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SanDisk-Aktie -66%: Die Korrektur ist noch nicht ausgestanden

600 US$ könnten folgen
Die SanDisk-Aktie hat seit meiner Analyse vom August mit Aussicht auf neue Rekordkurse eine dramatische Kehrtwende vollzogen. Statt des damals favorisierten Rallyversuchs oberhalb von 1.812 US$ folgte ein massiver Ausverkauf, der den Titel vom bisherigen Rekordhoch bei 2.354,39 US$ bis auf 803,97 US$ zurückwarf – ein Einbruch von rund -66%. Damit wurde auch das seinerzeit skizzierte Abwärtsziel bei 676,69 US$ wieder aktuell. Während mein Kollege Peter Wolf-Karnitschnig bereits das Potenzial für +275% Kursgewinn beleuchtet, mahnt der Wochenchart weiterhin zur Vorsicht. Denn die Korrektur könnte noch längst nicht ausgestanden sein.

Operativ weiterhin auf Wachstumskurs

Von einer fundamentalen Krise kann bei SanDisk trotz des dramatischen Kurssturzes bislang keine Rede sein. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 steigerte der Konzern seine Umsätze gegenüber dem Vorquartal um +23% auf 11,03 Milliarden US$. Besonders das Geschäft mit Rechenzentren überzeugte mit einem Erlösanstieg von +61% auf 4,80 Milliarden US$. Auch der Nettogewinn fiel mit 8,10 Milliarden US$ beeindruckend aus. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Speicherlösungen für KI-Anwendungen sorgt somit weiterhin für kräftiges Wachstum.

Allerdings richtet sich der Blick der Börse längst auf die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung. Die zuletzt deutlich nachlassende Preisdynamik bei NAND-Speicherchips schürt Befürchtungen, dass sich der Branchenzyklus seinem Höhepunkt nähert. SanDisk selbst erwartet für das laufende Quartal noch einen Umsatz zwischen 12,2 und 12,6 Milliarden US$. Zudem steht am 20. November der Handelsstart nach einem Aktiensplit im Verhältnis 8:1 an. Für die langfristigen Geschäftsperspektiven bleibt jedoch entscheidend, ob die hohen Margen und die starke Nachfrage dauerhaft Bestand haben.

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Die Signallage

Quelle: stock3

Der massive Einbruch hat die technische Ausgangslage inzwischen grundlegend verändert. Der zuvor intakte Aufwärtstrendkanal wurde verlassen und mit dem Rückfall unter 1.002 US$ eine weitere bedeutende Unterstützung aufgegeben. Trotz der bereits erreichten Korrektur von rund -66% favorisiere ich zunächst eine Fortsetzung der Schwäche. Dabei rückt die nächste Unterstützung bei 676,69 US$ in den Fokus. In dieser Region könnte sich eine erste Stabilisierung mit anschließender Erholung einstellen. Scheitert allerdings auch dieser Versuch, wäre ein weiterer Rückgang bis 558,58 US$ denkbar. Damit würde sich die Korrektur nochmals erheblich ausweiten und die psychologisch wichtige Marke von 600 US$ unterschritten.

Das alternative Szenario sieht hingegen eine zeitnahe Gegenbewegung vor, die zunächst den ehemaligen Unterstützungsbereich um 1.002 US$ zurückerobert. Gelingt dieser Befreiungsschlag, könnte sich die Erholung bis zur nächsten bedeutenden Widerstandszone um 1.562 US$ ausdehnen. Dort trifft der Kurs auf eine seit dem Rekordhoch fallende Abwärtstrendlinie, die zusätzlichen Widerstand liefert. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über diese Hürden würde die technische Situation spürbar verbessern. Bis dahin wären auch stärkere Kursanstiege zunächst lediglich als Gegenbewegungen innerhalb der laufenden Korrektur zu bewerten.

ℹ️ Sandisk Corporation in Kürze

  • SanDisk (WKN: A411ZM) mit Sitz in Milpitas im US-Bundesstaat Kalifornien ist ein weltweit führender Hersteller von Speichermedien, die auf der NAND-Flash-Technologie basieren.
  • Das 1988 gegründete Unternehmen wurde 2016 von Western Digital übernommen und 2025 erneut als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen abgespalten.
  • Bekannt ist SanDisk vor allem für die Entwicklung und Herstellung von Speicherkarten, USB-Sticks und Solid-State-Drives (SSDs).
  • Seit einiger Zeit fokussiert sich das Unternehmen auf spezialisierte Hochleistungs-SSDs, die für das Training von KI-Modellen in Rechenzentren benötigt werden.
  • SanDisk ist seit November 2025 Mitglied im US-Leitindex S&P 500 und ca. 122 Milliarden US$ wert.

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Fazit

Die SanDisk-Aktie ist nach dem Kurssturz zweifellos wieder interessanter bewertet, doch ein günstiges Bewertungsniveau allein begründet noch keine Trendwende. Charttechnisch überwiegen vorerst die Risiken, weshalb ich einen weiteren Rückgang in Richtung 676 US$ favorisiere. Unterhalb dieser Unterstützung könnten sogar Kurse um 558 US$ folgen. Für einen nachhaltigen Stimmungsumschwung müsste zunächst die Marke von 1.002 US$ zurückerobert werden. Anleger sollten daher trotz des beachtlichen Korrekturausmaßes Geduld bewahren und auf überzeugende Stabilisierungssignale warten.

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