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Merck-Aktie +38% seit März: Ist das Potenzial damit ausgereizt?

Zukauf getätigt
Die Merck-Aktie hat den langjährigen Abwärtstrend im März beendet und seitdem rund +38% zugelegt. Am Freitag verliert sie aktuell -3,2% und notiert bei knapp 143 €. Damit stellt sich die Frage, ob die Bewertung inzwischen ausgereizt ist.

Strategische Übernahme stärkt das Life-Science-Geschäft

Mit der angekündigten Übernahme des US-Unternehmens Bio-Techne setzt der neue CEO Kai Beckmann ein erstes strategisches Zeichen. Der Kaufpreis beläuft sich auf 11,3 Milliarden US$ und soll überwiegend fremdfinanziert werden. Der Abschluss der Transaktion wird Ende 2026 beziehungsweise Anfang 2027 erwartet.

Bio-Techne ergänzt das Life-Science-Geschäft um hochwertige Analyse- und Labortechnologien mit wiederkehrenden Umsätzen und attraktiven Margen. Das Unternehmen erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 1,2 Milliarden US$.

Merck erwartet jährliche Synergien von rund 140 Millionen €. Ein positiver Beitrag zum bereinigten Ergebnis je Aktie soll ab dem dritten Jahr nach Abschluss der Transaktion erreicht werden.

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Halbleitersparte profitiert vom KI-Boom

Neben dem Life-Science-Geschäft bleibt die Electronics-Sparte ein wichtiger Wachstumstreiber. Merck produziert keine Halbleiter, liefert der Chipindustrie jedoch hochspezialisierte Materialien und Chemikalien für moderne Fertigungsprozesse.

Der anhaltende Ausbau von KI-Rechenzentren und Hochleistungschips dürfte die Nachfrage nach diesen Produkten langfristig unterstützen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Merck im Segment Electronics mit einem Umsatz von 3,2 bis 3,4 Milliarden €.

Solider Jahresauftakt

Im ersten Quartal erzielte der Konzern einen Umsatz von 5,1 Milliarden €. Organisch legten die Erlöse um 2,9% zu, belastet durch negative Währungseffekte ging der berichtete Umsatz jedoch leicht zurück.

Das operative EBITDA pre blieb mit rund 1,5 Milliarden € auf Vorjahresniveau. Aufgrund der robusten Geschäftsentwicklung hob das Management die Jahresprognose leicht an. Erwartet werden nun Umsätze von 20,4 bis 21,4 Milliarden € sowie ein EBITDA pre zwischen 5,7 und 6,1 Milliarden €.

Bewertung

Die Übernahme von Bio-Techne stärkt die strategische Position von Merck und erhöht den Anteil planbarer, margenstarker Umsätze. Gleichzeitig profitiert das Unternehmen von strukturellen Wachstumstrends in den Bereichen Biotechnologie und Halbleitermaterialien.

Nach dem kräftigen Kursanstieg ist jedoch ein Teil dieser positiven Erwartungen bereits eingepreist. Sollte sich die Dynamik im Technologiesektor abschwächen oder die Integration der Übernahme länger dauern als erwartet, sind kurzfristige Rückschläge nicht auszuschließen.

ℹ️ Merck in Kürze

  • Die Merck KGaA ist ein weltweit tätiger Chemie- und Pharma-Konzern. Die Produkte können in drei Sparten eingeteilt werden, diese sind Healthcare, Life Science und Semiconductor Solution.
  • Weltweit unterhält das Pharmaunternehmen in über 65 Ländern Niederlassungen, der Hauptsitz befindet sich im hessischen Darmstadt.
  • Aktuell wird das im DAX gelistete Unternehmen mit 18,5 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Nach dem starken Kursanstieg seit März erscheint der Optimismus recht ambitioniert. Kurzfristig sind weitere Konsolidierungen möglich. Das sehen auch die meisten Analysten, das mittlere Kursziel liegt bei 128,50 €. Mittel- und langfristig sind höhere Kurse jedoch gerechtfertigt.

Vorerst dürfte das Potenzial ausgereizt sein. Anleger sollten daher aus meiner Sicht abwarten.

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