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Nordex-Aktie: Gesunder Rücksetzer oder Trendwende?

Korrekturen gehen weiter
Nach einer monatelangen Aufwärtsbewegung und Kursen von über 50 € zeigen sich bei der Nordex-Aktie zuletzt deutliche Bremsspuren. Seit Anfang Mai befindet sich der MDAX-Titel in einer Konsolidierungsphase, die zuletzt sogar zum Bruch der 200-Tage-Linie geführt hat. Was belastet den Kurs und wie sollten sich Anleger nun verhalten?

Starke Zahlen, aber politische Unsicherheit

Fundamental liefert Nordex weiterhin überzeugende Argumente. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 16,3% auf rund 2,2 Mrd. €. Noch stärker entwickelte sich das EBITDA: Mit 223,8 Mio. € wurde der Vorjahreswert von 108,2 Mio. € mehr als verdoppelt. Die EBITDA-Marge verbesserte sich dadurch von 5,8 auf 10,3%.

Auch die Nachfrage bleibt robust. Der Auftragseingang legte im zweiten Quartal um 32,2% auf 3.054 Megawatt zu. Im ersten Halbjahr summierten sich die Bestellungen auf 4.923 Megawatt. Der Auftragsbestand erreichte 17 Mrd. € und sichert damit eine hohe Visibilität für die kommenden Jahre.

Die Jahresprognose wurde bestätigt. Nordex erwartet 2026 einen Umsatz von 8,2 bis 9,0 Mrd. € und eine EBITDA-Marge von 8 bis 11%. Rückenwind liefern zudem neue Aufträge aus den USA, Rumänien und Deutschland.

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Das belastet derzeit die Aktie

Warum kommt der Kurs trotzdem nicht vom Fleck? Ein wesentlicher Faktor ist die politische Unsicherheit rund um den weiteren Ausbau der Windenergie und geplante regulatorische Änderungen. Gerade der deutsche Markt könnte durch zusätzliche bürokratische Hürden ausgebremst werden.

Hinzu kommt eine technische Bereinigung nach dem enormen Kursanstieg. Nordex hatte nach einer langen Rallye Ende April zeitweise mehr als 50 € erreicht. Seitdem läuft die Konsolidierung. Am Montag fiel die Aktie nun erstmals seit Februar 2025 auf Schlusskursbasis unter die 200-Tage-Linie.

Bestätigt sich dieser Bruch, könnte die Korrektur zunächst weiterlaufen. Die 50-Wochen-Linie bei 36,24 € und das alte Top aus dem Jahr 2007 bei 34,64 € bilden wichtige potenzielle Auffangzonen.

Analysten uneins – Bewertung bleibt interessant

Auch die Analysten liefern derzeit kein einheitliches Bild. RBC Capital Markets senkte das Kursziel zuletzt auf 36 € und stuft Nordex mit „Underperform“ ein. Barclays erhöhte das Ziel dagegen auf 35 €, bleibt mit „Equal Weight“ aber ebenfalls vorsichtig. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 47,72 € aber deutlich höher und signalisiert ein Erholungspotenzial von knapp +30%.

Hinzu kommt eine moderate Bewertung. Beim Forward-KGV für 2027 von rund 15 erscheint die Aktie angesichts der erwarteten Gewinnsteigerungen nicht überzogen. Die PEG-Ratio von 0,91 signalisiert zudem, dass das Gewinnwachstum relativ günstig bezahlt wird.

Korrektur als Chance?

Charttechnisch ist die Lage kurzfristig angeschlagen, fundamental jedoch keineswegs. Nach dem außergewöhnlich starken Lauf der vergangenen Jahre ist eine Konsolidierung zunächst als gesund einzustufen. Entscheidend wird, ob sich Nordex im Bereich von 36 bis 35 € stabilisieren kann.

Gelingt dies, könnte der Rücksetzer langfristig sogar eine neue Einstiegsgelegenheit schaffen. Denn Auftragseingang, Auftragsbestand und Profitabilität zeigen klar nach oben. Bleibt die operative Dynamik erhalten und lösen sich die politischen Unsicherheiten auf, besitzt Nordex weiterhin erhebliches Potenzial.

ℹ️ Nordex in Kürze

  • Die Nordex SE (WKN: A0D655) mit Sitz in Hamburg entwickelt und produziert Onshore-Windkraftanlagen (für den Betrieb an Land). Außerdem ist Nordex in der Planung von Windparks bis zu deren schlüsselfertiger Errichtung tätig.
  • Neben der Hauptproduktionsstätte in Rostock fertigt das Unternehmen an weiteren Standorten in Deutschland, Brasilien, Indien, Mexiko und Polen.
  • Insgesamt installierte Nordex bislang Windenergieanlagen in über 40 Ländern mit einer Leistung von ca. 51 Gigawatt.
  • Nordex im Mitglied im MDAX und TecDAX und an der Börse ca. 8,9 Milliarden € wert.

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Fazit

Der Rutsch unter die 200-Tage-Linie ist zwar ein Warnsignal, aber noch kein Beleg für einen nachhaltigen Trendbruch. Nach der gewaltigen Rallye wirkt die aktuelle Schwäche vielmehr wie eine überfällige Bereinigung. Findet die Aktie an den genannten Unterstützungen Halt, könnte aus der derzeitigen Korrektur die Basis für den nächsten Aufwärtsschub werden.

Nebenbei bemerkt: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.