Der Euro steht erneut massiv unter Druck. Mitte Oktober fiel die Gemeinschaftswährung zeitweise auf rund 1,11 US$ und damit auf den tiefsten Stand seit Mai 2025. Allein seit Ende August verlor sie mehr als 5% gegenüber dem US-Dollar. Für Europas Wirtschaft ist das ein weiteres Warnsignal. Doch ausgerechnet für exportorientierte Unternehmen könnte sich die Entwicklung als Glücksfall erweisen.
Denn während ein schwacher Euro Importe verteuert und die Kaufkraft belastet, verbessert er gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Produkte auf dem Weltmarkt. Besonders Unternehmen mit hohen Umsätzen außerhalb der Eurozone könnten davon profitieren.
Warum der Euro immer stärker unter Druck gerät
Hinter der jüngsten Schwäche stehen gleich mehrere Belastungsfaktoren. Die angespannte Haushaltslage Frankreichs verunsichert Investoren, während hohe Energiepreise die europäische Wirtschaft belasten.
Gleichzeitig profitiert der US-Dollar von vergleichsweise hohen amerikanischen Zinsen. Selbst die jüngsten Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank konnten den Abwärtstrend des Euro bislang nicht nachhaltig stoppen.
Am 19. Oktober notierte die Gemeinschaftswährung erneut bei rund 1,12 US$. Damit bleibt der Druck auf Europas Währung bestehen.
Exportkonzerne könnten zu den Gewinnern gehören
Für international tätige Unternehmen hat die Euro-Schwäche einen entscheidenden Vorteil: Ihre Produkte werden für Käufer außerhalb des Euroraums günstiger, sofern die Verkaufspreise nicht entsprechend angepasst werden.
Noch interessanter ist der sogenannte Währungseffekt. Erzielt ein europäischer Konzern beispielsweise einen Umsatz von einer Milliarde US-Dollar, steigt dessen Gegenwert in Euro, wenn die Gemeinschaftswährung fällt.
Davon könnten insbesondere Maschinenbauer, Industrieausrüster, Chemieunternehmen und Hersteller hochwertiger Konsumgüter profitieren. Unternehmen mit starker Marktposition und hohen Auslandserlösen besitzen dabei einen besonders attraktiven Hebel.
Die nächste Gewinnüberraschung?
Allerdings profitieren nicht alle Exporteure gleichermaßen. Wer Rohstoffe oder Vorprodukte in US-Dollar einkauft, muss gleichzeitig höhere Kosten verkraften. Auch US-Zölle, Währungsabsicherungen und eine schwächere Weltkonjunktur können mögliche Vorteile begrenzen.
Entscheidend wird deshalb, welche Unternehmen ihre Kosten überwiegend in Euro tragen, gleichzeitig hohe Einnahmen in Fremdwährungen erzielen und über eine starke Preissetzungsmacht verfügen.
Genau hier könnte die aktuelle Euro-Schwäche für überraschende Gewinnsteigerungen sorgen. Sollten die Wechselkurse über längere Zeit niedrig bleiben, könnten sich positive Währungseffekte zunehmend in den Geschäftszahlen bemerkbar machen.
Welche drei Export-Aktien aus unserer Sicht besonders stark von der anhaltenden Euro-Schwäche profitieren könnten, zeigen wir Dir nach der Freischaltung.