Qiagen unter Druck, Zalando auf Erholungskurs: DAX-Ausblick
Der DAX befindet sich weiter auf Talfahrt. In der abgelaufenen Woche büßte das größte deutsche Börsenbarometer rund 144 Punkte ein und schloss -0,61% niedriger mit 23.447 Punkten. Die höchsten Verluste gab es bei Heidelberg Materials und Qiagen, Zalando war bester DAX-Wert. Was können Anleger in der neuen Woche erwarten?
Die Volatilität bleibt hoch
Zum Wochenauftakt eröffnete der DAX zunächst mit fast -3% im Minus, konnte die Verluste im Tagesverlauf aber auf knapp -1% eindämmen. Der Dienstag brachte eine kräftige Erholung von über +2% mit sich, nachdem US-Präsident Donald Trump ein baldiges Ende des Krieges in Aussicht gestellt hatte. Zur Wochenmitte wurde diese Hoffnung aber wieder zunehmend ausgepreist, was Verluste am Mittwoch, Donnerstag und Freitag zur Folge hatte.
Wirtschaft im Würgegriff der Ölpreise
Anleger blicken weiterhin mit Sorge in den Nahen Osten, wo die Kämpfe zwischen Israel, den USA und dem Iran unverändert weitergehen. In der Straße von Hormus ist der Schiffsverkehr nahezu zum Erliegen gekommen, was erhebliche Auswirkungen auf die Energiepreise hat. Schließlich laufen in Friedenszeiten rund 20% der weltleiten Öl- und Gaslieferungen durch die Meerenge am Persischen Golf.
Und trotz der Freigabe von strategischen Reserven und der Lockerung von russischen Sanktionen in Bezug auf den Öl-Handel ist weiterhin keine Besserung in Sicht, mit WTI- und Brent-Preisen im Bereich von 100 US$ je Barrel. So wächst am Markt die Sorge vor einer Stagflation, einer stagnierenden bzw. schrumpfenden Wirtschaft in Kombination mit einer anziehenden Inflation.
Experten warnen davor, dass langfristig erhöhte Ölpreise von über 100 US$ pro Barrel zu einer Senkung der Konjunkturprognosen von einem halben Prozentpunkt führen könnten. Bei einem Ölpreis von 150 US$ droht sogar eine weltweite Rezession.
Passend dazu: Für 2026 könnten Dividenden-Aktien wieder stärker in den Fokus rücken. Diese Auswahl zeigt zehn Titel, die sowohl für passives Einkommen als auch für Kursgewinne interessant sein könnten.
Blick auf die neue Woche
Die Geopolitik dürfte daher auch in der neuen Woche das Börsengeschehen bestimmen. In wirtschaftlicher Sicht stehen die beiden Notenbanksitzungen von Fed und EZB im Mittelpunkt des Interesses.
Die US-Notenbank Fed entscheidet am Mittwoch über den weiteren geldpolitischen Kurs und dürfte die Zinsen unverändert lassen. Gleiches gilt für die Europäische Zentralbank, die ihre Entscheidung am Donnerstag bekannt gibt. Spannend wird es zu beobachten, wie Jerome Powell und Christine Lagarde das mit dem Ölpreisschub verbundene Aufwärtsrisiko für die Inflation bewerten.
Speziell in den USA, wo die Teuerungsrate ohnehin zuletzt wieder angezogen hat, sind die Zinshoffnungen in diesem Jahr durch den Iran-Krieg weiter gesunken. Laut dem Fed Watch Tool der CME Group rechnet die Mehrheit des Marktes nun erst im Dezember mit einer ersten Zinssenkung.
Aus konjunktureller Sicht dürften Anleger zudem auf das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW blicken, das am Dienstag Hinweise zu den künftigen Wachstumsaussichten in Deutschland liefert.
Außerdem geht die Berichtssaison weiter. Aus dem DAX öffnet am Donnerstag mit dem Immobilienkonzern Vonovia ein Nachzügler seine Bücher. Spannend wird es zudem am Mittwochabend, wenn der Speicherchipgigant Micron seine Ergebnisse und Aussichten präsentiert.
Heidelberg Materials und Qiagen unter Druck, Zalando erholt
Hierzulande waren die Aktien von Heidelberg Materials und Qiagen die größten Verlustbringer mit einem Wochenverlust von -7,52 bzw. -7,83%. Der Heidelberger Baustoffkonzern setzte den Abwärtstrend seit Ende Januar fort und nähert sich nun der 100-Wochen-Linie (SMA100).
Auch für den Diagnostikspezialisten Qiagen geht es seit der zweiten Januarhälfte stark abwärts. Der Kurs ist nun auf den tiefsten Stand seit März 2020 gefallen und befindet sich übergeordet seit November 2021 im Abwärtstrend.
Deutlich besser lief es für die Aktie von Zalando, die auf Wochensicht knapp +16% zulegte und sich deutlich von den jüngsten Tiefständen absetzen konnte. Sie profitierte von besser als erwarteten Zahlen, einem positiven Ausblick und der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms.
DAX weiter auf Talfahrt
Der DAX bleibt weiter auf dem absteigenden Ast. Zu Beginn der letzten Woche sackte der Index im frühen Handel bis auf 22.927 Punkte ab, was dem niedrigsten Stand seit Anfang Mai 2025 entsprach.
Doch bislang hält die so wichtige 23.000-Punkte-Marke den bärischen Attacken stand. Der Wochenschlusskurs lag mit 23.436 Punkten auch oberhalb der Unterstützung von 23.300/23.400 Punkten. Dennoch bleibt das Chartbild angeschlagen.
Ein nachhaltiger Rutsch unter die Marke von 23.000 Punkten könnte den Abgabedruck weiter erhöhen. Erst bei einem Wiederanstieg über 24.000 Punkte und die bei 24.163 Punkten verlaufende 200-Tage-Linie (SMA200) würden die Bullen wieder an Dynamik gewinnen.
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