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Intel-Aktie bereits bei -64%: Jetzt kaufen?

Der Boden steht noch aus
Die Intel-Aktie kennt derzeit im Sog der jüngsten Abverkäufe des Techsektors ebenfalls nur eine Richtung: abwärts. Vom Rekordhoch bei 142,35 US$ hat der US-Chipriese inzwischen in der Spitze rund -64% an Wert eingebüßt. Bereits in meiner Analyse vom vergangenen Sonntag hatte ich unter der Headline „Das war womöglich erst der Anfang“ vor einer Fortsetzung des Ausverkaufs gewarnt. Genau dieses Szenario nimmt seither weiter Gestalt an, denn mittlerweile wurden auch die Unterstützungen bei 68,46 und 64,46 US$ unterschritten. Damit rücken die damals genannten Abwärtsziele bei 50,44 und 42,48 US$ zunehmend in den Fokus. Doch könnte sich nach dem dramatischen Kurseinbruch nicht langsam eine Kaufchance ergeben?

Schwacher Ausblick überschattet Wachstum

Die jüngsten Quartalszahlen haben das Vertrauen der Anleger erheblich erschüttert. Dabei präsentierte Intel für das dritte Quartal zunächst durchaus überzeugende Ergebnisse: Der Umsatz stieg um +21% auf 16,5 Milliarden US$, während sich der bereinigte Gewinn je Aktie von 0,23 auf 0,52 US$ mehr als verdoppelte. Besonders das Geschäft mit Rechenzentren und künstlicher Intelligenz entwickelte sich mit einem Erlösplus von +78% ausgesprochen dynamisch. Dennoch gerieten die Papiere nach der Veröffentlichung massiv unter Verkaufsdruck.

Zum entscheidenden Belastungsfaktor wurde der Ausblick auf das vierte Quartal. Hier erwartet das Management lediglich Umsätze zwischen 15 und 16 Milliarden US$, was unter den bisherigen Markterwartungen liegt. Zudem rechnet der Konzern mit einer Abschwächung des PC-Geschäfts bis mindestens in die erste Jahreshälfte 2027. Ein positives Signal lieferte immerhin Vorstandschef Lip-Bu Tan, der Anfang November 150.000 Intel-Aktien für rund 9,7 Millionen US$ erwarb. Ob dieser Vertrauensbeweis tatsächlich eine nachhaltige Trendwende einleiten kann, bleibt allerdings fraglich.

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Zur Signallage

Quelle: stock3

Der Wochenchart bestätigt eindrucksvoll die zuletzt favorisierte Abwärtsbewegung. Nach dem Bruch der seit Juli 2025 bestehenden Aufwärtstrendlinie sowie der ehemaligen Unterstützungen bei 88,40 und 75,81 US$ hat sich der Verkaufsdruck nochmals verstärkt. Inzwischen wurden auch 68,46 und 64,46 US$ aufgegeben, sodass die nächste wichtige Haltezone bei 50,44 US$ unmittelbar bevorsteht. Nach einer möglichen technischen Gegenbewegung in Richtung 64,46 US$ favorisiere ich allerdings eine weitere Abwärtswelle bis 42,48 US$. Erst dort erscheint eine nachhaltigere Bodenbildung wahrscheinlicher. Ausgehend vom aktuellen Kurs bei 55,83 US$ besteht somit nochmals ein rechnerisches Verlustpotenzial von knapp -24%.

Das alternative Szenario setzt hingegen auf eine zeitnahe Stabilisierung und anschließende Erholung. Hierfür müssten die Käufer zunächst die Marke von 64,46 US$ zurückerobern und anschließend auch die Widerstände bei 68,46 sowie 75,81 US$ überwinden. Damit könnte sich eine umfangreichere Gegenbewegung bis 88,40 US$ entwickeln. Oberhalb dieser Hürde würde schließlich die ehemalige Unterstützungszone zwischen 105,98 und 109,36 US$ wieder relevant. Angesichts der jüngsten Kursdynamik bleibt eine solche Entwicklung allerdings mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Zudem wäre selbst ein kräftiger Anstieg zunächst nur als Erholung innerhalb des übergeordneten Abwärtstrends einzustufen.

ℹ️ Intel in Kürze

  • Intel, gegründet 1968 und mit Sitz in Santa Clara in Kalifornien, ist ein US-amerikanischer Technologiekonzern und historisch der weltweit größte Entwickler und Hersteller von Mikroprozessoren.
  • Der Konzern besteht aus den zwei Einheiten Products (Design) und Foundry (Auftragsfertigung).
  • Intel Products entwickelt Prozessoren für PCs (Core-Serie) und Rechenzentren (Xeon-Prozessoren).
  • Intel Foundry produziert Chips auch für Drittkunden, wie beispielsweise Microsoft und Gerüchten zufolge zukünftig auch für Apple.
  • Intel ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und aktuell ca. 297 Milliarden US$ wert.

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Fazit

Der bisherige Kursverfall von rund -64% macht die Intel-Aktie noch lange nicht zu einem Schnäppchen. Zwar könnte die Unterstützung bei 50,44 US$ kurzfristig für eine Gegenbewegung sorgen, doch das bevorzugte Szenario sieht zunächst weitere Verluste bis 42,48 US$ vor. Erst oberhalb von 75,81 US$ würde sich die technische Ausgangslage wieder verbessern. Anleger sollten sich daher von vermeintlich günstigen Einstiegskursen nicht täuschen lassen. Eine bestätigte Bodenbildung bleibt abzuwarten, bevor sich das Chance-Risiko-Verhältnis nachhaltig verbessert.

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