SAP-Aktie +60%: Ist die Rally bald ausgereizt?
Quartalszahlen rücken in den Fokus
Während sich die SAP-Aktie charttechnisch weiter erholt, richten sich die Blicke zunehmend auf die anstehenden Quartalszahlen. Bereits am Mittwochabend wird der Softwarekonzern seine Ergebnisse für das dritte Quartal präsentieren. Besonders wichtig dürfte dabei die Entwicklung des kurzfristigen Cloud-Auftragsbestands sein, der im zweiten Quartal um +27% auf 22,9 Milliarden € zulegte. Die Cloud-Erlöse stiegen gleichzeitig um +22%, während das Geschäft mit der Cloud ERP Suite um +25% wuchs. Allerdings warnte die UBS zuletzt vor einer möglichen Wachstumsverlangsamung beim Current Cloud Backlog und bestätigte ihre neutrale Einschätzung mit einem Kursziel von 201 €.
Zusätzliche Fantasie liefert die zunehmende Integration künstlicher Intelligenz in die Unternehmenssoftware. Erst Anfang Oktober kündigte SAP die geplante Übernahme des belgischen KI-Spezialisten TechWolf an, dessen Technologie Unternehmen einen besseren Überblick über Mitarbeiterkompetenzen und deren Einsatzmöglichkeiten ermöglichen soll. Auch die bereits übernommenen Unternehmen Dremio und Prior Labs stärken die KI-Strategie, belasten allerdings zunächst das operative Ergebnis. Entsprechend entscheidend wird sein, ob SAP neben dem Cloud-Wachstum auch bei der Profitabilität überzeugen kann. Nach der kräftigen Aktienrally dürften die Erwartungen der Anleger jedenfalls nicht gerade niedrig sein.
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Die Signallage bei SAP

Quelle: stock3
Die zuletzt favorisierte Aufwärtsbewegung hat die SAP-Aktie mittlerweile bis an den Widerstand bei 202,50 € geführt. Nach der eindrucksvollen Rally seit Juli erscheint nun zunächst ein kurzfristiges Schwungholen wahrscheinlich. Mein blaues Präferenzszenario sieht daher einen möglichen Rücksetzer in Richtung der seit September etablierten Aufwärtstrendlinie vor, die sich aktuell der Unterstützung bei 191,32 € nähert. Solange dieser Bereich verteidigt wird, favorisiere ich anschließend einen erneuten Aufwärtsimpuls mit einem nachhaltigen Ausbruch über 202,50 €. Damit würde weiteres Potenzial bis zur übergeordneten, seit Oktober 2025 bestehenden Abwärtstrendlinie im Bereich um 220 € eröffnet. Erst ein erfolgreicher Bruch dieser Trendlinie würde allerdings die mittelfristige Trendwende zusätzlich bestätigen.
Alternativ könnte sich der aktuelle Widerstand als zu hartnäckig erweisen und eine umfangreichere Korrektur auslösen. Ein nachhaltiger Rückfall unter 191,32 € würde zunächst die Unterstützung bei 179,36 € und anschließend 174,70 € in den Fokus rücken. Dort verläuft zugleich eine weitere steigende Trendlinie, sodass zumindest mit einer stärkeren technischen Gegenreaktion gerechnet werden könnte. Sollte auch diese Auffangzone aufgegeben werden, wäre die jüngste Aufwärtsstruktur erheblich beschädigt und ein Rücksetzer bis 165,80 beziehungsweise in die Unterstützungsregion zwischen 162,12 und 156,24 € denkbar. Noch allerdings bleibt die technische Ausgangslage oberhalb von 191,32 € konstruktiv.
ℹ️ SAP in Kürze
- Die SAP SE (WKN: 716460) gehört weltweit zu den größten Softwareunternehmen im Bereich der Unternehmenssteuerung. Für kleinere und mittelgroße Unternehmen bietet der Konzern Standardlösungen an, für größere Unternehmen gibt es individuelle Angebote.
- Der Hauptsitz des Konzerns ist im baden-württembergischen Walldorf, weltweit verfügt der IT-Konzern über zahlreiche Niederlassungen.
- Die Aktie des Unternehmens ist in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50 gelistet und wird an der Börse aktuell mit rund 245 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Die SAP-Aktie hat nach einer Rally von mehr als +60% die zuletzt anvisierten Kursziele abgearbeitet und steht nun unmittelbar am Widerstand bei 202,50 €. Nach einem möglichen Rücksetzer bis 191,32 € favorisiere ich weiterhin eine Fortsetzung der Erholung bis zur übergeordneten Abwärtstrendlinie um 220 €. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde das mittelfristige Chartbild deutlich aufhellen. Unterhalb von 191,32 € müsste dagegen zunächst eine tiefere Korrektur bis 179,36 beziehungsweise 174,70 € einkalkuliert werden. Die anstehenden Quartalszahlen könnten bereits für die nächste Richtungsentscheidung sorgen.
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