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ASML-Aktie: Darum knallt sie auf's Allzeithoch

Gutes aus Europa

Die Aktie von ASML profitiert zunehmend vom weltweiten Boom rund um künstliche Intelligenz und die damit verbundenen Investitionen in Rechenzentren und Halbleiterfertigung. Die wachsende Nachfrage nach leistungsstarken Chips sorgt für eine außergewöhnlich starke Investitionsphase in der Halbleiterindustrie, von der der niederländische Lithographiespezialist besonders stark profitieren dürfte.

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Monopolstellung durch technologische Führungsrolle und strategische Partnerschaften

ASML gilt als weltweit einziger Anbieter von Lithographiesystemen auf Basis der extremen Ultraviolett-Technologie. Gleichzeitig besitzt das Unternehmen eine dominierende Stellung bei der klassischen Deep-Ultraviolet-Lithographie. Diese Anlagen sind unverzichtbar für die Produktion moderner Logik- und Speicherchips.

Zu den wichtigsten Kunden zählen Unternehmen wie Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, Intel, Samsung Electronics, SK hynix und Micron Technology.

ASML brachte 2004 sein erstes Immersions-DUV-System auf den Markt, während EUV-Systeme seit 2016 ausgeliefert werden. Der Umsatz mit DUV-Systemen erreichte 2025 rund zwölf Milliarden Euro und entsprach damit einem Marktanteil von über neunzig Prozent. EUV-Systeme generierten im selben Jahr rund 11,7 Milliarden Euro Umsatz und weisen weiterhin ein starkes Wachstum auf.

Die technologische Führungsrolle basiert auf jahrzehntelanger Forschung und Investitionen in Milliardenhöhe. Der Aufbau dieser Technologieplattform stellt eine so hohe Eintrittsbarriere dar, dass kurzfristig kein ernsthafter Wettbewerber erwartet wird.

Parallel dazu hat ASML seine Stellung durch eine enge Verzahnung mit der Lieferkette weiter ausgebaut. Über Beteiligungen und Übernahmen entstanden langfristige Kooperationen mit Schlüsselpartnern. In den vergangenen zwanzig Jahren übernahm das Unternehmen unter anderem Brion, Cymer und HMI sowie einen Anteil von 24,9 Prozent an Carl Zeiss SMT. Besonders die Integration von Cymer und Zeiss verschafft Zugang zu führenden Technologien bei Lichtquellen und Optiksystemen.

Auch zentrale Kunden beteiligten sich frühzeitig an der Entwicklung neuer Lithographiesysteme und trugen damit Risiken und Kosten gemeinsam mit ASML. Dieses Netzwerk aus Technologiepartnerschaften, Zulieferern und Großkunden bildet ein Ökosystem, das die Eintrittsbarrieren im Markt erheblich erhöht.

KI-Boom verlängert Investitionsphase in der Halbleiterindustrie

Die Investitionswelle im Markt für Halbleiterfertigungsanlagen dürfte nach Einschätzung vieler Marktbeobachter bis mindestens 2027 anhalten. Treiber sind sowohl die steigende Nachfrage nach Logikchips als auch der starke Bedarf an Speicherlösungen für Anwendungen der künstlichen Intelligenz.

Ein zentraler struktureller Trend ist der Übergang zu immer kleineren Fertigungsstrukturen. DUV-Lithographie wird hauptsächlich für Strukturgrößen zwischen 28 und 7 Nanometern eingesetzt. EUV-Technologie kommt bei moderneren Knoten von 7 bis 3 Nanometern zum Einsatz. Für kommende Generationen von etwa 2 Nanometern sind sogenannte High-NA-EUV-Systeme vorgesehen.

Derzeit dominieren noch EUV-Anlagen mit niedriger numerischer Apertur den Markt. Hersteller wie Intel und Samsung haben jedoch bereits erste High-NA-Systeme eingeführt. Taiwan Semiconductor Manufacturing Company verfolgt zunächst eine Strategie mit Mehrfachbelichtung, da diese derzeit kostengünstiger ist. ASML geht jedoch davon aus, dass sich die Kostenstrukturen bis etwa 2028 angleichen werden und High-NA-Systeme anschließend wirtschaftliche Vorteile bieten.

Ein wichtiger Aspekt ist der deutliche Preisunterschied zwischen den Technologien. Ein High-NA-EUV-System kostet etwa 400 Millionen Euro, während ein Low-NA-EUV-System rund 230 Millionen Euro und ein DUV-System etwa 43 Millionen Euro kostet. Mit zunehmender Verlagerung zu fortschrittlichen Prozessknoten dürfte daher der Umsatzanteil der EUV-Technologie deutlich steigen und gleichzeitig die Margen verbessern.

Die Nachfrage nach Chips für Anwendungen der künstlichen Intelligenz konzentriert sich bereits heute stark auf Fertigungsprozesse unterhalb von sieben Nanometern. Dadurch könnte der Anteil von EUV-Systemen am Gesamtumsatz von ASML ab 2026 über fünfzig Prozent steigen.

Höhere Leistungsfähigkeit der Anlagen stärkt Marktposition

ASML arbeitet parallel daran, die Leistung seiner EUV-Lichtquellen erheblich zu steigern. Die derzeitige Leistung von etwa 600 Watt soll langfristig auf rund 1000 Watt erhöht werden. Damit könnten Chiphersteller bis zum Jahr 2030 bis zu fünfzig Prozent mehr Chips pro Anlage produzieren.

Diese technologische Verbesserung erhöht die Produktivität der Kunden und schafft gleichzeitig zusätzliche Anreize, verstärkt von DUV- auf EUV-Technologie umzusteigen. Dadurch dürfte die dominierende Stellung des Unternehmens weiter gefestigt werden, selbst wenn Wettbewerber versuchen, in weniger anspruchsvollen Marktsegmenten Fuß zu fassen.

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Hyperscaler treiben Nachfrage nach Hochleistungschips

Die steigenden Investitionen großer Cloud-Konzerne wirken als zusätzlicher Wachstumstreiber für die Halbleiterindustrie. Unternehmen wie Amazon, Google, Microsoft, Meta Platforms, Oracle und CoreWeave planen massive Ausgaben für Rechenzentren und KI-Infrastruktur.

Die Investitionen dieser Unternehmen könnten von rund 430 Milliarden US-Dollar auf etwa 720 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 steigen. Das entspräche einem Zuwachs von rund 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung führt zu stark wachsender Nachfrage nach Hochleistungsprozessoren und Speicherchips.

Auch große Chipproduzenten investieren entsprechend. Intel plant stabile Investitionen, während Taiwan Semiconductor Manufacturing Company seine Ausgaben im Jahr 2026 auf etwa 56 Milliarden US-Dollar erhöhen könnte. Daraus ergibt sich eine steigende Nachfrage nach EUV-Anlagen in den kommenden Jahren.

Speicherchip-Hersteller treiben zusätzliche EUV-Nachfrage

Ein weiterer Wachstumstreiber ist die zunehmende Nutzung von EUV-Technologie in der Speicherchipproduktion. In der Vergangenheit setzten Hersteller bei DRAM-Chips überwiegend auf DUV-Lithographie, da diese kostengünstiger war.

Die anhaltend hohe Nachfrage nach Speicherchips sowie steigende Preise verändern jedoch die wirtschaftliche Rechnung. Moderne Prozessknoten wie 1c und 1d erfordern zunehmend EUV-Technologie, um die Produktivität zu steigern.

SK hynix begann 2022 mit der Einführung von EUV in der Speicherproduktion, während Micron Technology diesen Schritt 2024 vollzog. Berichten zufolge bestellte SK hynix im März EUV-Systeme im Wert von rund 6,9 Milliarden Euro, was etwa dreißig Anlagen entsprechen könnte.

Auch Samsung Electronics dürfte ähnliche Investitionen tätigen. Micron wiederum baut seine Kapazitäten ebenfalls weiter aus. Insgesamt könnte diese Nachfrage das Produktionsvolumen von ASML in den kommenden Jahren nahezu vollständig auslasten.

Gute Auftragslage sorgt für hohe Planungssicherheit

Unternehmen im Bereich der Halbleiterfertigungsanlagen profitieren traditionell von hoher Visibilität bei den Auftragseingängen. Zwischen 2016 und 2025 steigerte ASML seinen Umsatz mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 19 Prozent.

Das Wachstum wird zunehmend durch neue Produktgenerationen getragen, insbesondere EUV-Systeme und Immersions-DUV-Anlagen. Im Jahr 2025 stiegen die Neuaufträge um 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr, ein deutlicher Hinweis auf eine weiterhin starke Investitionsphase.

Für die Jahre 2026 und 2027 wird ein Umsatzwachstum von rund 17 beziehungsweise 30 Prozent erwartet. Gleichzeitig bietet die Kostenstruktur des Unternehmens weiteres Potenzial für operative Hebel, insbesondere mit zunehmender Skalierung der EUV-Produktion.

Die Bruttomarge soll laut Unternehmensprognose 2026 zwischen 51 und 53 Prozent liegen und langfristig bis 2030 auf 54 bis 60 Prozent steigen. Höhere Verkaufszahlen margenstarker Produkte könnten dieses Ziel unterstützen.

Starke Liquidität und stabile Cashflows

Auch finanziell zeigt sich das Unternehmen solide aufgestellt. Trotz einer Lieferzeit von rund 18 Monaten erhält ASML Zahlungen entsprechend dem Fortschritt der Produktion. Dadurch werden finanzielle Risiken deutlich reduziert.

Die Nettoliquidität erreichte 2025 etwa 9,6 Milliarden Euro. Der freie Cashflow stieg im selben Jahr um rund 22 Prozent und entwickelte sich damit im Einklang mit dem Gewinnwachstum. Kurzfristig könnte der Cashflow im Jahr 2026 durch Kapazitätserweiterungen etwas gedämpft werden, langfristig wird jedoch wieder mit steigenden Mittelzuflüssen gerechnet.

Zyklus der Branche dürfte noch nicht seinen Höhepunkt erreicht haben

Die Halbleiterausrüstungsindustrie gilt traditionell als zyklisch, wobei typische Aufschwungphasen etwa zehn Quartale dauern. Der aktuelle Zyklus begann Mitte 2025 und könnte noch deutlich länger anhalten.

Ein Höhepunkt wird üblicherweise durch rückläufige Auftragseingänge und vorsichtige Prognosen der Unternehmen signalisiert. Derzeit zeigt sich jedoch ein gegenteiliges Bild. Die Aufträge im vierten Quartal 2025 entwickelten sich sehr stark, und auch für das erste Quartal 2026 wird mit hoher Dynamik gerechnet.

Die außergewöhnlich hohe Nachfrage nach KI-Hardware könnte diesen Zyklus verlängern. Im Gegensatz zu früheren Phasen wird der Markt derzeit weniger durch Konsumelektronik, sondern stärker durch Rechenzentren und KI-Infrastruktur geprägt.

Bewertung und Kursziel

Die Aktie von ASML wird aktuell mit dem etwa 37,5-fachen der bereinigten Gewinne bewertet und damit leicht unter dem jüngsten Hoch von rund 40,5-fach. Für 2026 und 2027 werden Gewinne je Aktie von etwa 35 beziehungsweise 48 US-Dollar erwartet.

Bei Anwendung eines Bewertungsmultiplikators von 35 auf die erwarteten Gewinne für 2027 ergibt sich ein Kursziel von rund 1680 US-Dollar. Eine verbesserte Auftragsvisibilität oder eine Anhebung der Unternehmensprognosen könnten zusätzliche Kurstreiber darstellen.

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Risiken für die Wachstumsstory

Ein zentrales Risiko besteht in der Qualität und Nachhaltigkeit der Investitionsausgaben großer Technologiekonzerne. Ein erheblicher Teil des aktuellen Investitionsbooms wird von Cloud-Anbietern getragen, deren Ausgaben im Jahr 2026 stark steigen sollen.

Gleichzeitig erhöht die Inflation entlang der Lieferketten die Kosten. Steigende Preise für Speicherchips und andere Komponenten könnten dazu führen, dass ein Teil der Investitionen lediglich höhere Kosten ausgleicht und nicht vollständig in zusätzliche Nachfrage nach Fertigungsanlagen umgesetzt wird.

Ein weiterer Faktor ist die hohe Bewertung im Vergleich zu Wettbewerbern wie Applied Materials, Lam Research und KLA Corporation. Veränderungen bei Wachstumserwartungen oder technologische Fortschritte von Konkurrenten könnten daher stärkere Marktreaktionen auslösen.

Fazit

Aktien von Herstellern von Halbleiterfertigungsanlagen verbinden hohe Planungssicherheit mit strukturellem Wachstum. Die starke Nachfrage nach Speicher- und Logikchips sowie langfristige Trends rund um künstliche Intelligenz schaffen eine stabile Grundlage für steigende Investitionen.

Unternehmen wie ASML profitieren besonders stark von dieser Entwicklung, da ihre Technologie eine Schlüsselrolle in der modernen Chipproduktion spielt. Vor diesem Hintergrund erscheint weiteres Kurspotenzial plausibel, während die Risiken vor allem aus makroökonomischen Faktoren und möglichen technologischen Veränderungen resultieren.

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ℹ️ ASML in Kürze

  • ASML (WKN: A1J4U4) mit Sitz im niederländischen Veldhoven ist ein international führender Ausrüster für die Halbleiterindustrie.
  • Im Bereich Lithographie-Systeme ist das Unternehmen weltweiter Technologie- und Marktführer. Die komplexen Maschinen werden zur Herstellung von effizienten und leistungsstarken Mikrochips benötigt.
  • Zu den Kunden von ASML gehören alle großen Chiphersteller der Welt.
  • ASML ist Mitglied im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 und mit einem Börsenwert von aktuell fast 500 Milliarden € das wertvollste Unternehmen Europas.
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