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Société Générale-Aktie: Die bessere Deutsche Bank?

Eine Analyse
Die Société Générale-Aktie konnte ihre Kursgewinne nicht halten. Nachdem sie im August zeitweise auf rund 85 € gestiegen war, geriet sie deutlich unter Druck. Am Dienstag notiert sie aktuell bei etwa 60,90 €. Damit fiel die Aktie stärker als die der Deutschen Bank. Hier stellt sich die Frage: Lohnt sich ein Einstieg auf dem jetzigen Kursniveau?

Frankreichs Staatsverschuldung als Belastungsfaktor

Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor ist die angespannte Finanzlage Frankreichs. Die Staatsverschuldung ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen; aktuell liegt sie bei etwa 3,6 Billionen €.

Auch im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) fällt die Verschuldung mit 119% hoch aus. Im Vergleich dazu weist Deutschland eine deutlich niedrigere Schuldenquote auf. Im Verhältnis zum BIP liegt sie hierzulande bei 63,5%.

Zusätzliche Unsicherheit bringt die politische Entwicklung. Vor den für 2027 anstehenden französischen Präsidentschaftswahlen könnten weitere Risiken bezüglich der Verschuldung beinhalten.

Die Nervosität zeigt sich auch am Anleihemarkt; das Zinsniveau für neue Staatsanleihen ist deutlich gestiegen. Seit Februar stieg es von etwa 3,2 auf 4,9%

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Warum höhere Anleiherenditen für Banken problematisch sein können

Für die Société Générale ist die Entwicklung am französischen Staatsanleihemarkt aus mehreren Gründen relevant. Steigende Marktzinsen drücken grundsätzlich die Kurse bereits ausgegebener Anleihen. Daraus können für Banken Bewertungsverluste entstehen. Die notwendigen Abschreibungen könnten die Ertragslage negativ beeinflussen.

Die französische Staatsverschuldung ist deshalb ein ernst zu nehmender Risikofaktor. Banken diversifizieren jedoch ihr Anleiheportfolio und sichern es oftmals auch ab.

Gewinn steigt deutlich – Renditeziele bleiben ambitioniert

Operativ entwickelte sich die Société Générale zuletzt positiv. Im ersten Halbjahr stieg der Nettogewinn nach den vorliegenden Angaben um 13,9% gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf rund 3,5 Milliarden €.

Ein wichtiger Maßstab ist die Rendite des materiellen Eigenkapitals (ROTE). Die Société Générale strebt an, diese Kennzahl bis 2029 auf 13 bis 14% zu steigern, aktuell liegt sie bei 11%. Der nächste Quartalsbericht dürfte weitere Hinweise darauf liefern, ob sich der positive Trend fortsetzt.

Bewertung

Der Kursrückgang allein macht eine Aktie noch nicht günstig. Entscheidend ist, in welchem Verhältnis der Börsenwert zur nachhaltig erzielbaren Ertragskraft steht.

Im Vergleich zur Deutschen Bank und anderen europäischen Großbanken ist die Société Générale niedrig bewertet. Als Vergleich wird unter anderem die Marktkapitalisierung im Verhältnis zum Umsatz herangezogen. Demnach liegt dieser Faktor bei der Société Générale bei etwa 0,5, bei der Deutschen Bank bei rund 0,8 und bei UniCredit bei mehr als 2.

Für einen direkten Vergleich mit der Deutschen Bank wären jedoch weitere wichtige Kennzahlen notwendig. Die Unternehmensbewertung liefert jedoch einen ersten Eindruck.

Was für die Aktie spricht, ist die gute Dividendenrendite von aktuell 2,6%. Hier dürfte es zu weiteren Dividendenanhebungen kommen.

ℹ️ Société Générale in Kürze

  • Die Société Générale (WKN: 873403) ist eines der größten Kreditinstitute Europas weltweit. Die französische Universalbank richtet sich mit ihren Services sowohl an Privat- und Unternehmens- wie auch an institutionelle Kunden.
  • Der Hauptsitz befindet sich in Paris. Weltweit agiert sie in etwa 60 Ländern.
  • Die Aktie ist an der Euronext notiert und wird aktuell mit ca. 44 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Die schlechte Finanzsituation sowie politische Risiken von Frankreich dürfte zu den Kursrückgängen eine Rolle spielen. Letztlich sind jedoch die fundamentalen Daten entscheidend und hier sieht es gut aus.

Ich halte die Aktie der Société Générale momentan für unterbewertet. Die Aktie der Deutschen Bank halte ich ebenfalls für unterbewertet. Beide Werte besitzen nach dem Kursrückgang wieder Potenzial. Welche Aktie mehr Potenzial besitzt kann nicht abschließend beantwortet werden.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.