Alibaba-Aktie +12%: Zündet jetzt die China-KI-Rally?
DeepSeek-Schock 2.0
Haupttreiber für die plötzliche Euphorie ist eine neue, massive KI-Welle, die durch den gesamten chinesischen Technologiesektor rollt, wie damals, als DeepSeek gelaunched wurde. Berichten von Reuters zufolge arbeitet die chemische KI-Schmiede DeepSeek nun an einem eigenen Inferenz-Chip, um sich von den USA unabhängiger zu machen. Und das zieht viele, primär KI-getriebene chinesische Aktien mit hoch.
Alibaba gilt als einer der Hauptprofiteure, da der Konzern in den vergangenen Monaten massiv in die Effizienz seiner eigenen KI-Modelle investiert hat. Analysten spekulieren, dass chinesische Tech-Riesen die Lücke zu US-amerikanischen Konkurrenten durch gezielte Optimierungsverfahren deutlich schneller schließen könnten als bisher angenommen.
Anthropic beschuldigte den Konzern erst im Juni, über rund 25.000 Fake-Konten fast 28,8 Millionen Anfragen an Claude gestellt zu haben, um dessen Fähigkeiten zu kopieren. Nun dürfte das Resultat dieser Kopien langsam Gestalt annehmen.
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Genug kopiert, jetzt wird in die Tat umgesetzt
Ab dem 10. Juli untersagt Alibaba seinen Mitarbeitern die Nutzung von Anthropics Claude Code. Laut internen Mitteilungen sei die Nutzung von Claude ein Sicherheitsrisiko – Entwickler hatten entdeckt, dass eine Version des Tools unauffällig Zeitzonen- und Proxy-Daten auslas, was Rückschlüsse auf chinesische Nutzer zuließ.
Statt Claude Code sollen Mitarbeiter künftig die hauseigene KI-Plattform Qoder verwenden. Anleger werten diesen Schritt positiv: Er reduziert die Abhängigkeit von US-Technologie, senkt regulatorische Risiken und stärkt das margenträchtige eigene Ökosystem – ein Narrativ, das im aktuellen China-Tech-Umfeld gut ankommt.
„Buy the Jahrestief”
Der fundamentale Auslöser für den konkreten Kurssprung war ein Pre-Earnings-Briefing, bei dem Alibaba laut dem chinesischen Medium Jiemian signalisierte, dass sich die Verluste im Instant-Commerce-Geschäft im Juni-Quartal deutlich verringert haben. Das traf auf eine Aktie, die erst am 29. Juni mit umgerechnet rund 83 € ein neues 12-Monats-Tief markiert hatte und tief im überverkauften Bereich liegt.
Diese Kombination aus operativer Erleichterung und technisch überverkaufter Ausgangslage lieferte den Zündstoff für Nachholkäufe und Short-Eindeckungen. Mit einem Forward KGV von 15 bleibt die Aktie zudem günstiger bewertet als US-Cloud-Konzerne wie Amazon oder Microsoft (29 & 21).
ℹ️ Alibaba in Kürze
- Die Alibaba Gruppe mit Sitz in Hangzhou ist einer der größten E-Commerce-Konzerne Chinas.
- Das 1999 gegründete Unternehmen hat sich in den letzten Jahren zu einer riesigen Firmengruppe mit zahlreichen Tochterunternehmen entwickelt.
- Kerngeschäft von Alibaba sind die Online-Marktplätze Alibaba, AliExpress, Taobao und Tmall. Darüber hinaus bietet der Konzern Cloud-Services, Logistik- und Finanzdienstleistungen an.
- Die Alibaba Gruppe hat eine Marktkapitalisierung von ca. 234 Milliarden US$.
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Fazit
Der heutige Kurssprung zeigt, wie viel Kraft in der Alibaba-Aktie steckt, sobald positive Impulse den Markt erreichen. Alibaba ist fundamental eher günstig bewertet und sitzt auf gigantischen Cashflow-Mengen, opfert aber im operativen Kerngeschäft kurzfristig absichtlich Margen für massives KI-Wachstum. Gleichzeitig bleibt der Konflikt mit Anthropic ungelöst.
Wer die politischen und regulatorischen Risiken Chinas nicht scheut, findet in Alibaba auf dem aktuellen Niveau ein hochprofitables Unternehmen mit einem tiefen Burggraben im E-Commerce und steigender Profitabilität. Für mutige Value- und Turnaround-Investoren ist die Aktie nach wie vor einen Blick wert mit der Betonung auf „Mutige”, da sie dennoch hochvolatil und das Unternehmen intransparent ist.
Alibaba ist ein KI-Gewinner durch und durch und kann dadurch seine Profitabilität erhöhen. Wenn Du nach weiteren KI-Profiteuren schaust, dann schaue unbedingt in unseren kostenlosen Report „KI-Gewinner 2026“.