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Nike-Aktie: Kurshalbierung oder Kursverdoppelung?

Extreme Bullen und Bären

Die Nike-Aktie hat noch immer keinen Boden gefunden. Am Freitag beendete sie die Woche in den USA auf einem neuen 11-Jahrestief. Und auch am Montagmorgen startet der legendäre US-Sportartikelkonzern mit einem Minus in die Handelswoche in Europa. Geht es jetzt noch weiter runter mit Nike oder sollten Anleger langsam zugreifen?

Bangkok / Thailand - June 2020 : Nike is opening the new shop that located at Siam Center shopping mall. The new shop is reprensenred as the Biggest flagship store in ASEAN region.
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Vom Wachstumsmotor zum Bremsklotz

Es ist wohl keine Übertreibung, wenn ich behaupte, dass sich die Nike-Aktie derzeit in einem perfekten Sturm befindet. Anfang April schockierte der Sportartikelgigant die Börse mit einer äußerst düsteren Prognose. Statt des vom Markt erwarteten leichten Umsatzanstiegs prognostizierte das Nike-Management einen Umsatzrückgang im laufenden Quartal von 2 bis 4%.

Nike steht derzeit vor einem Berg an Problemen. China, einst der große Wachstumsmotor des Sportartikelherstellers, ist inzwischen zum Bremsklotz mutiert. Die Lager in der Volksrepublik sind voll.

Das bringt die Amerikaner in eine missliche Lage. Entweder sie verschleudern ihren Warenüberschuss mit Rabatten oder sie nehmen Umsatzeinbußen in Kauf, indem sie die Lieferungen an die Händler kürzen.

Das Management hat sich für letztere Option entschieden, um den Markenwert von Nike langfristig zu schützen. Im kommenden Quartal geht das Unternehmen deshalb von einem gewaltigen Umsatzrückgang von 20% auf dem chinesischen Markt aus.

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Eine fatale Fehlentscheidung

Zudem erweist sich die Sanierung des Sportartikelkonzerns als komplexeres Unterfangen als bislang gedacht. Eine fatale Fehlentscheidung von Nike war der zu schnelle Rückzug aus dem Fachhandel.

Die Rechnung der Unternehmensführung, sich aus dem Vertrieb über Sport- und Schuhfachhändler zurückzuziehen, und lieber die Produkte direkt mit deutlich höheren Margen an die Kunden zu verkaufen, ist vorne und hinten nicht aufgegangen. Nun steht Nike zudem vor dem Problem, dass Konkurrenten wie Adidas, Hoka und On Running die wertvollen Regalflächen im Fachhandel besetzt haben. So einfach werden sie sie nicht mehr hergeben.

Noch zwei weitere politische Probleme

Zu allem Überfluss hat Nike während der Sanierungsphase mit zwei weiteren gravierenden politischen Problemen zu kämpfen. Die neuen US-Importzölle belasten die Bruttomarge des Konzerns erheblich. Nike importiert vor allem Schuhe aus asiatischen Ländern, kann die gestiegenen Einkaufspreise aber nicht zu 100% an seine Kunden weitergeben.

Nun kommt mit dem explodierenden Ölpreis noch ein weiterer Belastungsfaktor für die Nike-Aktie hinzu. Steigende Ölpreise verteuern nicht nur die Produktion und Logistik, sondern dämpfen auch die globale Konsumlaune.

Kein Halt

Zum Chartbild der Nike-Aktie muss ich keine großen Worte mehr verlieren. Der Aktienkurs befindet sich seit Anfang 2023 im freien Fall.

Nicht einmal der extrem solide Support bei 50 US$ konnte dem Kurs Halt geben. Die Nike-Aktie droht nun sogar, auf ein 12-Jahrestief bei 36 US$ abzurutschen.

Extreme Bullen und Bären

Bei kaum einem US-Großkonzern klaffen die Meinungen der Analysten so weit auseinander wie bei der Nike-Aktie. Oberster Grummelbär ist derzeit die Investmentbank BNP Paribas Exane. Ihre Experten glauben, dass sich der Aktienkurs von Nike auf 23 US$ noch einmal halbieren wird.

Ganz anders die Sichtweise der Bullen. Die Superbullen des US-Analysehauses Bernstein Research gehen mit einem fairen Wert von 80 US$ von einer Kursverdoppelung der Nike-Aktie aus.

Ich zähle mich zu den moderaten Bären, die ein weiteres leichtes Downside für die Nike-Aktie vorhersagen. Der Grund: Mir ist die Bewertung der Aktie immer noch zu hoch.

Das Forward-KGV liegt bei aktuell 18. Das ist in meinen Augen für ein Unternehmen, das seit mehreren Quartalen mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hat, ein zu hoher Wert.

Zudem ist Nike nicht mehr besonders profitabel. Die operative Marge liegt im laufenden Geschäftsjahr, das Ende Mai zu Ende geht, bei gerade mal 7%. Für einen Konzern mit einer (vermeintlich) starken Marke ist das ein miserables Profitabilitätsniveau. Das Nike-Management hat noch extrem viel Arbeit vor sich.

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ℹ️ Nike in Kürze

  • Nike (WKN: 866993) mit Sitz in Beaverton im US-Bundesstaat Oregon ist der weltweit führende Hersteller von Sportartikeln.
  • Der Erfolg des 1964 gegründeten Unternehmens basiert auf seinen Sportschuhen. Heutzutage vermarktet Nike darüber hinaus ein sehr breites Sortiment an Sport- und Freizeitbekleidung, Sport-Accessoires sowie Uhren und Fitness-Trackern.
  • Der Sportartikelkonzern verkauft seine Ware sowohl über den Groß- und Einzelhandel als auch über eigene Brand-Stores und einen Online-Shop.
  • Nike ist Mitglied in den US-Leitindizes Dow Jones Industrial und S&P 500. In Deutschland ist sie über Tradegate handelbar. Der Marktwert liegt aktuell bei etwas 63 Milliarden  €.
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