ServiceNow-Aktie +5%: Wieso zählt sie plötzlich zu den Tech-Gewinnern?
Rotation im Technologiesektor
Der Kursanstieg der ServiceNow-Aktie ist in erster Linie auf eine Rotation innerhalb der Tech-Branche zurückzuführen. Während der Gesamtmarkt zu Wochenbeginn durch Abgaben bei Chip- und Hardware-Herstellern unter Druck steht, fließen Mittel in etablierte Enterprise-Software-Werte wie ServiceNow.
Diese Tech-Rotation hat vor allem mit den Aussagen zweier Herren am Wochenende zu tun, und zwar Dario Amodei, Chef von Anthropic, und Sam Altman, Chef von OpenAI. Beide warnten vor dem Gefahrenpotenzial Künstlicher Intelligenz und forderten eine Drosselung des Tempos bei der Entwicklung von KI-Modellen.
Diese Forderung ist durchaus nachvollziehbar vor dem Hintergrund, dass es in den vergangenen Wochen zunehmend zu unkontrollierten Hackerangriffen und sonstigen schädlichen Aktionen von KI-Modellen kam. Für die gesamte KI-Hardware-Branche kann die gedrosselte Entwicklungsgeschwindigkeit von KI-Modellen jedoch eine verringerte Investitionstätigkeit bedeuten. Weniger KI-Einsatz benötigt schließlich geringere Rechenzentrenkapazitäten, was wieder verringerte Investitionen in Chips und sonstige Server-Hardware nach sie zieht.
Diese Sorge macht sich heute an der Börse bemerkbar. Die Aktie von KI-Hardware-Herstellern geraten mehr oder weniger stark unter die Räder.
Ganz anders reagieren hingegen die Kurse von Software-Unternehmen wie ServiceNow. Sie könnten zu den Profiteuren einer gedrosselten KI-Entwicklung werden. Schließlich sind sie nicht auf Hardware-Verkäufe angewiesen, sondern machen ihr Geschäft mit Software-Abonnements.
Du begeisterst Dich für die Entwicklung von KI? Dann bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter auf der Höhe der Zeit!
Optimistische Analysten
Ein weiterer Kurstreiber für die ServiceNow-Aktie zum Wochenbeginn ist eine positive Bewertung aus dem Analysehaus Needham. Dessen Experten erhöhten das Kursziel für den Software-Titel auf 155 US$.
Die Needham-Analysten betonen in ihrer Analyse die KI-getriebene Entwicklungsdynamik sowie das Potenzial bei Enterprise-Workflow-Automatisierungen. ServiceNow gilt am Markt weiterhin als einer der Kernprofiteure von KI-Assistenten im Unternehmenskontext.
Widerstand Jahreshoch
Nachdem die ServiceNow-Aktie Mitte April auf ein neues 5-Jahrestief gefallen war, startete sie Mitte Mai eine eindrucksvolle Erholungsrallye. In rund drei Monaten legte der Kurs um rund +70% zu und kletterte Ende August fast auf ein neues Jahreshoch. Dieses Jahreshoch bei ca. 130 US$ ist auch der Widerstand, den es nun zu überwinden gilt.
Wenig Spielraum bei der Bewertung
Die Kursziele der meisten Analysten für die ServiceNow-Aktie liegen in einer Spanne von 140 bis 170 US$. Damit sehen die Optimisten unter ihnen ein Upside von rund +30% für den Software-Titel.
Ich teile diesen verhaltenen Optimismus der Banken. In den letzten Monaten hat sich die ServiceNow-Aktie wieder stark erholt, wodurch das Forward-KGV auf 26 angestiegen ist. Zwar wächst der Software-Konzern nach wie vor dynamisch mit ca. 20%. Trotzdem bietet diese Bewertung meiner Meinung nach nicht mehr viel Spielraum nach oben.
KI-Gewinner oder doch -Verlierer?
Ungeklärt bleibt weiterhin die Frage, ob ServiceNow nun eigentlich ein KI-Gewinner oder ein KI-Verlierer ist. Für beide Positionen gibt es gute Argumente. Kurzfristig könnte der Anbieter von Workflow-Management-Software ein KI-Gewinner sein.
ServiceNow hat eine sehr breite Kundenbasis und seine Software ist bei Tausenden Unternehmen sehr tief in die Prozesslandschaft integriert. Das macht es kurzfristig schwierig, die Software zu ersetzen, weshalb viele Kunden auf die KI-Lösungen von ServiceNow setzen.
Langfristig muss das aber nicht so bleiben. Mit der rasanten Zunahme der Fähigkeiten von KI-Modellen könnte auch das Leistungsspektrum von ServiceNow unter Druck geraten — zumindest, was die Preissetzungsmacht anbelangt.
Du willst die langfristige KI-Gewinner kennenlernen? Dann wirf man einen Blick in unseren kostenlosen Report KI-Gewinner 2026!
ℹ️ ServiceNow in Kürze
- ServiceNow (WKN: A1JX4P) ist ein 2004 gegründeter US-amerikanisches Software-Konzern mit Sitz in Santa Clara in Kalifornien.
- Der Konzern bietet eine cloudbasierte Plattform an, um Arbeitsabläufe (Workflows) in Unternehmen zu digitalisieren und zu automatisieren.
- Basis der Plattform ist eine einzige, große Datenbank, über die alle Unternehmensprozesse abgewickelt werden können und die isolierte Software in einzelnen Abteilungen überflüssig macht.
- ServiceNow ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500. Der Börsenwert liegt aktuell bei ca. 137 Milliarden US$.
ServiceNow kaufen, halten oder verkaufen? Unsere zehnköpfige Redaktion berichtet regelmäßig über ServiceNow und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.
ServiceNow weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »
Fazit
Ich rate Anlegern vor diesem Hintergrund, nicht mehr auf dem aktuellen Kursniveau in die ServiceNow-Aktie einzusteigen. Die Bewertung lässt meiner Meinung nach kein größeres Upside mehr zu. Bei einem stärkeren Kursrückgang könnte der Tech-Titel allerdings wieder spannend werden.