Backblaze-Aktie: Der unterschätzte KI-Profiteur des Speicherbooms
Festplatten werden für KI-Speicher wichtiger
Backblaze profitiert vom zunehmenden Interesse an Festplatten als kostengünstiger Lösung für die langfristige Speicherung großer Datenmengen. Zwar bietet NAND-Speicher höhere Geschwindigkeiten, doch der deutliche Preisvorteil von HDDs führt dazu, dass KI-Unternehmen für weniger zeitkritische Anwendungen zunehmend auf Festplatten setzen.
Backblaze betreibt sechs Rechenzentren mit Hunderttausenden Festplatten und verwaltet rund fünf Millionen Terabyte an Kundendaten. Besonders interessant ist die Entwicklung bei Neocloud-Anbietern, die zunächst vor allem GPU-Rechenleistung bereitstellten und anschließend einen wachsenden Speicherbedarf ihrer Kunden feststellten.
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B2 Cloud verdrängt das schwächere Backup-Geschäft
Backblaze verfügt über zwei Geschäftsbereiche. Das etablierte Computer-Backup erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 16,1 Millionen US-Dollar und lag damit zwei Prozent unter dem Vorjahreswert.
Das deutlich dynamischere B2 Cloud Storage erreichte dagegen 26,6 Millionen US-Dollar und wuchs um 34 Prozent. Der Bereich macht inzwischen 62,2 Prozent des Gesamtumsatzes aus und ist damit zum entscheidenden Wachstumstreiber geworden.
Diese Verschiebung des Umsatzmixes reduziert zunehmend die Belastung durch das rückläufige Backup-Geschäft. Im zweiten Quartal stieg der Gesamtumsatz bereits um 18 Prozent, obwohl der Umsatz im Backup-Segment zurückging.
Umsatzwachstum könnte sich beschleunigen
Backblaze hat seine Umsatzprognose für 2026 um 10,5 Millionen US-Dollar auf 172 bis 174 Millionen US-Dollar angehoben. Ausschlaggebend waren unter anderem das besser als erwartete zweite Quartal, die Preiserhöhung bei B2 Cloud von sechs auf 6,95 US-Dollar je Terabyte und Monat sowie der Großauftrag von CoreWeave.
Der Vertrag mit CoreWeave hat über fünf Jahre ein Volumen von 335 Millionen US-Dollar. Nach Berücksichtigung der damit verbundenen Optionsscheine dürfte Backblaze davon rund 313 Millionen US-Dollar als Umsatz ausweisen. Etwa 70 Prozent entfallen auf B2 Cloud und 30 Prozent auf Storage Management Services.
Das B2-Geschäft soll innerhalb der kommenden zwölf Monate hochgefahren werden und bis Mitte 2027 das vereinbarte Mindestvolumen erreichen. Für 2027 erwartet das Management ein Wachstum von mehr als 40 Prozent bei B2 Cloud. Gleichzeitig dürfte das Computer-Backup-Geschäft weiterhin leicht schrumpfen.
Auf Basis der aktuellen Annahmen könnte der Gesamtumsatz 2026 bei rund 173 Millionen US-Dollar und 2027 bei etwa 215 Millionen US-Dollar liegen. Das würde einem Wachstum von rund 19 beziehungsweise 24 Prozent entsprechen.
Ausbau erfordert hohe Investitionen
Das Wachstum ist allerdings kapitalintensiv. Backblaze will 2026 zwischen 55 und 65 Prozent des Umsatzes in Sachanlagen investieren, um zusätzliche Kapazitäten aufzubauen. Dabei setzt das Unternehmen verstärkt auf Finanzierungsleasing, wodurch der Einfluss auf den freien Cashflow begrenzt werden soll.
Die finanzielle Ausgangslage erscheint dennoch solide. Backblaze verfügte zuletzt über 50 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln und Wertpapieren sowie über mehr als 150 Millionen US-Dollar an ungenutzten Leasinglinien.
Zusätzlich platzierte das Unternehmen Wandelanleihen im Volumen von 175 Millionen US-Dollar. Die Transaktion stärkt die Finanzierungsmöglichkeiten, birgt jedoch ein potenzielles Verwässerungsrisiko für Aktionäre. Der implizite Wandlungspreis von rund 21,94 US-Dollar liegt allerdings deutlich über dem letzten Aktienkurs von 15,55 US-Dollar.
KI sorgt für langfristigen Speicherbedarf
Die Aussichten für Backblaze werden wesentlich vom steigenden Datenvolumen rund um künstliche Intelligenz getragen. Größere KI-Modelle benötigen enorme Datenmengen für Training und Betrieb. Hinzu kommen Protokolle, Zwischenspeicher und Ergebnisse, die für Prüfungen und regulatorische Anforderungen langfristig gespeichert werden müssen.
Damit könnte sich der B2-Cloud-Bereich in den kommenden Jahren deutlich schneller entwickeln als das traditionelle Backup-Geschäft. Der CoreWeave-Vertrag, höhere Preise und die strukturell steigende Nachfrage nach Massenspeicher bilden dafür wichtige Wachstumstreiber.
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Fazit
Backblaze profitiert von einem strukturellen Trend hin zu günstigem Massenspeicher für KI-Anwendungen. Trotz hoher Investitionen und eines rückläufigen Backup-Geschäfts sprechen das starke B2-Wachstum und der CoreWeave-Auftrag für eine zunehmend dynamische Umsatzentwicklung.
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