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E.ON-Aktie zieht kräftig an – die Erholung nimmt Fahrt auf

Versorger trotzt schwachem DAX
Während zahlreiche DAX-Aktien heute Verluste hinnehmen müssen, zeigt sich E.ON von seiner stärkeren Seite. Der Energiekonzern setzt seine jüngste Erholung fort und gehört zu den Gewinnern des deutschen Leitindex. Dabei gibt es nach der Übernahme des britischen Energieversorgers OVO auch neue Wachstumsmöglichkeiten. Doch was steckt hinter der Kursstärke und wie viel Potenzial bleibt der Aktie noch?

E.ON-Aktie legt zu – warum Anleger wieder zugreifen

Bei E.ON scheint sich die Stimmung an der Börse langsam wieder aufzuhellen. Die Aktie steigt am Dienstag zeitweise auf rund 17,77 € und gewinnt damit knapp +1,5 % gegenüber dem Vortag. Das klingt zunächst nicht nach einer außergewöhnlichen Kursbewegung, allerdings fällt die Entwicklung im Vergleich zum Gesamtmarkt auf. Während der DAX zeitgleich rund -0,8 % verliert, gehört E.ON zu den stärkeren Werten im Index. Auch über mehrere Handelstage betrachtet hat sich die Aktie zuletzt wieder etwas erholt.

Ein einzelner Auslöser für den heutigen Kursanstieg lässt sich bislang nicht eindeutig ausmachen. Allerdings gibt es einige Entwicklungen, die E.ON für Anleger wieder attraktiver machen könnten. Dazu gehört vor allem die Übernahme des britischen Energieversorgers OVO, die Anfang Oktober nach der Genehmigung durch die britischen Wettbewerbsbehörden abgeschlossen wurde.

Mit dem Zukauf stärkt E.ON seine Position auf dem britischen Energiemarkt erheblich. Während E.ON Next zuvor bereits rund 5,6 Millionen Kunden versorgte, kommen durch OVO weitere vier Millionen hinzu. Zusammen betreuen beide Unternehmen damit künftig etwa 9,6 Millionen Kunden in Großbritannien. E.ON verspricht sich davon nicht nur eine größere Kundenbasis, sondern auch Vorteile bei der Digitalisierung und der Entwicklung neuer Energiedienstleistungen.

Allerdings ist die Übernahme nicht automatisch ein Garant für höhere Gewinne. Schließlich gilt das klassische Energievertriebsgeschäft als wettbewerbsintensiv, während die Integration eines Unternehmens mit mehreren Millionen Kunden ebenfalls Kosten verursachen kann. Wie stark sich der Zukauf tatsächlich auf die Geschäftszahlen auswirkt, muss sich deshalb erst noch zeigen.

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E.ON setzt auf Stromnetze und auch KI könnte das Wachstum antreiben

Abseits der jüngsten Übernahme steckt für E.ON vor allem im Ausbau der europäischen Stromnetze einiges an Potenzial. Denn der Energiebedarf steigt nicht nur durch Elektroautos und Wärmepumpen. Auch der Boom rund um künstliche Intelligenz sorgt dafür, dass immer größere Rechenzentren ans Stromnetz angeschlossen werden müssen. Für einen Konzern wie E.ON, der einen großen Teil der deutschen Stromverteilnetze betreibt, bedeutet das langfristig zusätzliche Investitionen und neue Einnahmemöglichkeiten.

Bis 2030 will E.ON rund 48 Milliarden € investieren, wobei der Großteil in den Ausbau und die Modernisierung der Stromnetze fließen soll. Allein im ersten Halbjahr 2026 investierte das Unternehmen bereits rund drei Milliarden €. Dass sich diese Ausgaben zunehmend auszahlen, zeigen die jüngsten Geschäftszahlen. Das bereinigte EBITDA stieg in den ersten sechs Monaten leicht auf 5,4 Milliarden €, während der bereinigte Konzernüberschuss um 5 % auf rund 1,9 Milliarden € zulegte.

Auch für das Gesamtjahr hält E.ON an seiner bisherigen Prognose fest. Das Management rechnet weiterhin mit einem bereinigten EBITDA zwischen 9,4 und 9,6 Milliarden € sowie einem bereinigten Konzernüberschuss von 2,7 bis 2,9 Milliarden €. Große Wachstumssprünge wie bei manchen Technologieunternehmen sind damit zwar nicht zu erwarten, allerdings bietet das regulierte Netzgeschäft vergleichsweise planbare Einnahmen.

Ganz ohne Risiken ist diese Entwicklung aber nicht. Schließlich muss E.ON die milliardenschweren Investitionen finanzieren, während die möglichen Renditen im deutschen Stromnetzgeschäft stark von den Vorgaben der Bundesnetzagentur abhängen. Im August hatte ein neuer Regulierungsentwurf bereits für deutliche Kursverluste gesorgt, weil Anleger niedrigere Renditen auf zukünftige Netzinvestitionen befürchteten. Hinzu kommen die höheren Finanzierungskosten, die bei einem Unternehmen mit großem Kapitalbedarf schnell auf die Gewinne drücken können.

Analysten sehen weiterhin Kurspotenzial

Nach der jüngsten Erholung lohnt sich auch ein Blick auf die Einschätzungen der Analysten. Denn obwohl die E.ON-Aktie seit ihrem Frühjahrshoch deutlich nachgegeben hat, trauen ihr zahlreiche Banken weiterhin höhere Kurse zu.

So hat die UBS ihre Einschätzung Anfang September auf „Buy“ angehoben und das Kursziel auf 20 € erhöht. Berenberg sieht die Aktie sogar bei 21 €, während Jefferies mit einem Kursziel von 22,70 € noch optimistischer ist. Auch JPMorgan erwartet mit 21,70 € deutlich höhere Kurse. Etwas vorsichtiger bleibt dagegen RBC Capital Markets, die E.ON mit „Hold“ und einem Kursziel von 19 € bewertet.

Ausgehend vom aktuellen Kurs bei rund 17,77 € ergibt sich damit durchaus Aufwärtspotenzial. Bereits das Kursziel der UBS bei 20 € würde einem Anstieg von rund 12,5 % entsprechen. Bei den von Jefferies erwarteten 22,70 € wären es sogar knapp 28 %. Das zeigt, dass einige Analysten die jüngste Kursschwäche eher als vorübergehende Belastung betrachten und weiterhin auf das langfristige Wachstum im Netzgeschäft setzen.

Allerdings muss sich erst zeigen, ob die aktuelle Erholung tatsächlich länger anhält. Schließlich notiert E.ON weiterhin unter den Höchstständen des laufenden Jahres. Die nächsten Geschäftszahlen am 11. November könnten hier für neue Bewegung sorgen. Dann wird sich zeigen, wie sich das Netzgeschäft entwickelt hat und ob die jüngste OVO-Übernahme bereits zusätzliche Erkenntnisse für den Ausblick liefert.

ℹ️ E.ON in Kürze

  • E.ON (WKN: ENAG99)  ist einer von Europas größten Energieversorgern. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Energienetze und Kundenlösungen (Strom- und Gaslieferungen an Privat- und Geschäftskunden).
  • Der Konzern ist in mehreren europäischen Ländern tätig, der Hauptsitz befindet sich in Essen in Nordrhein-Westfalen.
  • Die im DAX gelistete Aktie wird aktuell mit 47,75 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Die E.ON-Aktie kann sich gegen den schwachen Gesamtmarkt behaupten und setzt ihre jüngste Erholung fort. Auch wenn ein klarer Auslöser für den heutigen Anstieg fehlt, bieten die abgeschlossene OVO-Übernahme und der geplante Ausbau der Stromnetze langfristig weitere Wachstumschancen. Mehrere Analysten sehen mit Kurszielen zwischen 20 und 22,70 € noch deutliches Aufwärtspotenzial.

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