Commerzbank-Aktie: Hier wird sich vieles entscheiden
Das Rennen um die zweitgrößte Bank Deutschlands bleibt weiterhin offen. Die Kursentwicklung der Commerzbank-Aktie steht daher stets im Vordergrund. Am Freitag ging sie mit einem leichten Gewinn aus dem Handel und steht aktuell bei 34,40 €. Wie geht es im Übernahmekampf weiter und lohnt sich ein Einstieg?
Hauptversammlung angemeldet
Die kommende Hauptversammlung wird am 20. Mai stattfinden. Hier wird sich zeigen, ob die UniCredit als Mehrheitsaktionärin sich aktiv an den Abstimmungen beteiligt oder weiterhin eine passive Rolle übernimmt.
Zur Abstimmung stehen eine Dividendenzahlung von 1,10 € sowie die Ermächtigung zum Rückkauf von Aktien bis zu 10% des Grundkapitals. Sollte sie an der Hauptversammlung teilnehmen, dürfte es zum ersten Punkt eine Befürwortung geben. Schließlich profitiert die UniCredit von einer hohen Ausschüttung.
Bei dem zweiten Punkt könnte es kritischer werden. Bisher musste die italienische Bank darauf achten, dass sie die Schwelle von 30% nicht überschritt. Dann hätte ein Übernahmeangebot erfolgen müssen. Mittlerweile wurde ein Übernahmeangebot mittels einer Kapitalerhöhung angekündigt. Die entsprechende Kapitalerhöhung soll auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 4. Mai beschlossen werden. Somit dürfte auch hier eine Zustimmung erfolgen.
Ich gehe davon aus, dass die UniCredit ihren Machtfaktor nicht missbraucht und beiden Punkten zustimmt. Es könnte auch sein, dass sie ihre Stimmrechtsanteile nicht ausübt. Eine Blockade wäre keine gute Publicity für sie.
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Übernahmeangebot angekündigt
Am 16. März verkündete die italienische Großbank ein Übernahmeangebot. Die Übernahme soll im Rahmen eines Aktientauschs erfolgen. Für jede Aktie der Commerzbank erhalten die Anteilseigner 0,485 neue Aktien der UniCredit. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung der UniCredit soll die Kapitalerhöhung für die Übernahme beschlossen werden. Dann beginnt formal das Angebot zur Aktienandienung.
Unverständnis bei der Commerzbank
Seitens der deutschen Großbank besteht wenig Verständnis für das Übernahmeangebot und es wird mit "Kopfschütteln" bewertet. Das Hauptargument ist, dass es keinen Aufschlag auf den jetzigen Aktienkurs beinhaltet. Rechnerisch entspricht das aktuell einem Übernahmepreis von etwa 33,30 €. Damit gibt es keinen Kursaufschlag. Im Gegenteil, momentan liegt der Übernahmepreis unter dem aktuellen Kurs.
Unverständnis besteht auch bezüglich der zukünftigen Rolle der Commerzbank im UniCredit-Konzern. Gespräche zwischen beiden Instituten fanden bisher nicht statt.
Die Commerzbank gibt laut eigenen Angaben gesprächsbereit; allerdings müsse der CEO Orcel seine Pläne konkretisieren.
Die Vorstandsvorsitzende Orlopp kommentierte das so:
Bis heute sind wir im Unklaren, was Unicredit eigentlich will. Wenn jemand anklopft und sagt: „Ich habe eine Idee“, dann darf man doch erwarten, dass er auch sagt, wie die Idee aussieht.
Was bedeutet das für die Aktie?
Das derzeitige Kursniveau spricht nicht für eine Übernahme. Rechnerisch liegt das aktuelle Kursniveau über dem aktuellen Übernahmepreis. Das Übernahmeangebot dürfte vielmehr dazu dienen, dass die Commerzbank zu Gesprächen gezwungen wird. Würde ein Konsens gefunden, dürfte auch der Übernahmepreis angepasst werden.
Was momentan für die Aktie spricht, ist die aktuelle Dividendenrendite. Eine erhöhte Dividende von 1,10 € entspricht einer Rendite von 3,2 %.
In der jetzigen Phase sollten Anleger und Aktionäre der Commerzbank vorerst abwarten. Ein Neueinstieg auf dem jetzigen Niveau ist wenig ratsam. Aktionäre sollten mit einer Andienung ihrer Aktien ebenfalls warten. Ohne einen höheren Übernahmepreis dürfte die Übernahme nicht gelingen.
Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.
ℹ️ Commerzbank in Kürze
- Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
- Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
- Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit rund 39 Milliarden € bewertet.