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ASML-Aktie -15%: Erneutes Down-Gap verschärft die Lage

Unterstützung bei 1.350 € im Visier
Die ASML-Aktie erlebt nach ihrem jüngsten Erholungsversuch einen erneuten Rückschlag und hat seit dem Oktoberhoch rund -15% verloren. In meiner letzten Analyse hatte ich oberhalb von 1.532 € eine Fortsetzung der Rally bis zum Rekordhoch bei 1.739,40 € favorisiert. Tatsächlich gelang nochmals ein Vorstoß bis 1.658,60 €, bevor die Käufer erneut das Nachsehen hatten. Mit dem heutigen Down-Gap und dem Rückfall auf aktuell 1.450,80 € ist die bullische Ausgangslage deutlich beschädigt. Droht nun sogar ein Rücksetzer bis 1.350 €?

Rekordzahlen helfen der Aktie nicht

Eigentlich hätte ASML mit den gestern veröffentlichten Quartalszahlen neue Kursfantasie entfachen können. Wie mein Kollege Alexander Hirschler unter „Ist das der Startschuss für die nächste Rallye?“ berichtete, steigerte der niederländische Halbleiterausrüster seinen Umsatz im dritten Quartal um +55% auf 11,66 Milliarden €. Der Nettogewinn sprang sogar um +133% auf 4,96 Milliarden €, während die Bruttomarge mit 57,5% ebenfalls überzeugte. Überdies hob das Management seine Jahresprognose auf 44 bis 45 Milliarden € Umsatz an. Dennoch ist die anfänglich positive Kursreaktion inzwischen vollständig verpufft.

Besonders bemerkenswert bleibt die langfristige Nachfrage nach Lithografiesystemen für die Chipproduktion. Unternehmenschef Christophe Fouquet zufolge reichen die aktuell geplanten Produktionskapazitäten für 2027 und 2028 möglicherweise nicht aus, um sämtliche Kundenwünsche zu erfüllen. Teilweise interessieren sich Abnehmer bereits für Lieferungen bis 2030. Allerdings sorgen die jüngsten US-Inflationsdaten und die damit verbundenen Zinssorgen für erheblichen Gegenwind im gesamten Technologiesektor. Hinzu kommen die anspruchsvolle Bewertung sowie mögliche neue US-Exportbeschränkungen für China. Die operativen Perspektiven bleiben somit stark, während die Börse kurzfristig andere Prioritäten setzt.

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Zur Signallage

Quelle: stock3

Der jüngste Rückfall unter 1.532 € hat das zuvor bestätigte Kaufsignal neutralisiert und die technische Ausgangslage erheblich verschlechtert. Nach Abweisung an der frisch etablierten Abwärtstrendlinie und dem heutigen Down-Gap bleibt der Verkaufsdruck hoch. Mein blaues Präferenzszenario sieht daher zunächst eine Fortsetzung der Korrektur bis zur wichtigen Unterstützung bei 1.369,80 € vor. Dort hatten die Käufer bereits im August und September mehrfach erfolgreich gegengehalten. Eine anschließende Stabilisierung könnte eine Gegenbewegung bis 1.532 € ermöglichen. Sollte die Unterstützung allerdings nachhaltig brechen, würden die nächsten Abwärtsziele bei 1.302,40 und schließlich 1.247,40 € aktiviert.

Alternativ könnten die Käufer bereits im aktuellen Kursbereich zurückkehren und das entstandene Down-Gap zumindest teilweise schließen. Dafür müsste die Aktie zunächst 1.532 € zurückerobern und anschließend den Widerstandsbereich um 1.570 € überwinden. Gelingt dies, wäre ein erneuter Anlauf auf die fallende Abwärtstrendlinie und die Marke von 1.658,60 € denkbar. Erst ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde die Chancen auf eine Fortsetzung der übergeordneten Rally bis zum Rekordhoch bei 1.739,40 € wieder deutlich verbessern. Bis dahin bleiben Erholungsversuche aus meiner Sicht anfällig für erneute Gewinnmitnahmen.

ℹ️ ASML in Kürze

  • ASML (WKN: A1J4U4) mit Sitz im niederländischen Veldhoven ist ein international führender Ausrüster für die Halbleiterindustrie.
  • Im Bereich Lithographie-Systeme ist das Unternehmen weltweiter Technologie- und Marktführer. Die komplexen Maschinen werden zur Herstellung von effizienten und leistungsstarken Mikrochips benötigt.
  • Zu den Kunden von ASML gehören alle großen Chiphersteller der Welt.
  • ASML ist Mitglied im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 und mit einem Börsenwert von aktuell 558 Milliarden € das wertvollste Unternehmen Europas.

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Fazit

Die ASML-Aktie zeigt trotz überzeugender Quartalszahlen erhebliche technische Schwäche. Nach dem erneuten Down-Gap und dem Bruch von 1.532 € favorisiere ich zunächst eine Fortsetzung der Korrektur bis 1.369,80 €. Dort könnte eine technische Gegenbewegung einsetzen, während unterhalb dieser Marke sogar 1.302,40 beziehungsweise 1.247,40 € drohen. Erst eine nachhaltige Rückeroberung von 1.532 € würde die kurzfristigen Aussichten wieder aufhellen. Die Bären haben aktuell klar das Kommando übernommen.

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