Commerzbank-Aktie +5%: Kommt jetzt Bewegung in die Übernahme?
Mit einem Kursplus von über +5% ist die Commerzbank-Aktie am Mittwochvormittag einer der Spitzenreiter im DAX. Sollten Anleger jetzt auf eine Übernahmeprämie spekulieren oder hat der Kurs kein Potenzial mehr?
Raus aus der Pattsituation
Die potenzielle Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit tritt jetzt in die heiße Phase ein. Momentan sieht es nach einer Pattsituation aus. Das von der UniCredit vorgelegte Angebot, den Commerzbank-Aktionären im Tausch für einen Anteil 0,485 Stammaktien an der eigenen Bank zu geben, dürfte wohl nicht mehrheitsfähig sein.
Aber mit ihrem Angebot erhöht die italienische Großbank den Druck auf das Management der Commerzbank. Sie steht einer Übernahme durch die Italiener bislang feindselig gegenüber und bezeichnete das UniCredit-Angebot als zu niedrig und rein taktisches Manöver.
Bei einer Bankenkonferenz am Mittwochmorgen sprach UniCredit-Chef Orcel davon, die bisherige Pattsituation brechen zu wollen und einen konstruktiven Dialog von Angesicht zu Angesicht mit der Commerzbank-Chefin Orlopp anzustreben. Er betonte auf der Konferenz, 100% der Anteile der Commerzbank übernahmen zu wollen.
Das ist ein geschickter taktischer Schachzug von Orcel, denn Orlopp lehnt es bislang ab, persönliche Gespräche mit ihm zu führen. Nun dürfte aber der Druck von Seiten des Aufsichtsrats und wichtiger Aktionärsgruppen auf die CoBa-Vorstandsvorsitzende steigen, das Gespräch mit Orcel zu suchen.
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Wie geht es nun weiter?
Für eine Antwort auf diese Frage braucht man schon eine sehr gute Glaskugel. Ich gehe davon aus, dass es in den kommenden Wochen zu Gesprächen zwischen den Unternehmensspitzen von UniCredit und Commerzbank kommen wird. Dabei wird es viel um Taktik gehen.
Die Commerzbank wird sich möglichst lange gegen die Avancen der Italiener wehren, um den Preis der Übernahme in die Höhe zu treiben. Das weiß auch UniCredit-Chef Orcel.
Er wird voraussichtlich das Angebot nachbessern und für die Commerzbank-Aktionäre attraktiver machen müssen. Das muss nicht zwangsläufig eine Erhöhung des Umtauschangebots bedeuten, sondern könnte auch eine Bar-Komponente beinhalten. Diese Fantasie rund um eine Nachbesserung des Übernahmeangebots treibt heute den Kurs der Commerzbank-Aktie an.
Erhöhte Volatilität
Bei der Commerzbank-Aktie zeichnet sich diese Woche wieder ein Aufwärtstrend ab. Der DAX-Titel notiert nur noch unweit des 3-Monatshochs bei 36,50 €. Angesichts der sehr dynamischen Situation müssen Anleger in den kommenden Tagen und Wochen von einer erhöhten Volatilität des Aktienkurses ausgehen.
Keine guten Optionen
Ich rate Anlegern weiterhin, nicht auf eine deutliche Nachbesserung des Übernahmeangebots zu setzen. Der Preis, den die UniCredit bereits heute für den Kauf der Commerzbank bezahlen muss, ist sehr hoch.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die italienische Bank bereit ist, ihn noch einmal signifikant zu erhöhen. Vorstellbar ist meiner Meinung nach nur eine Bar-Komponente, um das Angebot attraktiver zu gestalten.
Noch dazu ist überhaupt nicht klar, ob die Übernahme überhaupt über die Bühne geht. Neben dem Commerzbank-Management sperren sich auch die deutsche Bundesregierung und die Gewerkschaft Verdi gegen einen Erwerb durch die UniCredit.
Die Regierung will sicherstellen, dass es mit der Commerzbank neben der Deutschen Bank noch eine zweite große Privatbank mit Sitz in Deutschland gibt. Und die Gewerkschaft befürchtet (zu Recht) einen Kahlschlag beim Personal nach einer Übernahme. Die UniCredit wird extreme Kosteneinsparungen durchführen müssen, um den hohen Preis des Commerzbank-Kaufs wieder hereinzuspielen.
Vor diesem Hintergrund ist die Commerzbank-Aktie meiner Meinung nach derzeit keinen Kauf wert. Entweder scheitert die Übernahme auf der Zielgeraden oder es gibt nur eine Mini-Übernahmeprämie. Beides keine guten Optionen für Aktionäre.
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ℹ️ Commerzbank in Kürze
- Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
- Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
- Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit rund 38 Milliarden € bewertet.