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Siemens-Aktie: Abverkauf als Einstiegschance?

ABB-Zahlen belasten
Die Siemens-Aktie gerät weiter unter Abgabedruck. Nach einem schwachen Wochenstart verliert der Kurs des Münchener Technologiekonzerns am Dienstag zeitweise sogar mehr als -4% und ist damit schwächster DAX-Wert. Das steckt hinter dem Abverkauf und so sollten sich Anleger nun verhalten.

ABB zieht die gesamte Branche nach unten

Der aktuelle Rückschlag ist vor allem auf den Druck innerhalb des Industriesektors zurückzuführen. Auslöser sind die Quartalszahlen des Schweizer Konkurrenten ABB. Zwar legte dessen vergleichbarer Auftragseingang um beeindruckende 40% zu, insbesondere dank der starken Nachfrage aus dem Rechenzentrumsgeschäft. Doch die Erwartungen waren hoch, während der Gewinn je Aktie enttäuschte und der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 2% zurückging. Auch die leichte Anhebung der Jahresprognose reichte nicht für neue Kursfantasie.

Die Folge: ABB gerät kräftig unter Druck und reißt Siemens mit nach unten. Dabei bleiben Elektrifizierung, Automatisierung und der Ausbau der KI-Infrastruktur langfristige Wachstumstreiber. Analystin Daniela Costa von Goldman Sachs sieht hier grundsätzlich positive Perspektiven für Siemens. Kurzfristig zeigt sich jedoch, dass selbst aussichtsreiche Branchen nicht vor Gewinnmitnahmen gefeit sind, wenn die Erwartungen bereits hoch gesteckt sind.

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Analysten werden vorsichtiger – Chancen bleiben

Zusätzlichen Gegenwind liefern die Analysten. Jefferies stufte Siemens bereits letzte Woche von „Buy“ auf „Hold“ herab, hob das Kursziel gleichzeitig aber von 277 auf 300 € an. Die Begründung: Der Konzern starte mit einer starken Auftragslage und verbesserter Prognosetransparenz ins neue Geschäftsjahr. Das dürfte Wachstum und operative Hebel unterstützen. Allerdings seien diese positiven Faktoren inzwischen weitgehend eingepreist.

Ein höheres Kursziel bei gleichzeitig vorsichtigerer Empfehlung signalisiert nicht zwangsläufig sinkende Geschäftsaussichten, sondern kann auf begrenztes kurzfristiges Überraschungspotenzial hindeuten. Der Analystenkonsens bleibt indes mehrheitlich positiv, das mittlere Kursziel beträgt 311,85 €. Die kommenden Geschäftszahlen am 12. November werden deshalb zum entscheidenden Prüfstein. Im Fokus stehen die Nachfrage nach Rechenzentrumstechnik, die Entwicklung der Automatisierungssparte und die Perspektiven für das neue Geschäftsjahr.

Auch die Bewertung verdient einen Blick. Mit einem geschätzten KGV von 23 ist Siemens günstiger als Schneider Electric mit einem Gewinnmultiple von rund 30 und ABB mit einem KGV von 27. Der Abschlag könnte eine Chance darstellen, sofern Siemens seine Wachstums- und Margenziele erreicht.

Charttechnik: Jetzt wird es spannend

Nach dem Rekordhoch von Ende August ist die Siemens-Aktie in eine Konsolidierung übergegangen. Der jüngste Rücksetzer hat den Kurs nun zurück an die 200-Tage-Linie geführt. Hier könnte sich eine Möglichkeit zur Trendumkehr ergeben.

Entscheidend ist, ob die Käufer den Bereich verteidigen. Fällt die Aktie nachhaltig unter das September-Tief bei 257,65 €, droht eine Ausweitung der Korrektur. Weitere Unterstützungen liegen bei 250,15 bis 252,65 € sowie bei 244,60 €. Dreht der Kurs dagegen nach oben und überwindet das Zwischenhoch bei 291,70 €, rücken zunächst die psychologisch wichtige Marke von 300 € und anschließend das nächste Fibonacci-Ziel bei 328,80 € in den Blick.

ℹ️ Siemens SE in Kürze

  • Die Siemens AG (WKN: 723610) ist ein weltweit führendes Unternehmen der Elektronik und Elektrotechnik. Der Konzern ist weltweit schwerpunktmäßig in den Bereichen Mobilität, Industrie und Digitalisierung tätig.
  • Neben dem Hauptsitz in München unterhält der Konzern Niederlassungen weltweit.
  • Siemens ist der größte Anteilseigner bei den ausgelagerten Töchtern Siemens Energy und Siemens Healthineers. Siemens Energy dient nur noch als Finanzanlage.
  • Die Aktie ist im DAX gelistet, die Marktkapitalisierung liegt bei 196,2 Milliarden €.

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Fazit

Für mich bleibt Siemens trotz der jüngsten Kursschwäche ein aussichtsreiches Investment, zumal sich Korrekturen in der Vergangenheit wiederholt als gute Einstiegsgelegenheiten erwiesen haben. Der ABB-Effekt und die vorsichtigeren Analystenstimmen bremsen kurzfristig, ändern aber nichts an den langfristigen Chancen durch KI-Infrastruktur, Elektrifizierung und Automatisierung. Natürlich muss Siemens am 12. November liefern und die hohen Erwartungen untermauern, doch ich bleibe optimistisch, dass dies gelingen wird.

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