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Allianz-Aktie: Warum sich die Analysten jetzt so uneinig sind

Noch mehr drin?
Bei Allianz läuft es momentan ziemlich rund. Das erste Halbjahr brachte neue Rekorde, die Gewinne ziehen weiter an und gleichzeitig sorgt ein möglicher Milliarden-Deal in Großbritannien für neue Fantasie. An der Börse ist die Aktie allerdings längst kein Geheimtipp mehr, weshalb sich inzwischen auch die Frage stellt, wie viel von dieser starken Entwicklung im Kurs schon drinsteckt.

Die Gewinne ziehen einfach weiter an

Beim Blick auf die letzten Zahlen gibt es erstmal wenig zu meckern. Im ersten Halbjahr stieg das operative Ergebnis um 8,6% auf 9,4 Milliarden €, während der bereinigte Gewinn der Anteilseigner um 15,5% auf 6,4 Milliarden € zulegte. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie ging es sogar um 17,5% auf 16,44 € nach oben.

Dabei hängt das Wachstum nicht nur an einem einzelnen Geschäftsbereich. Die Schaden- und Unfallversicherung läuft weiter ordentlich, im Asset Management kommt wieder mehr Geld rein und auch das Geschäft mit Lebens- und Krankenversicherungen trägt seinen Teil dazu bei.

Und auch für die Aktionäre bleibt einiges hängen. Allianz kauft weiter eigene Aktien zurück und schiebt damit einen Teil des überschüssigen Kapitals direkt wieder in Richtung Anteilseigner. Das passt ganz gut zu einem Konzern, der aktuell nicht darum kämpfen muss, wieder auf die Beine zu kommen, sondern aus einem ohnehin starken Geschäft heraus weiterwächst.

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In Großbritannien könnte noch ein ziemlich großer Deal dazukommen

Neben den Zahlen sorgt derzeit auch Großbritannien für Gesprächsstoff. Allianz soll Interesse am britischen Pannenhilfe- und Versicherungsanbieter AA haben. Im Raum steht ein möglicher Kaufpreis von rund 5 Milliarden £, wobei bislang noch kein fertiger Deal auf dem Tisch liegt.

AA dürfte vielen vor allem wegen seines Pannendienstes bekannt sein, dahinter steckt aber deutlich mehr. Das Unternehmen verkauft auch Versicherungen und Finanzprodukte und wäre für Allianz damit eine ziemlich große Erweiterung im britischen Markt.

Ein Thema sollte man dabei trotzdem im Hinterkopf behalten. Zuletzt wurde bekannt, dass Allianz gemeinsam mit Zurich Transaktionen rund um den angeschlagenen Eisenerzhändler Radiant World versichert haben soll. Wie viel davon am Ende wirklich bei Allianz hängen bleibt, ist bisher offen.

Bei den Analysten könnte die Spanne kaum größer sein

Richtig spannend wird es beim Blick auf die Kursziele. Berenberg sieht die Allianz-Aktie bei 684 €, Goldman Sachs bei 465 €, JPMorgan bei 460 € und RBC bei 450 €. Auf der anderen Seite liegen Barclays mit 353 € und Jefferies mit 325 € deutlich tiefer.

Da liegen also Welten dazwischen und eigentlich zeigt das ziemlich gut, wie unterschiedlich die Aktie momentan bewertet wird. Wer weiter sehr bullish ist, setzt darauf, dass Allianz die Gewinne auch in den kommenden Jahren ordentlich nach oben schiebt und die starke Kapitalrendite hält. Die vorsichtigeren Analysten sehen dagegen das Problem eher darin, dass die Aktie selbst schon eine ziemlich gute Strecke hinter sich hat.

Die Zahlen selbst liefern aktuell wenig Angriffsfläche. Die größere Frage ist eher, wie viel von dieser Stärke im Kurs inzwischen schon drinsteckt.

ℹ️ Allianz SE in Kürze

  • Die Allianz (WKN: 840400) mit Hauptsitz in München ist der größte Versicherungskonzern der Welt.
  • Kerngeschäft des Konzerns sind die Kranken-, Lebens-, Sach- und Unfallversicherung.
  • Darüber hinaus betreibt die Allianz den Geschäftsbereich Asset Management, in dem sie das Vermögen von Privatpersonen und institutionellen Anlegern verwaltet.
  • Die Allianz ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. An der Börse ist der Konzern rund 168 Milliarden € wert.

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Fazit

Bei Allianz läuft aktuell vieles in die richtige Richtung. Die Gewinne steigen, das Geschäft bleibt stark und mit AA könnte noch eine größere Übernahme dazukommen. Nur ist die Aktie inzwischen eben auch schon ziemlich weit gelaufen. Wer hier noch deutlich höhere Kurse erwartet, setzt darauf, dass Allianz bei Gewinn und Cashflow weiter nachlegt und damit auch die inzwischen höhere Bewertung rechtfertigt.