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Redcare Pharmacy-Aktie: Sind jetzt wirklich +300% drin?

Megabullische Kursziele

Die Kursentwicklung der Redcare Pharmacy-Aktie treibt Anlegern seit Monaten nur noch die Tränen in die Augen. Innerhalb der letzten zwölf Monate verlor Europas größte Online-Apotheke über -70% an Wert und ein Ende des Kurssturzes ist nicht in Sicht. Auch am Donnerstagvormittag geht es um weitere -5% auf ein neues 6-Jahrestief bergab. Warum verlassen Anleger wie Ratten das sinkende Schiff? Und sinkt es überhaupt?

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stock.adobe.com/Maryna

Umsatzabflachung und Margendruck

Die Redcare Pharmacy-Aktie leidet derzeit unter einen toxischen Cocktail einer nachlassenden Wachstumsdynamik, struktureller Probleme und wachsenden Wettbewerbsdrucks. Der Reihe nach:

Anfang März sorgte das Redcare-Management mit einem wahren Schockausblick für das laufende Jahr für massive Enttäuschung an der Börse. Während der Markt bislang von einem Umsatzwachstum in einer Größenordnung von rund 20% ausging, schraubt die Unternehmensführung die Wachstumserwartung auf 13 bis 15% herunter.

Das bedeutet, dass sich die Wachstumsdynamik des größten Arzneimittelversenders in Europa massiv abschwächt. In den letzten drei Jahren lag das Umsatzwachstum von Redcare Pharmacy im Schnitt bei 35% jährlich.

Als wäre das schon nicht genug, erwartet das Management nun auch noch einen verstärkten Margendruck. Das mittelfristige Ziel einer bereinigten EBITDA-Marge wurde drastisch von 8 auf 5% zurückgenommen.

Grund für die Margenkorrektur sind die enormen Kosten für das Marketing zur Gewinnung von E-Rezept-Kunden. Obwohl Redcare Pharmacy 2026 wahrscheinlich der Sprung in die schwarzen Zahlen gelingen wird, liegt das erwartete operative Ergebnis (EBITDA) mit ca. 13 Millionen € weit unter der ursprünglichen Analystenschätzung von 20 Millionen €.

Das E-Rezept ist nicht der Heilsbringer

A propos E-Rezept: Seit seiner Einführung galt das elektronische Rezept als Heilsbringer für den Arzneimittelversand. Der Markt ging davon aus, dass Millionen von Kunden nun auch verschreibungspflichtige Medikamente schnell und bequem bei Online-Apotheken wie Redcare einlösen würden.

Aber diese Rechnung scheint nicht so schnell aufzugehen, wie erhofft. Die Kosten, um Patienten dazu zu bewegen, ihr E-Rezept bei einer Online-Apotheke statt in der Apotheke vor Ort einzulösen, sind deutlich höher als geplant. Zudem reicht das Wachstum im Bereich der rezeptpflichtigen Medikamente derzeit nicht aus, um die Schwäche im margenstärkeren Geschäft mit rezeptfreien Mitteln auszugleichen.

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dm kostet Kunden

Und seit einigen Wochen hat Redcare Pharmacy auch noch mit einem sehr mächtigen neuen Wettbewerber zu kämpfen, und zwar der deutschen Drogeriemarktkette dm. Analysten befürchten, dass die enorme Filialpräsenz und Markenmacht von dm der Redcare Marktanteile im lukrativen OTC-Bereich (Vitamine, Kosmetik, freie Medikamente) streitig machen wird.

Genaue Zahlen zur Entwicklung der Marktanteile gibt es nicht. Aber die Korrektur der Umsatzprognose von Redcare Pharmacy lässt durchblicken, dass der bisherige Branchenprimus massiv Kunden an dm verliert.

Geht es jetzt in Richtung Allzeittief?

Das Chartbild der Redcare Pharmacy-Aktie ist ein einziges Desaster. Seit November 2024 befindet sich der MDAX-Wert in einem Abwärtskanal und durchbricht kontinuierlich alle historischen Widerstände.

Zuletzt wurde das 4-Jahrestief aus dem November 2022 durchbrochen, sodass die Redcare Pharmacy-Aktie nun auf einem neuen 6-Jahrestief notiert. Inzwischen ist sogar ein Rückfall auf das Allzeittief nicht mehr ausgeschlossen.

Analysten sind immer noch bullisch

Als Reaktion auf die deutliche Korrektur der Umsatz- und Gewinnprognose haben fast alle Banken ihre Kursziele deutlich nach unten korrigiert. Am drastischsten fiel diese Korrektur bei der Deutschen Bank (von 214 auf 99 €) und der Berenberg Bank (von 165 auf 87,50 €) aus.

Trotzdem sehen Analysten durch die Bank derzeit ein gewaltiges Upside für die Redcare Pharmacy-Aktie. Die Oberbullen sitzen momentan im Bankhaus Metzler. Sie sehen den fairen Wert des MDAX-Titels bei 135 € und glauben damit fast an eine Vervierfachung des aktuellen Kurses. Selbst die „Bären“ der Schweizer UBS sehen mit einem Kursziel von 74 € noch eine mögliche Kursverdoppelung der Redcare Pharmacy-Aktie.

Gründe für Skepsis

Ich bin ehrlich gesagt nicht so optimistisch gestimmt wie die Analysten-Community. Die Wachstumsgeschichte von Redcare Pharmacy hat einen massiven Dämpfer erlitten und ich befürchte, dass sich die Online-Apotheke davon nicht mehr erholen wird.

dm wird meiner Meinung nach nicht die einzige Drogeriemarktkette bleiben, die in den Versand von Arzneimitteln einsteigen wird. Auch andere Branchengrößen wie Müller oder Rossmann werden früher oder später nachziehen. Und noch dazu schwebt das Damoklesschwert Amazon seit Jahren über diesem Markt.

Die Korrektur der Marge zeigt mir, dass die Kosten für die Gewinnung von E-Rezept-Kunden die Gewinne von Redcare Pharmacy noch über Jahre auffressen werden. Das Geschäft lässt sich offenbar doch nicht so einfach skalieren, wie die Börse sich das erwartet hatte.

Redcare Pharmacy ist in meinen Augen kein sinkendes Schiff, aber die Aktie notiert aus guten Gründen auf dem Niveau vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Ich halte sie vor diesem Hintergrund für unterbewertet, sehe angesichts der massiven Belastungsfaktoren momentan allerdings keine großes Upside.

Wer nach besseren Alternativen zu Redcare sucht, könnte sich einmal unseren kostenlosen Report Top-Picks 2026 ansehen.

ℹ️ Redcare Pharmacy in Kürze

  • Redcare Pharmacy (ehemals Shop Apotheke Europe) (WKN: A2AR94) ist eine Online-Versandapothekengruppe mit Hauptsitz im niederländischen Sevenum und Standorten in mehreren europäischen Ländern.
  • Das Sortiment reicht von freiverkäuflichen Arzneimitteln über verschreibungspflichtige Medikamente bis zu Nahrungsergänzungsmitteln sowie Kosmetik- und Gesundheitsprodukten.
  • Redcare Pharmacy ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und aktuell 733 Millionen € wert.
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