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Intel-Aktie -56%: Das war womöglich erst der Anfang

Weitere Verluste drohen
Die Intel-Aktie hat eine rabenschwarze Handelswoche hinter sich und zwischen dem Wochenhoch und dem Freitagstief beinahe -34% an Wert verloren. Noch dramatischer erscheint die Entwicklung mit Blick auf den Rekord vom Sommer bei 142,35 US$, von dem sich die Papiere zwischenzeitlich bereits um rund -56% entfernt haben. In meiner Analyse vom 22. September hatte ich oberhalb von 105,98 US$ noch einen Anstieg bis 150 US$ für möglich gehalten, zugleich aber vor einer größeren Korrektur bei Aufgabe der Unterstützung gewarnt. Dieser Verkaufs-Trigger wurde inzwischen ausgelöst und selbst die damaligen Abwärtsziele sind längst Geschichte. Mit einem Nasdaq-Schlusskurs von 65,76 US$ droht nun vielmehr eine nächste mittelfristig ausgerichtete Verkaufswelle.

Quartalszahlen sorgen für Ernüchterung

Für den massiven Ausverkauf sorgten insbesondere die am Donnerstagabend veröffentlichten Quartalszahlen. Dabei verlief das dritte Quartal zunächst durchaus erfolgreich: Intel steigerte seinen Umsatz um +21% auf 16,5 Milliarden US$, während der bereinigte Gewinn je Aktie von 0,23 auf 0,52 US$ zulegte. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit Rechenzentren und künstlicher Intelligenz, dessen Erlöse um +78% auf 7,3 Milliarden US$ kletterten. Doch der Blick nach vorn enttäuschte gewaltig. Für das vierte Quartal erwartet der Chipkonzern lediglich Umsätze zwischen 15 und 16 Milliarden US$, während Analysten zuvor mit rund 17 Milliarden US$ gerechnet hatten.

Die Gründe dafür liegen vor allem im schwachen PC-Geschäft und anhaltenden Produktionsproblemen. So gingen die Umsätze mit klassischen Computerprozessoren zuletzt um -5% zurück, während ein schwerer Zwischenfall in einer israelischen Fertigungsanlage zusätzliche Belastungen verursacht. Wie mein Kollege Peter Wolf-Karnitschnig in seiner Analyse vom Samstag ausführte, reagierten zahlreiche Analysten bereits mit deutlichen Kurszielsenkungen. Besonders kritisch bleiben zudem die hohen Investitionskosten und der weiterhin unsichere Weg zu nachhaltig positiven Cashflows. Trotz der langfristigen KI-Fantasie ist das Vertrauen der Anleger damit erheblich erschüttert.

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Zur Signallage

Quelle: stock3

Der Blick auf den Wochenchart offenbart inzwischen einen erheblichen technischen Schaden. Nach dem Rückfall unter die in meiner September-Analyse hervorgehobene Unterstützung zwischen 105,98 und 109,36 US$ wurden auch die nachfolgenden Abwärtsziele bei 88,40 und 75,81 US$ unterschritten. Gleichzeitig ist die seit Juli 2025 bestehende Aufwärtstrendlinie Geschichte. Mit dem Freitagstief bei 63,20 US$ näherten sich die Notierungen bereits der nächsten Unterstützungsregion, während selbst eine kurzfristige Erholung bislang keine nachhaltige Entspannung verspricht. Nach einem möglichen Schwungholen bis 68,46 beziehungsweise 75,81 US$ favorisiere ich daher eine Fortsetzung der Korrektur. Als nächste Abwärtsziele rücken dabei 50,44 und anschließend sogar 42,48 US$ in den Fokus.

Eine günstigere Entwicklung wäre hingegen denkbar, sofern die Käufer zunächst 68,46 US$ zurückerobern und anschließend auch den Widerstand bei 75,81 US$ überwinden. Damit könnte sich eine umfangreichere Gegenbewegung bis 88,40 US$ entfalten, bevor darüber die ehemalige Unterstützungszone zwischen 105,98 und 109,36 US$ wieder relevant würde. Erst eine nachhaltige Rückkehr über diese Region würde das angeschlagene Chartbild wesentlich verbessern. Bis dahin bleiben Erholungsversuche aus meiner Sicht anfällig für erneuten Verkaufsdruck.

ℹ️ Intel in Kürze

  • Intel, gegründet 1968 und mit Sitz in Santa Clara in Kalifornien, ist ein US-amerikanischer Technologiekonzern und historisch der weltweit größte Entwickler und Hersteller von Mikroprozessoren.
  • Der Konzern besteht aus den zwei Einheiten Products (Design) und Foundry (Auftragsfertigung).
  • Intel Products entwickelt Prozessoren für PCs (Core-Serie) und Rechenzentren (Xeon-Prozessoren).
  • Intel Foundry produziert Chips auch für Drittkunden, wie beispielsweise Microsoft und Gerüchten zufolge zukünftig auch für Apple.
  • Intel ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und aktuell ca. 350 Milliarden US$ wert.

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Fazit

Die Intel-Aktie hat nach dem gescheiterten Ausbruch vom September inzwischen sämtliche damaligen Abwärtsziele unterschritten und allein in der vergangenen Woche zeitweise rund -34% verloren. Mit dem Bruch der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie hat sich die technische Ausgangslage massiv verschlechtert. Nach möglichen kurzfristigen Gegenbewegungen favorisiere ich deshalb weitere Verluste bis 50,44 und gegebenenfalls sogar 42,48 US$. Erst oberhalb von 75,81 beziehungsweise 88,40 US$ würde sich das Bild wieder etwas aufhellen. Trotz des gewaltigen Kurssturzes erscheint ein Einstieg somit weiterhin hochspekulativ.

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