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BASF-Aktie: IPO der Agrarsparte fest im Visier

Konzentration auf Kerngeschäft
Die BASF-Aktie konnte den starken Kursrückgang auf 47 € Ende Juni inzwischen weitestgehend ausgleichen. Am Dienstag notiert sie aktuell bei 52,50 €. Gleichzeitig treibt BASF die Abspaltung und den geplanten Börsengang der Agrarsparte voran. Hier stellt sich die Frage: Was bedeutet das für die weitere Kursentwicklung?

Börsengang der Agrarsparte fest im Visier

Im Rahmen der laufenden Transformation hat BASF beschlossen, die Agrarsparte als eigenständige Gesellschaft aufzustellen und perspektivisch an die Börse zu bringen.

Derzeit arbeitet der Konzern daran, die notwendigen Voraussetzungen für einen Börsengang zu schaffen. Die Vorbereitungen sollen bis Mitte 2027 abgeschlossen sein. Anschließend wird BASF die jeweiligen Marktbedingungen prüfen.

Abhängig davon sollen Zeitpunkt und Umfang des eigentlichen Börsengangs festgelegt werden. Die neue Gesellschaft soll zudem in einen Aktienindex aufgenommen werden. Welcher Index dafür infrage kommt, hängt maßgeblich von der Größe und Bewertung des Börsengangs ab.

Zunächst will BASF Mehrheitsaktionärin bleiben.

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Vorteile als eigenständige Gesellschaft

Der für Agricultural Solutions verantwortliche Manager Livio Tedeschi sieht in der geplanten Verselbstständigung erhebliche Vorteile.

Als eigenständiges Unternehmen könnte die Agrarsparte ihre Investitionen und Budgets unabhängiger planen. Bislang werden diese Entscheidungen stärker über die BASF-Zentrale gesteuert.

Zudem könnte die eigenständige Börsennotierung zu einer höheren Wahrnehmung des Geschäfts führen. Als Teil des BASF-Konzerns steht die Agrarsparte naturgemäß weniger im Fokus der Kapitalmärkte.

Durch die Abspaltung könnte der tatsächliche Wert des Geschäfts somit transparenter werden.

Agrargeschäft ausgebaut

BASF hat die Agrarsparte in den vergangenen Jahren durch verschiedene Übernahmen gezielt ausgebaut.

Besonders bedeutend war der Erwerb von Teilen des Agrar- und Saatgutgeschäfts von Bayer für rund 5,9 Milliarden €. Bayer musste diese Geschäftsbereiche im Zuge der Übernahme von Monsanto veräußern.

Livio Tedeschi bezeichnete die Übernahme als einen der besten Zukäufe des Konzerns. Dadurch konnte BASF ihre Position im Agrargeschäft deutlich stärken.

Die Agrarsparte beschäftigt inzwischen mehr als 14.000 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 9,6 Milliarden €.

Auch bei der Forschung spielt der Bereich eine wichtige Rolle. BASF investiert mehr als die Hälfte seiner gesamten Forschungsausgaben in Agricultural Solutions. Bis 2035 sollen innovative Produkte rund 7,5 Milliarden € zum Umsatz beitragen.

Damit besitzt die Sparte durchaus die Voraussetzungen für eine eigenständige Wachstumsgeschichte.

Transformation schreitet voran

Das zweite Quartal zeigte, dass BASF mit dem Effizienzprogramm „CoreShift“ die Transformation weiter vorantreibt.

Ziel ist es, die Kosten zu senken, die operative Effizienz zu verbessern und die Profitabilität nachhaltig zu steigern.

Dabei will sich BASF zukünftig stärker auf die eigenen Kerngeschäfte konzentrieren und diese ausbauen. Das Agrargeschäft gehört nicht zu den Bereichen, auf die sich der Konzern künftig in erster Linie fokussieren möchte.

Die geplante Verselbstständigung passt daher grundsätzlich zur strategischen Neuausrichtung.

Bewertung

Kurzfristig dürfte der geplante Börsengang nur einen begrenzten Einfluss auf die BASF-Aktie haben. Bis zum tatsächlichen IPO ist noch viel Zeit, und entscheidende Details wie Bewertung, Umfang des Börsengangs und Zeitpunkt stehen noch nicht fest.

Mittel- und langfristig könnte die Abspaltung jedoch durchaus positiv sein.

BASF würde zunächst Mehrheitsaktionärin bleiben und damit weiterhin vom wirtschaftlichen Erfolg der Agrargesellschaft profitieren. Gleichzeitig könnte der Börsenwert der neuen Gesellschaft sichtbar machen, welchen Wert das Agrargeschäft tatsächlich besitzt.

Entscheidend wird daher die Bewertung beim späteren Börsengang sein.

Für die kurzfristige Einschätzung der BASF-Aktie sind allerdings andere Faktoren wesentlich wichtiger. Dazu gehören insbesondere die Entwicklung der Chemiekonjunktur, die Energie- und Produktionskosten sowie die Fortschritte beim Konzernumbau.

  • BASF (WKN: BASF11) ist der nach Umsatz größte Chemiekonzern der Welt. Er ist in den sechs Segmenten Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Surface Technologies, Nutrition & Care und Agricultural Solutions tätig.
  • Neben dem Hauptwerk in Ludwigshafen am Rhein betreibt der Konzern weltweit über 230 Produktionsstandorte in mehr als 90 Ländern.
  • Der 1865 gegründete Traditionskonzern ist Mitglied im DAX und aktuell an der Börse mit knapp 45,3 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Der geplante Börsengang der Agrarsparte ist aus meiner Sicht strategisch sinnvoll. Er schafft eine eigenständige Gesellschaft, erhöht die Transparenz und könnte langfristig einen zusätzlichen Wert für die BASF-Aktionäre sichtbar machen.

Für den kurzfristigen Kursverlauf ist das Thema allerdings noch nicht entscheidend. Aus meiner Sicht bietet die BASF-Aktie auf dem aktuellen Kursniveau daher nur begrenztes kurzfristiges Potenzial.

Mittel- und langfristig sehe ich daher durchaus Chancen für steigende Kurse. Dafür muss BASF jedoch zunächst beweisen, dass der Konzernumbau tatsächlich zu einer nachhaltig höheren Profitabilität führt. Was aktuell für die Aktie spricht, ist die gute Dividendenrendite mit 4,2%.

Passend dazu: Während viele nur auf die Dividendenrendite schauen, bieten einige Titel derzeit beides – regelmäßige Ausschüttungen und deutliches Aufwärtspotenzial. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten für das kommende Jahr.

ℹ️ BASF in Kürze