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Deutsche-Wohnen-Aktie: Droht hier Ungemach?

Politische Unsicherheit belastet
Die Deutschen Wohnen-Aktie befindet sich seit ihrem Hoch im Februar bei rund 24 € in einem anhaltenden Abwärtstrend. Am Dienstag notiert sie aktuell bei etwa 15,20 € und damit auf einem Kursniveau, das zuletzt 2014 erreicht wurde. Für Anleger stellt sich die Frage: Handelt es sich inzwischen um eine günstige Einstiegschance oder überwiegen die politischen Risiken?

Vergesellschaftung könnte zum Risiko werden

Derzeit sorgt die mögliche Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände in Berlin für Unsicherheit am Immobilienmarkt.

Die Linke hatte die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen zu einem zentralen Thema ihres Wahlkampfs gemacht. Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum langfristig zu sichern. In ersten Sondierungsgesprächen mit den Grünen und der SPD wurde eine mögliche Schwelle von 10.000 Wohnungen genannt. Ob diese Zahl Eingang in eine Koalitionsvereinbarung findet, bleibt abzuwarten.

Eine Vergesellschaftung wäre ein erheblicher Eingriff in die Eigentumsrechte. Ihre rechtliche Zulässigkeit und konkrete Ausgestaltung müssten gegebenenfalls gerichtlich überprüft werden. Sollte die Politik ein entsprechendes Verfahren einleiten, wären langwierige Auseinandersetzungen mit den betroffenen Immobilienunternehmen denkbar.

Die Deutsche Wohnen wäre davon besonders betroffen, da sich rund 100.000 ihrer Wohnungen in Berlin befinden.

Im Fall einer Vergesellschaftung wäre zudem die Höhe einer möglichen Entschädigung von zentraler Bedeutung. Als mögliche Entschädigungssumme wurde ein Betrag von 16 Milliarden € genannt. Wie eine solche Entschädigung konkret berechnet und finanziert werden könnte, ist jedoch offen.

Ob es tatsächlich zu einer Vergesellschaftung kommt, wann ein entsprechendes Verfahren beginnen könnte und welche rechtlichen Hürden zu überwinden wären, lässt sich derzeit nicht verlässlich abschätzen.

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Leichter Ertragsrückgang erwartet

Im Halbjahresbericht bestätigte die Deutsche Wohnen ihre Prognose für das Gesamtjahr. Demnach wird beim bereinigten operativen Ergebnis vor Steuern (EBT) ein Wert leicht unter dem Vorjahresniveau von 575 Millionen € erwartet.

Dieser Rückgang sollte nicht überbewertet werden. Unter anderem können Bestandsverkäufe das Ergebnis beeinflussen. Im ersten Halbjahr wurden bereits 287 Millionen € erreicht.

Die operative Entwicklung liefert damit bislang keinen Hinweis auf einen drastischen Ergebniseinbruch.

Bewertung: Politische Unsicherheit belastet die Aktie

Die Debatte über eine mögliche Vergesellschaftung hat die Unsicherheit rund um die Deutsche Wohnen erhöht. Sollte das Vorhaben konkretisiert und in einer Koalitionsvereinbarung verankert werden, könnte dies den Aktienkurs zusätzlich unter Druck setzen.

Auch mögliche gesetzgeberische Gegenmaßnahmen auf Bundesebene könnten die weitere Entwicklung beeinflussen. Entscheidend wird sein, welche konkreten rechtlichen Regelungen vorgeschlagen werden und ob sie tatsächlich umgesetzt werden.

Abseits dieses politischen Risikos erscheint die operative Lage auf Basis der bestätigten Prognose vergleichsweise stabil.

ℹ️ Deutsche Wohnen in Kürze

  • Die Berliner Deutsche Wohnen (WKN: A0HN5C) SE ist ein Wohnungskonzern mit dem Fokus auf deutsche Ballungsgebiete.
  • Das Portfolio umfasst rund 140 000 Wohn- und Gewerbeeinheiten. Großaktionär mit knapp 88% ist Vonovia, Deutschlands größter Immobilienkonzern.
  • Das Unternehmen wird aktuell mit ca. 6 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Unter der Gefahr einer Vergesellschaftung ist die Aktie trotz des niedrigen Kursniveaus nicht empfehlenswert. Das gilt auch für die die Aktie der Muttergesellschaft Vonovia.

Sollten die Vergesellschaftung seitens der Politik kommen, droht ein jahrelanger Rechtsstreit. Das ist Gift für die Aktien von Immobiliengesellschaften. Anleger sollten die Aktie meiden.

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