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Nio-Aktie: Kommt sie jemals aus dem Tal der Tränen raus?

Neue Zahlen
Die Kursentwicklung der Nio-Aktie war in den letzten Jahren ein einziges Trauerspiel. Gestern fiel der Kurs des chinesischen Autobauers auf den niedrigsten Stand seit zwölf Monaten. Können die jüngsten Quartalszahlen Nio wieder aus dem Tal der Tränen herausholen oder ist die Aktie ein ewiger Verlierer?

Erfreuliche Zahlen

Die Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal lesen sich auf den ersten Blick sehr gut. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 69,1% auf 32,1 Milliarden CNY (4,74 Milliarden US$) und traf damit die Erwartungen des Marktes.

Die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge erhöhte sich im abgelaufenen Vierteljahr um 49,4% auf knapp 108.000. Damit lag Nio leicht unter seiner eigenen Maximalprognose von 115.000 Stück.

Stärkste Teilmarke des Konzerns ist weiterhin die Hauptmarke NIO mit ca. 61.000 Autos. Aber auch die Familienmarke ONVO und die Kompaktmarke FIREFLY tragen mit 29.000 und 18.000 verkauften Fahrzeugen inzwischen signifikant zum Absatz bei.

Erfreulich zeigte sich auch die Fahrzeugmarge. Nach 18,8% im Vorquartal behauptete sie sich bei 18,5%.

Das bereinigte operative Ergebnis belief sich im zweiten Quartal auf 206,9 Millionen CNY. Das bereinigte Nettoergebnis lag mit 26,1 Millionen CNY ebenfalls in den schwarzen Zahlen. Unter Berücksichtigung der US-Rechnungslegungsstandards verblieb unterm Strich allerdings ein Nettoverlust von 528 Millionen CNY.

Für das laufende 3. Quartal strebt das Management Fahrzeugauslieferungen zwischen 108.000 und 111.000 Einheiten an. Das entspricht einem Absatzplus von 24,0 bis 27,5% gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz soll zwischen 33,29 und 34,05 Milliarden CNY liegen — ein Wachstum von 53 bis 56%.

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Kurs auf das 6-Jahrestief?

Der Chart der Nio-Aktie ist eine einzige Katastrophe. Seit über fünf Jahren befindet sich der Kurs auf einer mehr oder weniger kontinuierlichen Talfahrt (mit kurzzeitigen Erholungsbewegungen). Ich gehe davon aus, dass die Aktie in den kommenden Wochen Kurs auf das 6-Jahrestief bei 3,10 US$ nehmen wird.

Zu klein für diese Strategie

Ich bin kein Fan der Nio-Aktie und wahrscheinlich wird sich das auch nie ändern. Das liegt daran, dass das Geschäftsmodell des chinesischen Autobauers nicht zu seiner Größe passt.

Im Gegensatz zu allen anderen Autoherstellern dieser Welt setzt Nio nicht auf Ladestationen, sondern auf Batteriewechselstationen. Das bringt zwar den großen Vorteil mit sich, dass ein Batteriewechsel wesentlich schneller über die Bühne geht als ein Ladevorgang, hat aber den gewaltigen Nachteil hoher Investitionskosten.

Dieses Modell kann bei einem großen, global agierenden Autokonzern funktionieren, der das Potenzial mitbringt, das Henne-Ei-Problem zu umfahren. Gibt es keine Batteriewechselstationen, kaufen Kunden keine Autos des Herstellers. Gibt es keine Autos, lassen sich die Wechselstationen nicht profitabel betreiben.

Nio ist für dieses interessante, aber sehr kapitalintensive Geschäftsmodell viel zu klein. 2026 werden die Chinesen voraussichtlich knapp über 400.000 Fahrzeuge absetzen. Damit ist Nio nicht einmal ein mittelgroßer Hersteller. Hinzu kommt, dass sich das Wachstum langsam abflacht. Für das laufende Quartal plant Nio kein Absatzplus mehr gegenüber dem letzten Quartal ein.

In der chinesischen Heimat betreibt der Autohersteller inzwischen fast 4.000 Batteriewechselstationen. Von Flächendeckung ist man damit noch weit entfernt. In Europa sind die Stationen de facto nicht existent. Stand heute gibt es rund 60.

Abschließend: Aktien, an die wir mehr glauben als an Nio, findest Du in unseren Top-Picks 2026. Wirf gleich mal einen Blick rein!

ℹ️ Nio in Kürze

  • Nio (WKN: A2N4PB) ist ein 2014 gegründetes chinesisches Elektroauto-Startup mit Sitz in Shanghai.
  • Der Autobauer produziert die drei Segmentsmarken Nio (Premium), Onvo (Familien) und Firefly (Kompakt).
  • Besonderheit von Nio ist das Angebot von Batteriewechselstationen, an denen Nio-Fahrer ihre Akkus innerhalb von Minuten automatisch tauschen lassen können.
  • Der Konzern ist derzeit an der Börse mit rund 10,8 Milliarden US$ bewertet.

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Fazit

Ich sehe vor diesem Hintergrund keine positive Zukunft für die Nio-Aktie. Auch die erste Reaktion der Börse auf die Zahlen mit einem Kursverlust von ca. -3% lässt darauf schließen, dass Anleger nichts mehr von Nio erwarten.

In der Automobilbranche ist es angesichts des knallharten globalen Wettbewerbs inzwischen sehr schwer geworden, erfolgreiche Aktien zu finden. Die Nio-Aktie gehört meiner Einschätzung nach definitiv nicht zu diesem Kreis.