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Heidelberg Materials-Aktie: Hat die Rallye gerade erst begonnen?

Gewinnsprung trifft auf Sparoffensive
Die Heidelberg Materials-Aktie hat ihre Schwächephase hinter sich gelassen und seit Mitte Oktober deutlich zulegen können. Allein in dieser Woche ging es für den DAX-Titel um mehr als +17% hinauf. Grund sind auch die Zahlen, die der Baustoffkonzern am Mittwoch vorgelegt hat. Wie sind die Ergebnisse ausgefallen und wie viel Potenzial steckt jetzt noch in der Aktie?

Nachfrage zieht an, Gewinne übertreffen Erwartungen

Heidelberg Materials hat im dritten Quartal ein überzeugendes Zahlenwerk abgeliefert. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10% auf 6,413 Milliarden €. Erwartet wurden nur 6,19 Miliarden €. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs (RCO) verbesserte sich um 9% auf 1,281 Milliarden € und lag ebenfalls über den Analystenerwartungen von rund 1,24 Milliarden €. Das operative EBITDA legte um 8% auf 1,624 Milliarden € zu.

Besonders erfreulich: Die Wachstumsdynamik hat sich laut Vorstandschef Dominik von Achten nochmals beschleunigt. Vor allem Europa entwickelte sich stärker, während Nordamerika ebenfalls zulegen konnte. Höhere Verkaufspreise, steigende Absatzmengen und konsequente Kostendisziplin zahlten sich aus. Dass die Absatzmengen nach vier rückläufigen Jahren inzwischen wieder leicht wachsen, ist ein zusätzliches positives Signal.

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Neue Sparziele und Wachstum durch Übernahmen

Für weiteren Rückenwind sorgt die ausgeweitete Effizienzoffensive. Das bisherige Einsparziel von 500 Millionen € soll bereits bis Ende 2026 übertroffen werden. Bis Ende 2028 sollen weitere 300 Millionen € hinzukommen. Damit verbessert der Konzern seine Ausgangslage für dauerhaft höhere Margen.

Parallel wächst Heidelberg Materials durch gezielte Übernahmen, unter anderem in Australien sowie Skandinavien. Das abgeschlossene Aktienrückkaufprogramm über 1,2 Milliarden € unterstreicht zudem die aktionärsfreundliche Kapitalpolitik des DAX-Unternehmens.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings: Trotz der starken Quartalszahlen wurde die Jahresprognose nicht angehoben. Für 2026 bleibt es bei einem RCO von 3,40 bis 3,65 Milliarden €. Auch der Margenrückgang beim EBITDA verdient Aufmerksamkeit.

Analysten bleiben optimistisch – Bewertung attraktiv

An der Börse kam das Zahlenwerk hervorragend an. Jefferies bestätigte das Kaufvotum mit einem Kursziel von 286 €, JPMorgan hält 225 € und RBC 211 € für möglich. Die DZ Bank erhöhte ihren fairen Wert auf 206 €. Die Experten honorieren vor allem die Preissetzungsmacht und die steigende Effizienz.

Auch die Bewertung spricht für weiteres Potenzial. Mit einem erwarteten KGV von etwa 8 ist Heidelberg Materials im historischen Vergleich günstig. US-Wettbewerber Martin Marietta Materials kommt dagegen auf ein Gewinnmultiple von mehr als 25. Zwar sind solche Vergleiche aufgrund unterschiedlicher Marktstrukturen und Wachstumsperspektiven nur bedingt aussagekräftig. Der Bewertungsabschlag ist dennoch auffällig.

Charttechnik: Der Befreiungsschlag ist gelungen

Nach dem mehr als 40-prozentigen Absturz von Anfang Februar bis Anfang Oktober hat die Aktie im Bereich von 140 € einen tragfähigen Boden ausgebildet. Seit Mitte Oktober zieht der Kurs dynamisch an. Mit dem Sprung über die 50- und 100-Tage-Linie und zuletzt auch über die 200-Tage-Linie hat sich das Chartbild erheblich aufgehellt. Die nächsten Hürden liegen bei 190 und 200 €. Darüber rücken die früheren Höchststände bei 242,80 € wieder in Reichweite.

ℹ️ Heidelberg Materials in Kürze

  • Die Heidelberg Materials AG (WKN: 604700) zählt zu den international führenden Herstellern von Zement, Baustoffen und Beton. Nachgelagerte Produkte und Aktivitäten wie Betonprodukte und Transportbeton, Kalk und Estrich-Produkte ergänzen das Baustoff-Portfolio des Konzerns.
  • Neben dem Hauptsitz in Heidelberg ist das Unternehmen in über 50 Ländern aktiv.
  • Das im DAX gelistete Unternehmen wird mit aktuell rund 31 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Ich sehe Heidelberg Materials nach den jüngsten Zahlen und der dynamischen Kurserholung weiterhin positiv. Die Nachfrage zieht an, das Unternehmen steigert seine Profitabilität und die zusätzlichen Einsparungen versprechen weitere Ergebnisverbesserungen. Auch die Bewertung lässt trotz des kräftigen Kursanstiegs Spielraum nach oben.

Allerdings sollten Anleger nicht vergessen, dass die Aktie allein in dieser Woche +17,5% gewonnen hat. Der tägliche RSI befindet sich inzwischen im überkauften Bereich, weshalb Gewinnmitnahmen jederzeit möglich sind. Für mich wäre das aber kein Grund, die langfristig positive Einschätzung infrage zu stellen.

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