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Hensoldt-Aktie: Doch das bessere Investment als Rheinmetall?

Bärenstarke Geschäftsentwicklung
An einem Tag, an dem die Rheinmetall-Aktie einen brutalen zweistelligen Kurssturz erlebt, kann die Hensoldt-Aktie um +2% leicht zulegen. Hat der deutsche Rüstungselektronikspezialist denn im Gegensatz zu seinem größeren Branchenbruder überzeugt und besitzt die Hensoldt-Aktie mehr Potenzial als Rheinmetall?

Bärenstarke Quartalszahlen

Hensoldt hat in der Tat bärenstarke Zahlen für das abgelaufen dritte Quartal und die ersten neun Monate des Gesamtjahres vorgelegt. Besonders erfreulich sind der kräftige Anstieg des Auftragseingangs, die verbesserte Profitabilität und die leicht angehobene Jahresprognose. Hier die Details:

Der Umsatz von Hensoldt stieg im abgelaufenen Vierteljahr um 20% auf 696 Millionen €. Noch positiver zu werten ist, dass das bereinigte EBITDA sogar um 33% zulegte und damit erheblich über den Analystenschätzungen lag. Die bereinigte EBITDA-Marge von 20,6% lag damit sogar leicht über dem Zielwert des Unternehmens von rund 19,0%.

Besonders stark entwickelte sich im letzten Quartal der kleinere Geschäftsbereich Optronics. Hier legte der Umsatz aufgrund der hohen Nachfrage nach Visieren und Selbstschutzsystemen um 52,4% auf 354 Millionen € zu. Das bereinigte EBITDA des Optronics-Segemnts vervierfachte sich auf Jahressicht fast von 12 auf 45 Millionen €.

Anhebung der Jahresprognose

Auch die kumulierten Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres 2026 hinterlassen einen bärenstarken Eindruck. Der Umsatz von Hensoldt stieg von Januar bis September im Vergleich zum Vorjahr um 21,3% auf 1,86 Milliarden €. Und das bereinigte EBITDA kletterte überproportional um 33,0% auf 281 Millionen €, was die EBITDA-Marge um 1,4 Prozentpunkte auf 15,1% erhöhte.

Am allerbesten liest sich jedoch die Auftragsentwicklung. In den ersten neun Monaten gewann Hensoldt neue Aufträge im Wert von 3,56 Milliarden €. Das waren 76,7% mehr als im Jahr zuvor. Der Auftragsbestand erhöhte sich damit per Ende September auf 10,37 Milliarden €. Das ist mehr als der vierfache Jahresumsatz 2025.

Angesichts der starken Geschäftsentwicklung in den ersten drei Quartal erhöhte das Hensoldt-Management seine Prognose für das Gesamtjahr 2026. Statt wie bisher 2,75 Milliarden € rechnet das Rüstungsunternehmen nun mit 2,80 Milliarden €. Die EBITDA-Marge wird mit 19,0% am oberen Ende der bisherigen Zielspanne gesehen und auch die Book-to-Bill-Ratio wird mit 2,0 am oberen Ende der letzten Prognose von 1,5 bis 2,0 prognostiziert.

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Im Seitwärtstrend gefangen

Seit einem Jahr ist die Hensoldt-Aktie in einem Seitwärtstrend gefangen und pendelt zwischen 64 und 95 € auf und ab. Die gute Nachricht ist, dass die Aktie bei 64 € einen sehr soliden Support zu haben scheint. Die schlechte ist jedoch, das auch bei 95 € bislang jede Aufwärtsbewegung ihr Ende fand.

Angesichts der ambitionierten Bewertung der Hensoldt-Aktie gehe ich davon aus, dass sie auch weiterhin in diesem Seitwärtstrend gefangen bleiben wird. Für einen Ausbruch sind mir die Kurskatalysatoren zu klein.

Die Aktie ist immer noch zu teuer

Die jüngsten Kursziele für die Hensoldt-Aktie liegen in einem Bereich zwischen 85 und 105 €. Das bedeutet, dass die Bären derzeit gar kein weiteres Upside im Rüstungstitel sehen und selbst die größten Bullen nur an ein Kurspotenzial von ca. +25% glauben.

Auch ich sehe derzeit kein weiteres Upside in der Hensoldt-Aktie und das liegt an ihrer immer noch extrem ambitionierten Bewertung. Das Forward-KGV auf Basis der Gewinnschätzung für 2027 beträgt 37. Das ist mir für ein Unternehmen, das mit ca. 15% wächst und sein Ergebnis etwas überproportional steigern kann, ein zu hoher Wert.

Das Reaktion der Hensoldt-Aktie mit einem leichten Kursplus auf die vorgelegten Zahlen und die Prognoseanhebung zeigen mir deutlich, dass der Optimismus bereits zuvor vollständig in den Kurs eingepreist war.

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ℹ️ Hensoldt in Kürze

  • Die Hensoldt AG (WKN: HAG000) mit Sitz in Taufkirchen bei München ist ein Rüstungsunternehmen, das auf die Entwicklung und Herstellung von Radar- und Sensortechnologien spezialisiert ist.
  • Hauptprodukte sind Radar-, Avionik- und optoelektronische Systeme sowie Lösungen zur elektronischen Kampfführung.
  • Hensoldt ging 2017 aus Geschäftsbereichen von Airbus Defence and Space hervor und notiert seit 2020 an der Börse.
  • Das Unternehmen ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und ca. 8,6 Milliarden € an der Börse wert.

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Fazit

Ich glaube nicht, dass die Hensoldt-Aktie ein besseres Investment ist als die Rheinmetall-Aktie. Im Gegensatz zu ihrem großen Bruder ist sie deutlich höher bewertet, obwohl das Wachstumspotenzial von Hensoldt geringer ausfällt.

Das Hensoldt-Management hat aber nicht den Fehler gemacht, zu optimistische Prognosen auszurufen, die es im Nachgang wieder kassieren musste. Das macht die Hensoldt-Aktie aber unter dem Strich in meinen Augen zu keinem besseren Investment als Rheinmetall.