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Redcare-Pharmacy-Aktie: Wie viel Potenzial besteht noch?

Quartalszahlen bleiben wichtig
Die Redcare Pharmacy-Aktie konnte sich seit ihrem Tief im März bei rund 31 € deutlich erholen. Am Montag notiert sie aktuell bei etwa 72,70 € und liegt damit wieder auf dem Kursniveau zu Jahresbeginn. Nach dieser kräftigen Gegenbewegung stellt sich die Frage: Reicht die Dynamik für weitere Kurssteigerungen oder ist bereits ein Großteil der Erholung eingepreist?

Spannung vor den Quartalszahlen

Nach dem starken zweiten Quartal blicken Anleger gespannt auf die weitere Geschäftsentwicklung. Die jüngste Prognoseanhebung liefert bereits einen positiven Hinweis: Am 28. September erhöhte Redcare Pharmacy erneut seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr. Die vollständigen Zahlen für das dritte Quartal sollen am 29. Oktober veröffentlicht werden.

Der wichtigste Wachstumstreiber bleibt das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx) in Deutschland. Hier profitiert das Unternehmen von der zunehmenden Nutzung des E-Rezepts und dem Ausbau seiner Marktposition.

Besonders spannend wird die Entwicklung der Profitabilität. Im zweiten Quartal lag die bereinigte EBITDA-Marge bei 3,5%. Anleger werden darauf achten, ob Redcare dieses Niveau halten kann oder ob höhere Investitionen und Kosten die Margenentwicklung bremsen.

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Jahresprognose erneut angehoben

Redcare hat seine Jahresprognose 2026 bereits zum zweiten Mal angehoben. Im Juni erfolgte die erste Anpassung, Ende September folgte die nächste.

Das Unternehmen erwartet jetzt ein Umsatzwachstum von 16 bis 18%, nachdem zuvor 15 bis 17% in Aussicht gestellt worden waren. Für das deutsche Rx-Geschäft rechnet Redcare mit einem Umsatz von 730 bis 760 Millionen €. Das entspricht einem Wachstum von 45 bis 51% gegenüber dem Vorjahr.

Die Prognose für die bereinigte EBITDA-Marge bleibt dagegen unverändert bei 2,5 bis 3%. Damit liegt die erwartete Jahresmarge unter dem Wert des zweiten Quartals von 3,5%.

Das zeigt, worauf es jetzt ankommt: Redcare muss das starke Umsatzwachstum zunehmend in höhere operative Gewinne umsetzen. Gelingt das, könnte die Aktie weiteres Potenzial entwickeln. Bleibt die Profitabilität hinter den Erwartungen zurück, dürfte der Markt kritisch reagieren.

Bewertung: Wachstum ist nicht alles

Die erneute Prognoseanhebung unterstreicht die zunehmende Dynamik im deutschen Rx-Geschäft. Das ist ein wichtiges Signal, denn verschreibungspflichtige Medikamente könnten sich zu einem zentralen Wachstumstreiber entwickeln.

Gleichzeitig bleibt die Profitabilität ein entscheidender Faktor. Ein stark wachsender Umsatz führt nicht automatisch zu entsprechend hohen Gewinnen. Redcare muss beweisen, dass sich mit zunehmender Größe Skaleneffekte erzielen und die Kosten im Verhältnis zum Umsatz senken lassen.

An der Unternehmensspitze soll ein Wechsel stattfinden. Peter Schmid von Linstow soll neuer CEO werden und Olaf Heinrich ablösen.

Nach dem kräftigen Kursanstieg seit März ist bereits ein Teil der verbesserten Geschäftsperspektiven im Aktienkurs enthalten. Die Bewertung bleibt deshalb anfällig für Enttäuschungen, insbesondere wenn die Margenentwicklung nicht mit dem Umsatzwachstum Schritt hält.

ℹ️ Redcare Pharmacy in Kürze

  • Redcare Pharmacy (ehemals Shop Apotheke Europe) (WKN: A2AR94) ist eine Online-Versandapothekengruppe mit Hauptsitz im niederländischen Sevenum und Standorten in mehreren europäischen Ländern.
  • Das Sortiment reicht von freiverkäuflichen Arzneimitteln über verschreibungspflichtige Medikamente bis zu Nahrungsergänzungsmitteln sowie Kosmetik- und Gesundheitsprodukten.
  • Redcare Pharmacy ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und aktuell knapp 1,5 Milliarden € wert.

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Fazit

Redcare hat sich nach dem deutlichen Rückgang im Frühjahr eindrucksvoll erholt. Die erneute Anhebung der Umsatzprognose und das starke Wachstum im deutschen Rx-Geschäft sprechen dafür, dass die operative Entwicklung weiterhin Chancen bietet.

Ich sehe daher trotz des bisherigen Kursanstiegs weiteres Potenzial. Mittelfristig halte ich Kurse um 100 € für möglich. Entscheidend werden die kommenden Quartalszahlen und die Frage sein, ob Redcare das Wachstum in nachhaltig höhere Gewinne umwandeln kann.

Anleger sollten deshalb nicht allein auf die Umsatzdynamik schauen, sondern insbesondere die Entwicklung der EBITDA-Marge beobachten. Nach der kräftigen Erholung ist ein Einstieg mit Risiken verbunden; Rücksetzer bleiben möglich.

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