Porsche-Aktie: Radikaler Kurswechsel
Der neue Porsche-CEO Michael Leiters hat gerade die Samthandschuhe ausgezogen. Mit der Schließung von gleich drei Tochterfirmen und einem massiven Stellenabbau reagiert der Konzern auf eine „desolate Lage“. Porsche fokussiert sich von nun an voll und ganz auf sein Herzstück – den Sportwagen. Die Börse feiert es, doch hält die Hoffnung lange genug an, um den Kurs wieder hochzutreiben?
Radikalkur statt Renditetraum
Am 8. Mai hat die Porsche AG Fakten geschaffen: Statt Milliarden in Batterieforschung zu versenken, soll Porsche wieder eine „Sportwagenschmiede“ werden. Denn während der 911er Rekordgewinne einfährt, lasten die hohen Entwicklungskosten für E-Modelle und die schwache Nachfrage in China schwer auf dem Kurs. Also beendet Porsche kurzum die Aktivitäten von drei Tochtergesellschaften:
- Das Prestigeprojekt Cellforce Group mit Tätigkeit im Bereich der Hochleistungs-Batteriezellen wird komplett abgewickelt. Ursprünglich wollte Porsche hier autark von asiatischen Zulieferern werden. Doch die Skalierungskosten waren zu hoch, und der Markt für High-End-Zellen ist aktuell übersättigt.
- Porsche beendet das eigene Engagement im Bereich E-Bike-Antriebe. Trotz Zukäufen (wie Fazua) konnte man sich gegen Giganten wie Bosch oder Shimano nicht schnell genug durchsetzen.
- Die Software-Tochter Cetitec, die für Vernetzung und Datenkommunikation zuständig war, wird ebenfalls liquidiert. Porsche verlagert diese Aufgaben zurück in das VW-Konzern-Ökosystem oder kauft Standardlösungen ein.
Und was wäre schon solch ein Strategiewechsel ohne Stellenstreichungen? Durch die Schließung der Töchter werden um die 500 Stellen wegfallen, was wiederum jährlich dreistellige Millionenbeträge einsparen soll.
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Der Boden ist erreicht
Die Aktie befindet sich in einem harten Bodenbildungsversuch. Nach dem Absturz von den Allzeithochs (>120 €) kämpft das Papier aktuell im Bereich der 40-€- bis 50-€-Marke. Ein technischer Ausbruch über die 55-€-Marke wäre das erste bullische Signal seit Monaten.
Bis dieser Ausbruch erreicht ist, sollte eine solide Dividendenrendite von derzeit 5,4% pro Jahr als Trost hinhalten.
Für die Dividendenjäger unter euch empfehle ich wärmstens unsere Analyse der 10 stärksten Dividendentitel.
ℹ️ Porsche AG in Kürze
- Der Sportwagenhersteller Porsche AG (WKN: PAG911) mit Sitz in Stuttgart ist seit Ende September an der Frankfurter Börse gelistet und nicht zu verwechseln mit der ebenfalls börsennotierten Porsche Automobil Holding SE.
- Die Produktion erfolgt überwiegend in Stuttgart-Zuffenhausen sowie in Leipzig und Bratislava.
- Der Großteil des Absatzes (über 60 %) entfällt auf SUVs wie den Macan, Cayenne sowie die Sportlimousine Panamera.
- Die im DAX notierte Aktie kommt auf eine Börsenbewertung von derzeit 38,7 Milliarden €.
Fazit
Denn was feststeht ist, dass die Marke Porsche intakt ist. Die Preismacht bei Ikonen wie dem 911 bleibt ungebrochen. Es ist also eine Frage der Zeit bis die Margen wieder steigen, nachdem der Ballast der drei Tochterfirmen abgeworfen wird.
Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.