Nordex-Aktie: Ist sie inzwischen zu günstig geworden?
Bärenstarke Auftragsentwicklung
Beim Windkraftanlagenbauer Nordex gibt es heute frische, sehr positive Neuigkeiten aus dem operativen Geschäft. Die Norddeutschen haben ihre neuesten Bestelldaten für das abgelaufene dritte Quartal 2026 vorgelegt und sie lesen sich hervorragend.
Im Projektgeschäft (ohne Service) kletterte der Auftragseingang von 2.170 Megawatt im Vorjahreszeitraum um fast 30% auf 2.810 Megawatt im abgelaufenen Vierteljahr. Insgesamt orderten Kunden zwischen Juli und September 427 Windkraftanlagen in zehn Ländern.
In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 summierte sich der Auftragseingang damit auf 7.733 Megawatt, was einem Zuwachs von rund 16% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Getragen wurde das Geschäft zuletzt insbesondere von starker Nachfrage aus Märkten wie der Türkei, Deutschland und den USA.
Der durchschnittliche Verkaufspreis je Megawatt bewegte sich im dritten Quartal mit rund 0,90 Millionen € je Megawatt auf einem stabilen Niveau (im Vorjahr waren es 0,93 Mio. €/MW), was von Marktbeobachtern als Zeichen eines gesunden und disziplinierten Marktumfelds gewertet wird. Der leichte Rückgang wurde vom Nordex-Management mit regionalen Produktmixeffekten begründet.
Nordex-CEO Blanco rechnet damit, dass der Anteil internationaler Projekte an der Gesamtleistung seines Unternehmens weiter wächst. Gleichzeitig verweist er auf einen starken Auftragseingang in Deutschland und Europa.
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Ein wichtiges Chartsignal
Für die Nordex-Aktie war es ein sehr wichtiges Chartsignal, dass der Kurs beim Support von 34 € einen Boden fand. Sollte der MDAX-Titel nun auch den Widerstand bei 37 € überwinden, steht Kursen von über 40 € charttechnisch nichts mehr im Wege.
Starker Newsflow, aber noch kein Schnäppchen
Nordex versorgt die Börse derzeit wöchentlich mit guten Nachrichten. Zuletzt meldete der deutschen Windkraftkonzern fast im Tagestakt neue Aufträge.
Trotz dieses ausgezeichneten Newsflows empfehle ich die Nordex-Aktie aktuell nicht zum Kauf. Obwohl sie zuletzt auf den tiefsten Stand seit über sechs Monaten gefallen ist, kann man sie mit einem Forward-KGV von 16 immer noch nicht als Schnäppchen bezeichnen.
Zwar dürfte das Wachstum im laufenden Jahr voraussichtlich starke 16% betragen. 2027 rechnen Analysten allerdings mit einem Rückgang des Umsatzwachstums auf 8%.
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ℹ️ Nordex in Kürze
- Die Nordex SE (WKN: A0D655) mit Sitz in Hamburg entwickelt und produziert Onshore-Windkraftanlagen (für den Betrieb an Land). Außerdem ist Nordex in der Planung von Windparks bis zu deren schlüsselfertiger Errichtung tätig.
- Neben der Hauptproduktionsstätte in Rostock fertigt das Unternehmen an weiteren Standorten in Deutschland, Brasilien, Indien, Mexiko und Polen.
- Insgesamt installierte Nordex bislang Windenergieanlagen in über 40 Ländern mit einer Leistung von ca. 51 Gigawatt.
- Nordex im Mitglied im MDAX und TecDAX und an der Börse ca. 8,6 Milliarden € wert.
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Fazit
Vor diesem Hintergrund hat die Nordex-Aktie in meinen Augen etwas zu wenig Upside beim Kurs. Von Anfang 2025 bis Mitte 2026 hat sich der Aktienkurs des Windkraftkonzerns vervierfacht.
Diese Hausse war meiner Meinung nach ein wenig überzogen, weshalb der Kurs der Nordex-Aktie in den letzten Wochen auch eine „gesunde“ Korrektur vollzog. Mittlerweile ist die Aktie auf einem für meinen Geschmack vernünftigen Kursniveau angekommen. Mit größeren Kursverlusten rechne ich nicht mehr.