Nagarro-Aktie -16%: Leerverkäufer gegen Bullen
Die Nagarro-Aktie erlebt dieser Tage eine heftige Verkaufswelle. Nachdem es bereits am Dienstag um -11% mit dem IT-Dienstleister bergab gegangen ist, folgt am Mittwochvormittag ein weiterer Kursrückgang von -16%. Was setzt Nagarro so stark unter Druck und sollte Anleger jetzt genau das Gegenteil tun?
Shortseller bringen sich in Stellung
Das Erstaunliche ist, dass es momentan keine negativen Unternehmensnachrichten von Nagarro gibt. Der Absturz muss also durch eine Kombination technischer Faktoren und der Marktstimmung erklärt werden.
Einer der Hauptgründe für den Kurseinbruch der Nagarro-Aktie dürften Leerverkäufer sein. Die Aktie geriet zuletzt zunehmend ins Visier von Shortsellern. Der Anteil der leerverkauften Aktien bei ist im Februar 2026 deutlich angestiegen und liegt aktuell bei rund 6% des gesamten Aktienkapitals. Da Positionen unter 0,5% nicht öffentlich meldepflichtig sind, schätzen Marktbeobachter die tatsächliche Short-Quote sogar auf über 7%.
Das ist ein vergleichsweise hoher Wert für ein deutsches Small Cap-Unternehmen. Da die Marktliquidität der Nagarro-Aktie recht gering ist, können die Wetten von Shortsellern schnell größere Kursbewegungen und sogar lawinenartige Verkaufswellen auslösen.
Drei weitere Belastungsfaktoren
Ein weiterer Faktor, der sich kursbelastend auf die Nagarro-Aktie auswirken könnte, ist das zum Monatsende auslaufende Aktienrückkaufprogramm. Analysten vermuten, dass die künstliche Nachfrage durch das Unternehmen selbst nun nachlässt, was den Kurs schutzloser gegenüber Verkäufen macht.
Hinzu kommt ein technischer Faktor. Die Nagarro-Aktie hat gestern ihre 200-Tage-Linie nach unten durchkreuzt. Auch das könnte Auslöser von Verkäufen gewesen sein.
Und nicht zuletzt leidet Nagarro als IT-Dienstleister derzeit auch an der generellen KI-Angst im IT-Sektor. Die Sorge der Börse ist groß, dass KI-Tools in Zukunft einfache Programmierleistungen ersetzen könnten, was die Margen der klassischen IT-Service-Häuser unter Druck setzen würde.
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Hält das Allzeittief?
Die Kursentwicklung der Nagarro-Aktie ist brandgefährlich. Der SDAX-Wert notiert nur noch hauchdünn über seinem Allzeittief bei 43,70 €. Sollte es dem Verkaufsdruck nicht standhalten, droht eine weitere Verkaufswelle.
Gründe für eine Kursverdoppelung
In meinen Augen geht die Abstrafung der Nagarro-Aktie an der Börse inzwischen viel zu weit. Das sieht übrigens auch die Analysten-Community so. Das durchschnittliche Kursziel von 94 € impliziert eine Kursverdoppelung. Erst kürzlich bestätigten Warburg Research (95 €) und Jefferies (91 €) ihre Kaufempfehlungen für die Nagarro-Aktie.
Warum ich so optimistisch bin? Weil das Preis-Leistungsverhältnis der Nagarro-Aktie stimmt.
Wir haben es hier mit einem kontinuierlich wachsenden Unternehmen mit einer soliden Profitabilität zu tun. Und dieses Unternehmen kann man für ein Forward-KGV von 10 kaufen. Das halte ich für ein sehr vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis.
Ich glaube nicht, dass Nagarro ein Opfer der KI-Disruption wird. Vielmehr sehe ich das IT-Beratungshaus als Enabler von KI in der Informationstechnik. Der Bedarf an Integration von KI in alte IT-Systeme ist gegenwärtig so hoch wie nie zuvor. Viele Unternehmen haben weder das Personal noch das Knowhow, ihre IT und ihre Prozesse durch KI weitgehend zu automatisieren. Sie sind auf die Unterstützung von Nagarro angewiesen.
Der IT-Dienstleister kann zudem seine Kosten durch den Einsatz von KI drücken. Mitarbeiter werden fortan nicht mehr für „dumme“ Coding-Aktivitäten benötigt, sondern können sich um höherwertigere Dienstleistungen wie den Aufbau von KI-Architekturen in Unternehmen kümmern. Ich sehe deshalb keinen Margendruck auf Nagarro zukommen.
In diesem Zusammenhang: Nicht alle Unternehmen sind KI-Verlierer, es gibt auch jede Menge KI-Gewinner 2026!
ℹ️ Nagarro in Kürze
- Die Nagarro SE (WKN: A3H220) ist ein weltweit agierender IT-Dienstleister mit dem Schwerpunkt der digitalen Produktentwicklung. Der Ansatz für den Erfolg ist, dass es für seine Kunden Spezialsoftware entwickelt, damit diese in ihren Segmenten digital führend sind.
- Neben den Kernregionen Europa und Nordamerika ist der Konzern in rund 25 Ländern international tätig. Der Hauptsitz befindet sich in München.
- Das Unternehmen ist im SDAX gelistet. Die Marktkapitalisierung beträgt ca. 620 Millionen €.
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