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Micron-Aktie: Das Schlimmste überstanden oder doch nicht?

-33% in einer Woche
Auch die Micron-Aktie befindet sich dieser Tage im Tiefflug. Am gestrigen Donnerstag krachte der Kurs des Speicherchipherstellers um -17% in die Tiefe. Damit summierten sich die Kursverluste über die letzten fünf Handelstage auf -33%. Am Freitagmorgen kann sich die Micron-Aktie aber wieder um +9% erholen. Ist das Schlimmste jetzt überstanden und sollten Anleger hier zugreifen?

Vier Gründe für den Kurssturz

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, muss man erst die Gründe analysieren, die zum jüngsten Abverkauf der Micron Technology-Aktie geführt haben. Es sind gleich mehrere:

Wie auch bei anderen Halbleiter- und Tech-Werten lastete die politische Großwetterlage nach den US-Zwischenwahlen auf dem Kurs der Micron-Aktie. Befürchtungen hinsichtlich strengerer Regulierungen, möglicher Auflagen oder Energiebeschränkungen für den massiven Ausbau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur durch die Demokraten führten zu einem generellen Ausverkauf im Sektor.

Darüber hinaus gibt es erste Warnsignale, dass der Speichermarkt insgesamt an seinem Zenit angekommen ist. Vor wenigen Tagen gab der japanische Speicherhersteller Kioxia eine deutliche Verlangsamung des Preisanstiegs bei NAND-Speichern bekannt. Obwohl Micron primär im Bereich des DRAM- und HBM-Geschäfts aktiv ist, wirkte sich diese Warnung vor niedrigeren Preisen auch auf die Amerikaner aus.

Auch die Situation von Kunden der Speicherchiphersteller lässt zunehmend Zweifel aufkommen, ob Preissteigerungen überhaupt noch möglich sind. Der Quartalsbericht und die Prognose von Apple haben exemplarisch gezeigt, wie stark die Preissteigerungen bei diesen Produkten die Margen ihre Kunden belasten. Die Börse rechnet offenbar damit, dass die Speicherchiphersteller bei ihrer Preisgestaltung bereits den Zenit erreicht haben.

Und nicht zuletzt belastete der Baustopp eines Milliardenprojekts in Taiwan den Kurs der Micron-Aktie. Berichten zufolge hat der US-Technologiekonzern den Bau seiner geplanten Fabrik für Hochleistungsspeicher (HBM) und DRAM im taiwanischen Taoyuan wegen anhaltender Arbeitskonflikte vorerst auf Eis gelegt. Anscheinend sind einige Beschäftigte nicht mit den kürzlich ausgehandelten Lohnsteigerungen zufrieden. Da diese 4,5 Milliarden US$ teure Anlage ein zentraler Baustein für die künftige Kapazitätsausweitung im boomenden KI-Speichersegment ist, traf diese Hiobsbotschaft Anleger empfindlich.

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Eine charttechnische Katastrophe

Der gestrige Donnerstag war eine charttechnische Katastrophe für die Micron-Aktie. Die Zwischentiefs der letzten Monate bei 740 und 680 US$ wurden mit einem Schlag nach unten durchbrochen. Die Aktie ging fast auf dem tiefsten Stand seit sechs Monaten aus dem Handel.

Die Reaktion an den europäischen Börsen deutet jedoch darauf hin, dass die Micron-Aktie heute wieder den Sprung über die 700 US$-Marke schaffen wird. Ob sich daraus ein nachhaltiger Rebound ergibt, werden erst die kommenden Tage zeigen.

Diese Bewertung schreit nach einem Kauf

Bei allen politischen und wirtschaftlichen Zweifeln rund um die Micron-Aktie schreit sie meiner Meinung nach auf dem aktuellen Kursniveau nach einem Kauf. Der Grund liegt im Verhältnis der Börsenbewertung zur Geschäftsdynamik.

Das Forward-KGV der Micron-Aktie liegt derzeit bei 4,5. Das ist eigentlich eine Bewertungsniveau, das zu einem nicht mehr wachsenden und mäßig profitablen Unternehmen passt.

Micron Technology ist das genaue Gegenteil davon! Im bis August 2027 laufenden Geschäftsjahr dürfte der Speicherchiphersteller seinen Umsatz mehr als verdoppeln und seinen Gewinn je Aktie sogar um über 130% steigern. Nur zur Erinnerung: Im vergangenen Geschäftsjahr besaß Micron eine operative Marge von 75%. Da dürfte so ziemlich die gesamte Tech-Branche vor Neid erblassen.

Bei Speicherchipherstellern ist immer viel von einem Schweinezyklus die Rede. Sicherlich erlebt die Chipbranche durch den gigantischen KI-Boom seit geraumer Zeit eine Sonderkonjunktur, die irgendwann zu Ende gehen wird. Der Zyklus ist sozusagen nur größer und aufgeschoben, aber nicht aufgehoben.

Selbst unter der Annahme, dass wir uns momentan am Gipfel dieses Zyklus befinden und in den kommenden Jahren die Nachfrage und folglich die Preise für Speicherchips drastisch zurückgehen werden, halte ich die Micron-Aktie immer noch für extrem günstig bewertet. Die heutige positive Kursreaktion der Aktie im europäischen Handel zeigt mir, dass bereits viele Schnäppchenjäger unterwegs sind.

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ℹ️ Micron in Kürze

  • Micron Technology (WKN: 869020) ist ein US-amerikanischer Halbleiterkonzern mit Sitz in Boise (Idaho), der sich auf Speicherchips und Datenspeicherlösungen spezialisiert hat.

  • Das Unternehmen produziert vor allem DRAM- und NAND-Speicherchips, die in Rechenzentren, KI-Systemen, Smartphones und Computern eingesetzt werden.

  • Die Micron-Aktie ist an der NASDAQ gelistet und Bestandteil wichtiger US-Indizes wie NASDAQ-100 und S&P 500.

  • Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 743 Milliareden US$, womit Micron zu den größten Halbleiterunternehmen weltweit zählt.

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Fazit

Micron ist ein exzellent in einem Dreier-/Vierer-Oligopol positioniertes Unternehmen mit einer sensationell hohen Wachstumsdynamik und Profitabilität. Selbst wenn man davon ausgeht, dass der Schweinezyklus der Chipbranche sich aktuell auf seinem Gipfel befindet, spricht die Bewertung der Micron-Aktie eindeutig für einen Kauf.

Meiner Meinung nach ist das Downside bewertungstechnisch stark begrenzt. Aber die Börse ist derzeit in Bezug auf Tech-Aktien hochgradig nervös und neigt zu Übertreibungen. Den Boden hat die Micron-Aktie kurzfristig möglicherweise noch nicht gefunden.