Deutz-Aktie +7%: Auf dem Weg zum Allzeithoch?
Die nächste Übernahme
Auslöser des heutigen Kursgewinns der Deutz-Aktie ist die Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau-Gesellschaft (FFG), mit der der Motorenkonzern sein Rüstungsgeschäft deutlich ausbaut. Auf der gestern stattgefundenen außerordentlichen Hauptversammlung haben die Aktionäre von Deutz grünes Licht für die 1,6 Milliarden € teure Übernahme gegeben.
Bei der FFG handelt es sich um ein mittelständisches deutsches Rüstungs- und Technologieunternehmen, das als Systemhaus auf militärische Rad- und Kettenfahrzeuge spezialisiert ist. Die Flensburger gelten als wichtiger Partner der Bundeswehr sowie internationaler Streitkräfte.
Kernaktivität der FFG ist die Wartung, Überholung und Reparatur gepanzerte Gefechts-, Unterstützungs- und Transportfahrzeuge. Das Unternehmen besitzt eine hohe Instandsetzungstiefe für Motor-, Getriebe-, Fahrwerks- sowie Elektronikbaugruppen.
Darüber hinaus überarbeitet der Rüstungsspezialist ältere Fahrzeugflotten mit modernen Panzerungs-, Antriebs- und Elektroniktechnologien. Aber auch die Konstruktion und der Bau eigener Gefechts- und Unterstützungsfahrzeuge zählen zum Aufgabenspektrum der FFG. Zu diesem Bereich zählen beispielsweise der ACSV G5 / PMMC G5, ein multifunktionaler Ketten-Transportpanzer und der WiSENT 1 & 2, eine Panzerplattformen für Pionier-, Berge- und Minenräumaufgaben.
FFG fertigt übrigens nicht nur Eigenentwicklungen, sondern baut auch Fahrzeuge in Partnerschaft mit anderen Herstellern. Für die Bundeswehr übernimmt FFG beispielsweise in Kooperation mit dem finnischen Konzern Patria die Produktion von Transportpanzern.
Und nicht zuletzt ist das Flensburger Unternehmen im Bereich der zivilen Sondertechnik tätig. Dabei produziert die FFG Spezial- und Saugfahrzeuge für den Umwelt- und Kommunalbereich.
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Im Aufwärtstrend
Die Deutz-Aktie befindet sich seit Ende Juni wieder in einem leichte Aufwärtstrend, der heute in der höchsten Kursnotierung seit drei Monaten gipfelte. Charttechnisch ist der Weg nun frei bis zum Allzeithoch bei 12,50 €.
Diese Neuausrichtung findet Gefallen
Die Transformation von Deutz von einem Motorenhersteller zu einem breit aufgestellten Industrie- und Rüstungskonzern geht in Riesenschritten voran. Das Gute an der FFG-Übernahme ist nicht nur, dass sie diese Transformation noch einmal deutlich beschleunigt, sondern die Flensburger auch die Finanzkennzahlen des Deutz-Konzerns verbessern werden. Das hochprofitable Rüstungsgeschäft von FFG dürfte es Deutz ermöglichen, sein Ziel einer zweistelligen EBIT-Marge noch vor 2030 zu erreichen.
Für mich ist die Deutz-Aktie nach wie vor eine Kaufempfehlung. Das Geschäft des deutschen Motorenbauers entwickelt sich sehr gut.
Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um über 10% und dürfte im Gesamtjahr sogar um knapp 20% zulegen. Die EBIT-Marge erhöhte sich von 5,5 auf 7,1%. Und der Auftragsbestand legte sogar um rund 29% zu. Vor diesem Hintergrund ist mir einem Bewertung mit einem Forward-KGV von 13 (2026) und 9,5 (2027) keinesfalls zu hoch.
In diesem Zusammenhang: Weitere Aktien, denen wir 2026 ein Upside zutrauen, findest Du in unseren Top-Picks 2026. Schau mal rein!
ℹ️ Deutz in Kürze
- Die Deutz AG (WKN: 630500) mit Hauptsitz in Köln ist einer der weltweit führenden unabhängigen Hersteller von Antriebssystemen. Das Unternehmen entwickelt und produziert sowohl Diesel- und Gasmotoren als auch Wasserstoff- und Elektromotoren.
- Neben dem Hauptsitz in Köln gibt es weitere 4 Produktionsstandorte. Über 13 Vertriebsgesellschaften arbeitet das Unternehmen mit rund 800 Partnern in 130 Ländern zusammen.
- Deutz ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und an der Börse ca. 1,7 Milliarden € wert.
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Fazit
Deutz ist schon längst kein langweiliger Motorenhersteller für Industrie und Landwirtschaft mehr. Das Management hat die Zeichen der Zeit erkannt und formt den Konzern unter Hochdruck zu einem diversifizierten Industrie- und Rüstungskonzern.
Der Börse gefällt diese strategische Neuausrichtung. Mir auch, denn Deutz ist als Hersteller von Antriebssystemen mit einem breiten globalen Vertriebs- und Service-Netzwerk prädestiniert dafür, auch im Rüstungsgeschäft eine erfolgreiche Rolle zu spielen.