Atos-Aktie: Kommt nach dem Absturz die große Wende?
Die Sanierung zeigt erste Wirkung
Hinter Atos liegen schwierige Jahre, doch bei den jüngsten Halbjahreszahlen waren erstmals deutlichere Fortschritte zu erkennen. Im ersten Halbjahr stieg die operative Marge auf 5,7% und damit 2,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Sparprogramm Genesis läuft sogar schneller als geplant, das ursprünglich gesetzte Einsparziel wurde bereits zu 112% erreicht.
Beim Umsatz läuft es dagegen noch nicht rund. Im zweiten Quartal gingen die Erlöse organisch um 6,3% auf 1,66 Milliarden € zurück. Auch für das Gesamtjahr rechnet Atos weiterhin mit einem Rückgang von rund 11%. Dafür soll die operative Marge auf etwa 7% steigen, gleichzeitig erwartet das Unternehmen eine positive Entwicklung bei den liquiden Mitteln.
Etwas mehr Luft gibt es inzwischen auch bei der Finanzierung. Atos konnte die durchschnittlichen Kosten seiner Finanzverbindlichkeiten um rund 220 Basispunkte auf 7,4% senken. Dadurch sollen jedes Jahr etwa 59 Millionen € eingespart werden. Zusätzlich wurden bereits 146 Millionen € an Verbindlichkeiten zurückgezahlt.
Unterm Strich zeigt sich damit ein gemischtes Bild. Die Kosten kommen runter, die Marge verbessert sich und auch bei der Finanzierung gibt es Fortschritte. Beim Umsatz muss Atos aber noch liefern. Dort dürfte sich in den kommenden Quartalen zeigen, wie weit der Turnaround tatsächlich schon ist.
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Neue Partnerschaften bringen wieder Fantasie
Spannend wird es vor allem bei den Bereichen, auf die Atos seinen Umbau ausrichtet. Der Konzern setzt verstärkt auf Cybersecurity, agentische KI und digitale Souveränität. Laut Atos gehen dort inzwischen mehr Projekte von ersten Tests in größere Umsetzungen über.
Dazu passt auch die Meldung von Mitte September. SAP hat Atos als „Sovereign Cloud Partner“ ausgezeichnet. Atos soll damit unter anderem Unternehmen und öffentliche Einrichtungen dabei unterstützen, SAP-Systeme sowie KI-Anwendungen in souveränen Cloud-Umgebungen zu betreiben. Bei sensiblen Daten, regulatorischen Anforderungen und der Kontrolle über die eigene IT-Infrastruktur wird dieses Thema in Europa immer wichtiger.
Schon Anfang September hatte Atos eine strategische Partnerschaft mit Schwarz Digits angekündigt. Dabei wird die Cloud-Plattform STACKIT in das Angebot von Atos eingebunden. Der Konzern kann seinen Kunden damit eine europäische Cloud-Lösung anbieten, bei der Datenschutz und digitale Souveränität stärker im Vordergrund stehen.
Auch im öffentlichen Sektor gibt es neue Aufträge. Anfang September wurde Atos beispielsweise für die Weiterentwicklung digitaler Services der Stadt Barcelona ausgewählt. Dort sollen Automatisierung und KI stärker eingesetzt werden, um die IT-Dienste für städtische Mitarbeiter zu verbessern.
Solche Aufträge braucht Atos in den kommenden Quartalen. Sparen allein reicht für einen nachhaltigen Turnaround nicht aus. Der Konzern muss aus KI, Cloud und Cybersecurity wieder neues Geschäft machen und damit den Umsatzrückgang Schritt für Schritt stoppen.
ℹ️ Atos in Kürze
- Atos SE (WKN: 877757 ist ein international führender Anbieter von IT-Dienstleistungen. Der Konzern gliedert sich in die beiden Sparten Tech Foundation (klassische IT-Dienstleistungen) sowie die Sparte Cybersicherheit & Digitalisierung.
- Neben dem Hauptsitz im französischen Bezon unterhält der Konzern Niederlassungen in über 73 Ländern.
- Die Hauptbörse der Aktie ist die Euronext in Paris. Die Markkapitalisierung beträgt aktuell rund 475 Millionen €.
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Fazit
Bei Atos sind erste Fortschritte klar zu erkennen. Die Marge steigt, die Finanzierung wird günstiger und mit Partnerschaften wie SAP und Schwarz Digits versucht der Konzern, sich in Bereichen wie Cloud, KI und digitaler Souveränität neu zu positionieren. Trotzdem bleibt noch einiges zu tun. Vor allem beim Umsatz muss Atos wieder stabiler werden. Der Rückgang im zweiten Quartal zeigt, dass der Konzern operativ noch nicht über den Berg ist. Für die Aktie wird deshalb wichtig, ob Atos aus den neuen Partnerschaften und Projekten auch spürbar mehr Geschäft machen kann. Wenn die Kosten weiter sinken, die Margen steigen und der Umsatz sich stabilisiert, könnte die Turnaround-Story deutlich glaubwürdiger werden. Bis dahin bleibt die Aktie aber anfällig für stärkere Schwankungen.