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Tech-Aktien: Diese 3 Titel haben gerade Wall-Street-Rückenwind

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Redaktion
Microsoft, Palantir und Marvell Technology haben in der vergangenen Woche positive Analystenbewertungen erhalten. Während alle drei Unternehmen vom anhaltenden KI-Boom profitieren könnten, überzeugt Marvell Technology im Vergleich aus Wachstumsaussichten und Bewertung besonders.

Die künstliche Intelligenz bleibt ein zentraler Wachstumstreiber an den Aktienmärkten. Insbesondere Unternehmen, die von der zunehmenden Verbreitung von KI-Anwendungen, dem Ausbau von Rechenzentren und steigenden Anforderungen an die Datensicherheit profitieren, stehen im Fokus der Wall Street. In der vergangenen Woche haben gleich drei Technologiekonzerne ihre Analystenbewertungen verbessert: Microsoft, Palantir Technologies und Marvell Technology. Obwohl alle drei Unternehmen über aussichtsreiche Wachstumstreiber verfügen, erscheint Marvell mit Blick auf das Verhältnis zwischen erwarteter Gewinnentwicklung und Aktienbewertung besonders interessant.

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Microsoft-Aktie

Am 5. Oktober stufte Ben Reitzes von Melius Research die Microsoft-Aktie von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch. Das Kursziel von 665 US-Dollar signalisiert ausgehend vom damaligen Aktienkurs ein Aufwärtspotenzial von rund 25 Prozent.

Ein wesentlicher Grund ist das Potenzial von Microsofts Cybersicherheitsangeboten im Zusammenhang mit KI-Agenten. Angesichts steigender Sicherheitsanforderungen könnten Unternehmen verstärkt auf etablierte Schutzlösungen setzen. Microsoft profitiert dabei von seinen langjährigen Beziehungen zu großen Unternehmenskunden und seiner etablierten Infrastruktur.

Ein Beispiel ist Agent 365, das Sicherheitsfunktionen auf KI-Agenten ausweitet. Unternehmenschef Satya Nadella verwies im Juli auf die Bedeutung dieses Angebots. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits knapp 40 Millionen Agenten auf der Plattform registriert. Das unterstreicht Microsofts Möglichkeit, bestehende Kundenbeziehungen für neue KI-Sicherheitslösungen zu nutzen.

Auch das Cloud-Geschäft bleibt ein wichtiger Wachstumsmotor. Der Umsatz von Azure und weiteren Cloud-Diensten stieg im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das im Juni endete, gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 43 Prozent. Laut Management übersteigt die Nachfrage weiterhin die verfügbaren Kapazitäten.

Die Bewertung erscheint vergleichsweise moderat: Auf Basis der Schätzungen für das Geschäftsjahr 2027 wurde Microsoft mit dem 27-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Analysten rechnen in den kommenden Jahren mit einem durchschnittlichen jährlichen Gewinnwachstum von rund 15 Prozent. Das entspricht einem Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG) von etwa 1,8.

Risiken bestehen vor allem im hohen Investitionsbedarf für den Ausbau der Rechenzentren. Verzögerungen könnten das Wachstum bremsen, während steigende Ausgaben die Margen belasten. Dennoch sprechen die starke Position im Cloud-Geschäft, die wachsende Bedeutung von KI-Sicherheit und die vergleichsweise moderate Bewertung für langfristige Kurschancen.

Palantir Technologies-Aktie

Am 8. Oktober stufte Gabriela Borges von Goldman Sachs die Palantir-Aktie von „Neutral“ auf „Kaufen“ hoch. Das neue Kursziel von 230 US-Dollar lag rund zehn Prozent über dem damaligen Kursniveau.

Die Analystin sieht weiteres Wachstumspotenzial, weil Unternehmen zunehmend die Kontrolle über ihre Daten und KI-Modelle behalten wollen. Diese Entwicklung könnte die Nachfrage nach Palantirs spezialisierten Softwarelösungen steigern, insbesondere bei Kunden mit hohen Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit.

Ein wichtiger Bestandteil des Angebots ist die Artificial Intelligence Platform (AIP). Sie ermöglicht Unternehmen, KI-Modelle auf Basis eigener Daten zu entwickeln und einzusetzen. So können Kunden ihre proprietären Informationen nutzen, ohne sie zwangsläufig zum Training fremder Modelle bereitstellen zu müssen. Dies könnte Palantir einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Die Geschäftsaussichten sind ambitioniert: Für 2026 stellte das Management einen Umsatz von rund 8,1 Milliarden US-Dollar in Aussicht, etwa 82 Prozent mehr als 2025. Analysten erwarten zudem ein durchschnittliches jährliches Gewinnwachstum von rund 53 Prozent in den kommenden Jahren.

Allerdings ist viel Wachstum bereits eingepreist. Nach einem Kursanstieg von rund 65 Prozent innerhalb von drei Monaten wurde Palantir mit dem 123-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet. Das PEG-Verhältnis liegt bei etwa 2,3 und damit über den Vergleichswerten von Microsoft und Marvell.

Trotz der überzeugenden Perspektiven bleibt die hohe Bewertung ein wesentlicher Risikofaktor. Selbst wenn Palantir seine ambitionierten Ziele erreicht, sind kurzfristige Kursgewinne nicht garantiert. Im Vergleich zu Marvell erscheint die Aktie daher weniger attraktiv, wenn das erwartete Wachstum dem dafür zu zahlenden Preis gegenübergestellt wird.

Marvell Technology-Aktie

Marvell Technology ist unter den drei hochgestuften Aktien der bevorzugte Kandidat für neue Investitionen. Am 7. Oktober stufte TD Cowen die Aktie von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch und setzte das Kursziel auf 350 US-Dollar – rund 27 Prozent über dem damaligen Kursniveau.

Ausschlaggebend ist das Wachstumspotenzial bei Verbindungstechnologien für KI-Rechenzentren. Dazu gehören Halbleiter und optische Komponenten, die den schnellen Datentransfer zwischen Prozessoren, Beschleunigern und Speichersystemen ermöglichen. Mit steigenden Anforderungen an KI-Anwendungen gewinnt diese Infrastruktur zunehmend an Bedeutung. Zugleich sieht TD Cowen die Risiken im Geschäft mit kundenspezifischen Chips, insbesondere hinsichtlich Kundenkonzentration und Margen, inzwischen weniger kritisch.

Auch die Umsatzperspektiven sind ambitioniert: Vorstandschef Matt Murphy stellte für das Geschäftsjahr 2028 einen Umsatz von rund 20 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Darüber hinaus soll das Geschäft mit kundenspezifischen Halbleitern von etwa 1,5 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr 2025 auf rund zwölf Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2029 wachsen. Treiber sind unter anderem die zunehmende Nutzung von KI-Inferenz und KI-Agenten sowie die Investitionen großer Cloud-Anbieter.

Die Bewertung bleibt anspruchsvoll. Auf Basis der Gewinnschätzungen für 2027 wurde Marvell mit dem 65-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Angesichts des prognostizierten jährlichen Gewinnwachstums von rund 49 Prozent liegt das PEG-Verhältnis jedoch bei etwa 1,3 und damit unter den Vergleichswerten von Microsoft und Palantir.

Damit bietet Marvell im Vergleich der drei Aktien das attraktivste Verhältnis von Wachstum und Bewertung. Sollte das Unternehmen seine Prognosen erfüllen, könnte die Aktie das Kursziel von 350 US-Dollar erreichen und langfristig weiteres Potenzial erschließen. Voraussetzung bleibt, dass die Nachfrage nach KI-Infrastruktur anhält und Marvell seine Wachstumsziele tatsächlich umsetzt.

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Redaktion

Fazit

Microsoft, Palantir Technologies und Marvell Technology profitieren auf unterschiedliche Weise vom Ausbau künstlicher Intelligenz. Microsoft überzeugt mit seinem etablierten Cloud-Geschäft und zusätzlichen Chancen im Bereich der KI-Sicherheit. Palantir punktet mit Softwarelösungen, die Unternehmen mehr Kontrolle über ihre Daten und KI-Anwendungen ermöglichen, ist angesichts seiner hohen Bewertung jedoch anspruchsvoll eingepreist. Marvell wiederum profitiert von der wachsenden Bedeutung leistungsfähiger Datenverbindungen und kundenspezifischer Chips für KI-Rechenzentren.

Im direkten Vergleich erscheint Marvell Technology am attraktivsten, da das Unternehmen ein hohes erwartetes Gewinnwachstum mit dem niedrigsten PEG-Verhältnis der drei Aktien verbindet. Das Kursziel von 350 US-Dollar verdeutlicht das mögliche Aufwärtspotenzial, ist jedoch keine Garantie für eine entsprechende Kursentwicklung. Für langfristig orientierte Anleger bleibt entscheidend, ob Marvell seine Wachstumsprognosen erfüllt, seine Margen verbessert und sich im Wettbewerb um die Infrastruktur der nächsten KI-Generation behauptet. Microsoft bietet eine vergleichsweise ausgewogene Alternative, während bei Palantir die hohe Bewertung besonders sorgfältig berücksichtigt werden sollte.

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