich verdiente Stellantis 377 Millionen €. Im Vorjahresquartal stand noch ein Nettoverlust in ähnlicher Höhe zu Buche.

Der industrielle freie Cashflow lag jedoch bei -1,9 Milliarden €. Ein erheblicher Teil dieses Abflusses (ca. 700 Millionen €) steht jedoch Zusammenhang mit den gewaltigen Abschreibungen und Rückstellungen aus dem zweiten Halbjahr 2025.

Eine wichtige positive Nachricht war jedoch, dass Konzernchef Filosa die Jahresprognose bestätigte. Beim Umsatz peilt Stellantis 2026 ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Die bereinigte operative Marge soll sich auf einen niedrigen einstelligen Prozentbereit belaufen.

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Auf dem Weg zum 9-Jahrestief

Nachdem die Stellantis-Aktie Ende März auf ein neues 9-Jahrestief fiel, sah es kurzzeitig so aus, als könnte sie sich wieder deutlich erholen. Aber mit dieser Erholung ist seit einigen Tagen wieder Schluss.

Durch den heutigen Kursrückgang nähert sich der Autotitel wieder in großen Schritten diesem Mehrjahrestief bei 5,50 €. Ein Durchbruch hätte zweifellos einen massiven Ausverkauf der Stellantis-Aktie zur Folge.

Viele große Fragezeichen

Die meisten Autoaktien sind derzeit recht günstig zu haben, aber Stellantis ist mit einem TTM-KGV von 3,2 das absolute Schnäppchen der Branche. Diese niedrige Bewertung hat eben auch ihren guten Grund.

Bei keinem anderen Autokonzern muss man ein so großes Fragezeichen hinter die Zukunftsfähigkeit machen wie bei Stellantis. Der Konzern ist ein unübersichtliches Sammelsurium an Marken, von denen nur wenige eine kritische Größe besitzen.

Das ist einerseits ein Nachteil, man kann es aber auch als Vorteil sehen. CEO Filosa dürfte in den kommenden Monaten das Markenportfolio des Konzerns bereinigen und damit dessen Effizienz weiter steigern.

Darüber hinaus hat kaum ein anderer Autobauer zuletzt eine so starke Wende weg von Elektroautos hin zu Verbrennern und Hybridmodellen vollzogen wie Stellantis. Das mag einerseits sinnvoll sein, um kurzfristig Kundeninteressen (vor allem in den USA) zu bedienen und die Marge zu steigern.

Mittel- bis langfristig ist es jedoch eine riskante Strategie. Während andere Autokonzerne voll und ganz auf den Elektroantrieb setzen — allen voran die Chinesen — wird Stellantis meiner Meinung nach in den kommenden Jahren einen technologischen Rückstand bekommen. Zudem besitzt der Konzern schlichtweg nicht das Geld, um eine klare Elektrostrategie zu fahren.

Das Downside der Stellantis-Aktie halte ich aufgrund der sehr niedrigen Bewertung inzwischen für begrenzt. Andererseits ist aber auch das Upside der Aktie aufgrund der dargestellten Probleme recht gering. Am 21. Mai wird der Autokonzern auf einem Investorentag Details zu seiner neuen Strategie vorstellen. Vielleicht liefert dieser Tag ein paar positive Kurskatalysatoren.

Zum Glück gibt es jede Menge andere interessante Aktien auf dem Markt. Hier findest Du unsere Top-Picks 2026.

ℹ️ Stellantis in Kürze

  • Die niederländische Stellantis N.V. (WKN: A2QL01) ist der Dachkonzern von 14 Automarken. Zu den bekanntesten gehören Chrysler, Fiat, Opel und Peugeot.
  • Stellantis entstand 2021 durch die Fusion des italienisch-amerikanischen Konzerns Fiat/Chrysler mit dem französischen Autobauer Peugeot.
  • Die Dachgesellschaft hat ihren Sitz im niederländischen Hoofddorp, die Zentralen der Autokonzerne befinden sich in den jeweiligen Ländern. Hauptabsatzmärkte von Stellantis sind Europa und die USA.
  • Stellantis ist Mitglied im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 und aktuell ca. 18 Milliarden € wert.
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