Hochtief-Aktie +60%: Was könnte jetzt ratsam sein?
Die Hochtief-Aktie rennt von Allzeithoch zu Allzeithoch; seit Jahresanfang beträgt der Kursgewinn rund +60%. Mittlerweile korrigierte sie wieder und steht am Dienstag aktuell bei 532 €. Was ist bei der Aktie des Baukonzerns zu erwarten?
Solider Jahresauftakt gelungen
Das Wachstum der Vorjahre setzte sich auch in den ersten drei Monaten weiter fort. Hiervon ist der Quartalsbericht vom 11. Mai geprägt.
Der Konzernumsatz verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 5,3% auf 9,4 Milliarden €. Bei der australischen Tochter Turner lag das Umsatzwachstum bei 12%. Bei der Ertragslage machen sich Sondereffekte gravierend bemerkbar. Der nominelle Konzerngewinn sank um 32% auf 210 Millionen €. Inklusive positiver Sondereffekte von 6,5 Millionen ergibt sich ein operativer Konzerngewinn von 217 Millionen €. Im Vorjahreszeitraum führten negative Sondereffekte in Höhe von 141 Millionen € zu einem operativen Konzerngewinn von 166,8 Millionen €. Der operative Konzerngewinn erhöhte sich somit um 30%.
Sehr stark fiel der Auftragseingang mit 17% auf 15,2 Milliarden € aus. Der Konzern verfügt zum Quartalsende über einen Auftragsbestand von 79,3 Milliarden €.
Insgesamt sind die Zahlen sehr solide ausgefallen. Beim Umsatz hatten die Analysten mehr erwartet und beim Konzerngewinn weniger.
Unternehmenschef Juan Santamaría Cases kommentierte den Auftakt so:
Wir sind erfolgreich in das Jahr 2026 gestartet, mit hohen Gewinnzuwächsen und einem Rekord-Auftragsbestand.
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Jahresprognose bestätigt
Die Jahresprognose wurde bestätigt. Demnach soll der Konzerngewinn bei 0,95 bis 1,02 Milliarden € liegen. Basis für diese Erwartungen sind der hohe Auftragsbestand sowie das konsequente Kostenmanagement
Treibende Faktoren
Wesentliche Treiber für die gute Geschäftsentwicklung waren der Bau von KI‑Rechenzentren. Mittlerweile werden diese in großem Stil von den Tech-Giganten errichtet.
Auch die Baumaßnahmen in der Infrastruktur nahmen deutlich zu. In Deutschland wurde ein Sondervermögen von 500 Milliarden € aufgelegt. Die Maßnahmen werden im laufenden Geschäftsjahr verstärkt beginnen. In anderen wichtigen Ländern wie den USA oder Australien wird die Infrastruktur ebenfalls massiv ausgebaut.
Laut Unternehmensbericht ist der Konzern auch sehr stark im Abbau von Seltenen Erden sowie wichtigen Mineralien aktiv. Eine direkte Beteiligung wurde beispielsweise bei Vulcan Energy getätigt.
Zukünftig wird auch das Geschäft der Verteidigung deutlich zunehmen. Auch hier gibt es in Deutschland ein Sondervermögen von 500 Milliarden €. Andere Länder investieren ebenfalls sehr stark in Verteidigungsanlagen. Hier liegt der derzeitige Auftragsbestand bei 2 Milliarden €.
Für all diese wichtigen Geschäftsfelder ist der Konzern bestens aufgestellt.
ℹ️ Hochtief in Kürze
- Hochtief (WKN: 607000) ist ein internationaler, führender Baukonzern. Neben dem klassischen Baugeschäft entwickelt der Konzern sich immer mehr zum Projekt-Unternehmen mit einem breiten Dienstleistungsgeschäft.
- Neben dem Hauptsitz in Essen unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen. Großaktionär mit 77,5% ist die spanische ACS-Gruppe.
- Die Aktie ist im MDAX gelistet und wird aktuell mit 40 Milliarden € bewertet.
Fazit
Wirtschaftlich ist der extrem starke Kursanstieg seit Jahresanfang nicht gerechtfertigt. Umsatz und Gewinn lagen mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen seitens der Analysten.
Momentan beherrscht das Thema KI das Marktgeschehen an den Börsen. Alle Werte, die damit in Verbindung stehen, weisen starke Kursgewinne aus. Hochtief profitiert von den zahlreich geplanten KI-Rechenzentren.
Aus meiner Sicht ist die Aktie deutlich überbewertet. Eine Korrektur ist wahrscheinlicher als ein weiterer Kursanstieg. Die Analysten teilen diese Einschätzung mehrheitlich ebenfalls. Von zehn Analysten stufen nur zwei die Aktie positiv ein.
Ein Einstieg ist bei dem jetzigen Niveau wenig ratsam. Wer gute Kursgewinne erzielte, sollte zumindest über eine Teilmitnahme nachdenken. Daran ist noch niemand verarmt.
Hier sei angemerkt: Während sich viele auf Tech-Aktien konzentrieren, übersehen sie solide Dividendenzahler mit Aufwärtspotenzial. Diese Analyse beleuchtet zehn unterschätzte Kandidaten für das neue Jahr.