Gerresheimer-Aktie: Trotz der deutlichen Kurserholung noch einsteigen?
Ertrag deutlich gesteigert
Nach dem schwächeren ersten Quartal fielen die jüngsten Geschäftszahlen insbesondere beim operativen Ergebnis deutlich besser aus.
Das EBIT verbesserte sich gegenüber dem Vorquartal um 35 Millionen € auf 102 Millionen €. Die EBIT-Marge stieg auf 17,6%.
Auch der Konzernumsatz erhöhte sich um 55 Millionen € auf 578 Millionen €. Der größte Wachstumstreiber war das Segment Containment & Delivery Systems.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lagen Umsatz und EBIT allerdings weiterhin unter den damaligen Werten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Auswirkungen der Unternehmensverkäufe in diesem Vergleich noch nicht bereinigt wurden.
Insgesamt zeigen die Quartalszahlen eine deutliche operative Verbesserung. Für das zweite Halbjahr wird eine weitere Belebung erwartet. Neben steigenden Erträgen soll sich auch die Finanzlage des Konzerns spürbar verbessern.
CFO Wolf Lehmann erklärte:
Unser Transformationsprogramm gto beginnt zu greifen. Wir erwarten zudem kurzfristig den Abschluss des Verkaufs von Centor und der Verkaufsprozess von Primary Packaging Plastics schreitet planmäßig zügig voran.
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Unternehmensverkäufe vor dem Abschluss
Ein wesentlicher Bestandteil der finanziellen Stabilisierung sind die geplanten Verkäufe der US-Tochter Centor sowie des Geschäftsbereichs Primary Packaging Plastics.
Für beide Transaktionen wurden Verkaufsverträge geschlossen. Insgesamt wird ein Verkaufserlös von rund 1,5 Milliarden € erwartet.
Der Mittelzufluss soll vor allem zur Tilgung von Finanzverbindlichkeiten verwendet werden. Der Abschluss der Transaktionen ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.
Gelingt die Umsetzung wie geplant, dürfte sich die Verschuldung deutlich reduzieren. Damit würde Gerresheimer einen wichtigen Schritt zur Bewältigung der bilanziellen Probleme machen.
Allerdings ist die finanzielle Sanierung erst dann als abgeschlossen anzusehen, wenn die Verkäufe tatsächlich vollzogen und die Erlöse entsprechend verwendet wurden.
Entlang dieser Meilensteine soll Gerresheimer durch eine neue Kapitalstruktur langfristig wieder auf eine solide finanzielle Basis gestellt werden.
Bewertung
Gerresheimer hat zuletzt wichtige Fortschritte erzielt. Die Konzentration auf die Kerngeschäfte und das Transformationsprogramm zeigen erste positive Auswirkungen auf die operative Entwicklung. Gleichzeitig könnten die geplanten Unternehmensverkäufe die Bilanz deutlich entlasten.
Auch das Interesse institutioneller Investoren sorgt für Aufmerksamkeit. Goldman Sachs überschritt zuletzt eine Beteiligungsschwelle von 10 %. Nach eigenen Angaben handelt es sich dabei jedoch nicht um eine strategische Beteiligung, sondern um Aktivitäten im Rahmen der Kundenbetreuung. Daraus lässt sich deshalb kein eindeutiges Signal für eine gezielte langfristige Investition ableiten.
Für die weitere Kursentwicklung kommt es vor allem auf drei Faktoren an: Operative Erholung. Finanzielle Gesamtsituation sowie die kommenden Quartalsberichte und Jahresprognose für 2027.
Ein Teil der wirtschaftlichen Verbesserung ist bereits eingepreist.
ℹ️ Gerresheimer in Kürze
- Die Gerresheimer AG (WKN: A0LD6E) stellt Spezialprodukte in den Bereichen Glas und Kunststoff insbesondere für die Pharma- sowie Healthcare-Industrie her und gilt als weltweit führender Schlüssellieferant für diese Branchen. Die Produkte reichen vom Insulin-Pen bis zu Ampullen, aber auch schnöde Parfümflakons gehören zum Portfolio.
- Der Hauptsitz ist in Düsseldorf, daneben ist der Konzern weltweit mit Standorten in Europa, Asien und Amerika vertreten.
- Die Aktie ist im SDAX gelistet, die Marktkapitalisierung beträgt aktuell etwa 1,05 Milliarden €.
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Fazit
Insgesamt halte ich die Krise für beendet. Das Unternehmen befindet sich wieder auf dem Weg zur Normalität.
Trotz des bisherigen Kursanstieges sehe ich mittelfristig weiteres Kurspotenzial. Dann dürften Kurse von 40 € realistisch sein. Bei den Analysten fällt JP Morgan mit einem Zielkurs von 46 € auf.
Anleger sollte bei dem aktuellen Kursniveau eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen: Kursrücksetzer dürften immer wieder auftreten.
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