Deutsche Börse erholt sich, MTU schmiert ab: DAX-Ausblick
Der DAX hat sich in der vergangenen Woche kaum verändert. Unter dem Strich legte das größte deutsche Börsenbarometer 23 Punkte zu und schloss +0,09% höher mit knapp 25.284 Punkten. Die höchsten Gewinne gab es bei den Aktien von Deutsche Börse und E.ON, MTU war schwächster DAX-Wert. Sind in der neuen Woche spgar neue Rekorde möglich?
Allzeithoch zum Greifen nah
Die Woche begann mit deutlichen Abgaben und auch der Dienstag brachte zunächst Verluste mit sich, die im Tagesverlauf wieder eingedämmt wurden. Zur Mitte der Woche kehrte die Zuversicht an den Markt zurück, was am Mittwoch und am Donnerstag zu Kursgewinnen führte. Am Freitag drehte der Index nach anfänglichen Gewinnen wieder leicht ins Minus. Das Rekordhoch bleibt derweil zum Greifen nah.
Iran-Krieg rückt in den Fokus
Anleger müssen weiterhin durch das Spannungsfeld aus Zoll-Chaos. KI-Angst und Iran-Krise navigieren. Nachdem Verhandlungen zwischen Vertretern des Iran und der USA nicht den erhofften Durchbruch brachten, haben die USA am frühen Samstagmorgen ihre Drohungen wahrgemacht und das Mullah-Regime mit gezielten Militärschlägen angegriffen.
In der zusammen mit Israel durchgeführten Operation wurde der oberste Mullah-Führer, Ajatollah Chamenei, getötet. Während der Iran und seine Revolutionsgarden Rache schworen und ihrerseits Raketen auf Israel und US-Stellungen in der Region abfeuern, gehen die US-israelischen Angriffe weiter. Sie dürften den kompletten Sturz des Regimes und die Vernichtung sämtlicher Nuklearanlagen zum Ziel haben.
Die Eskalation im Nahen Osten zu Beginn der neuen Woche im Fokus stehen und vor allem bei Gold, Silber und Öl zu Preisanstiegen führen, zumal der Iran die Straße von Hormus als zentrale Öldurchgangspassage blockiert haben soll.
Passend dazu: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.
KI-Trade wackelt
Dazu wackelt weiterhin der KI-Trade. Trotz der erneuten Blowout-Zahlen von Nvidia schickten Anleger die Aktie auf Talfahrt und mit ihr auch zahlreiche andere KI-Werte. Es ist eine Debatte darüber entbrannt, wie nachhaltig die KI-Investitionen der großen Hyperscaler sind, darüber hinaus gibt es Bedenken hinsichtlich der Monetarisierung und der Auswirkungen auf die Cashflow-Entwicklung.
Ausgerechnet in diese angespannte Stimmungslage hinein sind die US-Erzeugerpreise auch noch höher ausgefallen als erwartet, wie Daten vom Freitag zeigten, was neue Inflationsängste schürt und gleichzeitig die Zinssenkungserwartungen dämpft.
Das wird in der neuen Woche wichtig
Umso wichtiger wird der in der neuen Woche anstehende US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Februar, der am Freitag veröffentlicht wird. Zur Erinnerung: Der Jobreport vom Januar war stärker ausgefallen als erwartet. Sollte sich dieser Trend nun bestätigen, wäre dies für die Zinshoffnungen der Anleger ein weiterer Dämpfer. Am Montag und am Mittwoch erscheinen darüber hinaus Einkaufsmanagerindizes des Instituts ISM.
Außerdem geht die Berichtssaison weiter und hier richtet sich der Blick vor allem auf die deutschen Standardwerte. Aus dem DAX öffnen mit Beiersdorf (Dienstag), Bayer, Adidas, Symrise, Continental (Mittwoch) sowie Merck KGaA, und DHL (Donnerstag) zahlreiche Unternehmen ihre Bücher, was für entsprechende Impulse sorgen könnte.
In den USA steht mit Broadcom ein weiteres Schwergewicht aus dem Chip- bzw. KI-Bereich im Rampenlicht. Die Zahlen kommen am Mittwoch nach Börsenschluss.
Deutsche Börse und E.ON ziehen an, MTU sackt ab
In der abgelaufenen Wochen verzeichneten die Aktien von Deutsche Börse und E.ON die beste Performance mit Gewinnen von +5,68 bzw. +5,64%. Die Deutsche Börse setzte ihre Erholung nach der Bodenbildung im Bereich der 200-€-Marke fort und steht nun kurz vor der 200-Tage-Linie (SMA200). Wird sie durchbrochen, könnte die Trendwende weiter Fahrt aufnehmen.
Gefragt waren auch die Papiere von E.ON, die von guten Zahlen und einem positiven Ausblick profitierten. Der Energieversorger kalkuliert in den kommenen Jahren mit höheren Ausgaben und gilt als weiterer Gewinner des KI-Booms.
Weniger gut lief es für die Aktien des Triebwerksherstellers MTU, die auf Wochensicht -9,1% einbüßten und einen Pullback zur 50-Wochen-Linie (SMA50) vollzogen. Belastet wurde der Kurs durch einen schwächeren Ausblick und negative Analystenkommentare.
DAX stabilisiert sich über 25.000 Punkten
Der DAX hat sich in der vergangenen Woche kaum von der Stelle bewegt, auch wenn es im Wochenverlauf deutlichere Ausschläge in die eine oder andere Richtung gab. Es war die zweite Woche in Folge mit Schlusskursen von über 25.000 Punkten, womit der Ausbruch über die bedeutende Kursschwelle immer mehr Substanz erhält. Zudem wurde der Aufwärtstrend seit November verteidigt.
Auf der Oberseite bleibt das Rekordhoch aus dem Januar bei 25.507 Punkten in greifbarer Nähe. Da mit dem März nun ein saisonal starker Börsenmonat beginnt, stehen die Chancen für eine neue Bestmarke in der neuen Woche eigentlich ganz gut. Oberhalb davon wären Anschlusskäufe in Richtung 26.000-Punkte-Marke möglich.
Es stellt sich jedoch die Frage, wie die Märkte auf die Eskalation im Nahen Osten reagieren werden. Im Falle einer Korrektur im Sinne einer Risk-off-Bewegung findet der DAX bei 25.000 Punkten und durch die 21-Tage-Linie (SMA21) bei 24.938 Punkten Support. Ein tieferer Fall könnte auch zu einem Test der 50-Tage-Linie (SMA50) führen, die sich aktuell bei 24.828 Punkten befindet.
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