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VW-Vorzugsaktie: Sind jetzt noch Kurssteigerungen zu erwarten?

Ertragsprognose gesenkt
Bei VW wird es nicht langweilig – eine Negativmeldung folgt auf die nächste. Darunter leidet die VW-Vorzugsaktie deutlich. Die Kurserholung nach der Zustimmung des Aufsichtsrats zum Sanierungspaket war nur von kurzer Dauer. Eine erneute Ertragsanpassung führte anschließend wieder zu deutlichen Kursverlusten. Am Montag notiert die Aktie aktuell bei rund 76 €. Hier stellt sich die Frage: Wie glaubwürdig ist die Jahresprognose noch?

Gewinnprognose gesenkt

Es war erneut ein Paukenschlag aus Wolfsburg. Aufgrund milliardenschwerer Abschreibungen bei der Tochter Porsche senkte der Konzern am 18. September seine Gewinnprognose.

Allein bei Porsche sollen Abschreibungen von rund 6 Milliarden € notwendig sein. Hinzu kommen weitere Sondereffekte von etwa 4 Milliarden €. Dadurch wird jetzt ein deutlich niedrigerer operativer Gewinn erwartet.

Bisher hatte Volkswagen eine operative Umsatzrendite von 4 bis 5,5% in Aussicht gestellt. Jetzt soll die Marge maximal 1% erreichen.

Der Konzernumsatz soll bei rund 315 Milliarden € liegen. Das entspräche der Mitte der bisher genannten Prognosespanne von -3 bis 0% gegenüber dem Vorjahreswert von rund 322 Milliarden €. Die Umsatzprognose war bereits im Halbjahresbericht nach unten angepasst worden.

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Porsche belastet Volkswagen

Bei Porsche laufen die Geschäfte derzeit nicht rund. Das gilt insbesondere für den chinesischen Markt. Dort halten sich die Kunden angesichts der schwierigen Lage am Immobilienmarkt mit Käufen zurück.

Im ersten Halbjahr ging der Absatz in China um 32% auf rund 14.500 Fahrzeuge zurück. Das belastet nicht nur die operative Entwicklung von Porsche, sondern wirkt sich über die Beteiligung auch auf den Volkswagen-Konzern aus.

Weiterer Personalabbau bei Porsche emphohlen

Der Volkswagen-Konzernvorstand hält bei Porsche einen zusätzlichen Abbau von 4.000 Stellen für sinnvoll. Dabei handelt es sich allerdings zunächst nur um eine Empfehlung.

Porsche-Chef Michael Leiters hält einen weiteren Stellenabbau dagegen derzeit nicht für notwendig. Es bleibe bei der bereits geplanten Reduzierung um 5.000 Stellen. Das entsprechende Sanierungspaket wurde im Juli vom Aufsichtsrat genehmigt und soll unverändert umgesetzt werden.

Damit bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt. Entscheidend dürften die kommenden Quartalsberichte werden. Sollte der Umsatz bei Porsche weiterhin deutlich zurückgehen, könnte aus der bisherigen Empfehlung eines zusätzlichen Stellenabbaus schnell eine konkrete Maßnahme werden.

Bewertung

Die erneute Ertragsanpassung – nachdem bereits die Umsatzprognose im Halbjahresbericht reduziert worden war – dürfte bei den Anlegern für zusätzliche Unsicherheit sorgen.

Auch mit Blick auf den erst vor kurzer Zeit vereinbarten Zukunftsplan 2030 kommt die erneute Prognosesenkung zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die IG Metall ruft am heutigen Montag zu bundesweiten Protesten gegen die Pläne der Autoindustrie auf. Auch von politischer Seite sind weitere Stellungnahmen möglich.

Zusätzliche Fragen wirft der unterschiedliche Umgang mit dem Personalabbau bei Porsche auf. Während der Volkswagen-Konzernvorstand weitere Einsparungen für sinnvoll hält, sieht die Porsche-Führung derzeit keinen entsprechenden Handlungsbedarf. Das wirft zumindest die Frage auf, wie eng die Vorstellungen von Mutter- und Tochtergesellschaft tatsächlich aufeinander abgestimmt sind.

Die kurze Erholung der Aktie auf rund 82 € nach der Zustimmung des Aufsichtsrats zum Sanierungspaket ist inzwischen größtenteils wieder verpufft.

ℹ️ VW in Kürze

  • Die Volkswagen AG, kurz VW, (WKN: 766400) ist ein weltweit führender Hersteller von Automobilen und Nutzfahrzeugen mit einem Portfolio von zehn Automarken. Neben der Kernmarke VW gehören unter anderem Audi, Skoda, Seat, Bentley und Porsche zum Konzern.
  • Neben dem Hauptsitz in Wolfsburg unterhält der Konzern weltweit Produktionsstätten.
  • Die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt aktuell bei etwa 41,7 Milliarden €.

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Fazit

Es zeigt sich erneut, dass die Probleme im Volkswagen-Konzern größer sein könnten als bisher von den Anlegern erwartet. Die wiederholten Anpassungen der Prognosen sorgen entsprechend für eine hohe Unsicherheit.

Trotzdem bleibe ich für die mittelfristige Entwicklung der Aktie weiterhin zuversichtlich und gehe davon aus, dass nach Abschluss der aktuellen Restrukturierungsphase wieder Kurssteigerungen möglich sind. Der Konzernumbau bleibt allerdings holprig, und weitere Kursrückschläge sind nicht auszuschließen.

2026 bleibt für Volkswagen aus meiner Sicht ein Übergangsjahr. Entscheidend wird sein, ob es dem Konzern gelingt, die angekündigten Maßnahmen tatsächlich umzusetzen und gleichzeitig die operative Ertragskraft wieder zu verbessern.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.