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Salzgitter-Aktie: Ein Spielball der US-Politik?

Iran-Konflikt belastet

Die Salzgitter-Aktie befindet sich nach einem drastischen Kurseinbruch wieder im Erholungsmodus. Am Montag verliert sie aktuell -3% und steht bei 46,40 €. Der weitere Kursverlauf ist stark abhängig vom Verlauf des Iran-Konfliktes. Was ist hier ratsam?

Salzgitter
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Waffenruhe wieder fraglich

Der starke Kursrückgang im März beruhte hauptsächlich auf dem Angriff auf den Iran. Damals litten fast alle Aktien unter diesem Szenario. Mit dem Angriff war auch die Blockade der Seestraße von Hormus durch den Iran verbunden. Als Folge stiegen die Preise für Erdöl und Gas massiv. Das löste den Kursrückgang des Stahlkonzerns Salzgitter aus.

Nachdem eine Waffenruhe mit Gesprächen zwischen den USA und dem Iran angekündigt wurde, erholten sich die Aktien auf breiter Front. So auch die Salzgitter-Aktie. Am Wochenende wurden die stattgefundenen Gespräche in Pakistan als gescheitert erklärt. Ebenfalls kündigte Trump an, die Straße von Hormus für alle Schiffe zu blockieren.

Durch das gesamte Szenario ist auch der Kursverlauf seit Ende Februar zu erklären. Die jetzige Situation führt wieder zu steigenden Preisen für Öl und Gas.

Insgesamt bleibt die Lage im Iran-Konflikt sehr fragil. Es bleibt zu hoffen, dass wieder neue Gespräche stattfinden. Entscheidend für die Normalisierung der Preise für Erdöl und Gas bleibt, ob die Straße von Hormus für Tanker wieder sicher befahrbar wird.

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Rückkehr in die Gewinnzone erwartet

Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde der Verlust vor Steuern (EBT) von 296 Millionen € im Geschäftsjahr 2024 auf 28 Millionen € deutlich reduziert. Für das laufende Geschäftsjahr wird wieder mit einem EBT-Gewinn von 75 bis 175 Millionen € gerechnet.

Das abgelaufene Geschäftsjahr war insgesamt durch eine schwache Nachfrage geprägt. Der Umsatz reduzierte sich von 10 Milliarden € im Vorjahr auf 9 Milliarden €. Der Rückgang fand in allen Segmenten statt.

Bei der Ertragsverbesserung machten sich erste Erfolge des Restrukturierungsprogramms positiv bemerkbar. Bis 2028 sollen insgesamt 575 Millionen € eingespart werden; ursprünglich waren es 500 Millionen €. Laut Unternehmensangaben wurden bereits 250 Millionen € davon erzielt.

Beim Umsatz wird ein Anstieg auf 9,5 Milliarden € nach 9 Milliarden € im Vorjahr erwartet. Der Konzern setzt zunehmend auf Rüstungsaufträge. Die Stahlprodukte erfüllen die Anforderungen der Bundeswehr.

Insgesamt sind die Geschäftszahlen als solide zu bezeichnen. Insbesondere die Ertragsverbesserung geht in die richtige Richtung.

Gunnar Groebler, CEO von Salzgitter, beschrieb das abgelaufene Geschäftsjahr so:

Wir sind im Jahr 2025 deutlich über unser Ziel hinausgekommen. Das selbstgesteckte Ziel sei um ein Drittel übererfüllt worden. Stellen wurden dabei kaum abgebaut.

Was bedeutet das für die Aktie?

Der jüngste Kursverlauf ist im Wesentlichen durch die jeweilige Lage im Iran-Konflikt geprägt. Das wird meiner Meinung nach vorerst so bleiben. Wird eine nachhaltige Lösung gefunden, steigt der Kurs. Eskaliert die Situation weiter, ist mit rückläufigen Kursen zu rechnen.

Die wirtschaftliche Situation des Konzerns ist in den Hintergrund gerückt. Sollte es so kommen wie erwartet, verbessert sich die Konzernsituation. Das nächste größere Projekt ist die vollständige Übernahme der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM). Die Integration dürfte mit hohen Restrukturierungskosten verbunden sein. Mittelfristig spricht der Konzern jedoch von einem positiven Aspekt: HKM produziert Stahl für Rüstungsgüter.

Insgesamt sollten Anleger vorerst an der Außenlinie abwarten. Die Lage im Iran bleibt weiterhin sehr fragil. Die Analysten kommen zu sehr unterschiedlichen Zielkursen; diese reichen von 31,40 € bis 53 €.

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ℹ️ Salzgitter in Kürze

  • Die Salzgitter AG gehört zu den führenden Stahlkonzernen in Europa und ist international tätig.
  • Neben dem klassischen Stahlgeschäft ist der Konzern breit aufgestellt und verfügt über insgesamt rund 150 Beteiligungen.
  • Der Hauptsitz befindet sich in Salzgitter, darüber hinaus zählen 204 Standorte in 35 Ländern zum Gesamtkonzern.
  • Die Aktie ist im SDAX gelistet, der Börsenwert beträgt aktuell rund 2,5 Milliarden €.
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