Infineon-Aktie: Das sieht nicht gut aus
Technologische Fortschritte, doch die Börse zögert
Operativ liefert der Münchner Halbleiterkonzern durchaus positive Nachrichten. Erst am Montag verkündete Infineon eine Technologiepartnerschaft mit Qualcomm zur Entwicklung leistungsfähiger Fahrzeugcomputer. Gestern folgte die Vorstellung der neuen Mikrocontroller-Plattform AURIX RC1 für softwaredefinierte Fahrzeuge und KI-Anwendungen. Auch die Zusammenarbeit mit Nvidia bei energieeffizienten Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren unterstreicht die langfristigen Wachstumschancen.
Dennoch bleibt die Aktie angeschlagen. Im dritten Geschäftsquartal erreichte Infineon mit 4,17 Milliarden € einen Rekordumsatz und eine Segmentergebnis-Marge von 19,1%. Für das Schlussquartal erwartet das Management sogar rund 4,7 Milliarden € Umsatz. Ob daraus eine größere Erholung entstehen kann, hinterfragte mein Kollege Alexander Hirschler bereits am Montag unter „Nach -40%-Crash – kommt jetzt die große Erholung?“. Entscheidende Impulse dürften die Geschäftszahlen am 10. November liefern.
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Zur Signallage

Quelle: stock3
Die im Oktober noch mögliche Stabilisierung an der Unterstützung bei 50,69 € hat sich bislang als wenig tragfähig erwiesen. Statt eines dynamischen Käuferkonters verharren die Anteilsscheine unterhalb der zurückeroberten Kursmarken und attackieren nun sogar die mittelfristige Aufwärtstrendlinie. Mit dem heutigen Tagestief bei 48,93 € wurde diese bereits zwischenzeitlich unterschritten. Ein bestätigter Bruch per Tagesschlusskurs steht allerdings noch aus. Zwar erscheint zunächst ein technischer Pullback bis 50,69 beziehungsweise rund 52 € denkbar, doch favorisiere ich anschließend eine Fortsetzung der Korrektur. Dabei rückt insbesondere die Unterstützung bei 46,09 € in den Fokus, wo sich nach dem anhaltenden Kursverfall erneut Kaufinteresse zeigen könnte.
Eine freundlichere Entwicklung setzt dagegen voraus, dass die Käufer zunächst 50,69 € zurückerobern und anschließend auch den Widerstand bei 54,26 € überwinden. Damit würde sich das Chartbild spürbar verbessern und weiteres Erholungspotenzial bis 58,74 beziehungsweise 60,77 € eröffnen. Oberhalb dieser Region wäre sogar ein Vorstoß bis 64,20 € möglich. Solange jedoch die nachhaltige Rückkehr über 54,26 € ausbleibt, bleibt der seit Juni bestehende Abwärtstrend maßgeblich.
ℹ️ Infineon Technologies AG in Kürze
- Infineon (WKN: 623100) gehört zu den führenden internationalen Herstellern von Halbleitern. Die Schwerpunkte dabei liegen bei der Energieeffizienz, der Mobilität sowie der Sicherheit. Die Chips von Infineon finden sich in fast allen Geräten des modernen Lebens.
- Hauptsitz des Unternehmens ist in Neubiberg bei München, daneben unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen.
- Infineon notiert in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50 und ist aktuell ca. 65 Milliarden € wert.
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Fazit
Die Infineon-Aktie bleibt trotz positiver Unternehmensmeldungen technisch angeschlagen. Mit dem erneuten Rückfall unter 50,69 € droht nun auch der Bruch der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie. Bestätigt sich dieses Verkaufssignal, favorisiere ich nach möglichen kurzfristigen Gegenbewegungen weitere Verluste bis 46,09 €. Erst oberhalb von 54,26 € würden sich die Chancen auf eine umfangreichere Erholung verbessern. Die Geschäftszahlen am 10. November könnten bereits für den nächsten entscheidenden Impuls sorgen. Bis dahin erscheint Zurückhaltung angebracht.
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