D-Wave-Aktie: Nach dem Kursrückgang wieder einsteigen?
Sektorweiter Ausverkauf
Aktien aus dem Quantencomputing-Sektor bewegen sich häufig im Gleichklang. Positive Branchennachrichten sorgen regelmäßig für kräftige Kursanstiege bei Unternehmen wie D-Wave, Rigetti oder IonQ. Dreht die Stimmung, fallen die Kurse oftmals ebenso deutlich.
Zwischen März und Anfang Juni stieg die D-Wave-Aktie von rund 11,50 € auf etwa 25 €. Rückenwind erhielt der Sektor unter anderem durch die strategische Bedeutung des Quantencomputings für die USA. Mehrere Unternehmen sollen im Rahmen staatlicher Programme mit insgesamt rund 2 Milliarden US$ unterstützt werden.
Seit dem Hoch Anfang Juni gaben die Kurse jedoch wieder deutlich nach. Dafür gibt es mehrere Gründe. Viele Anleger nutzten die starken Kursanstiege für Gewinnmitnahmen. Gleichzeitig kühlte sich die Euphorie rund um KI-Aktien etwas ab. Da viele Investoren KI- und Quantencomputing-Aktien als Zukunftstechnologien gemeinsam bewerten, gerieten beide Sektoren zeitweise unter Druck.
Tipp: Bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter immer über die aktuellsten Börsen-Chancen informiert.
Auftragseingang explodiert
Der Auftragseingang entwickelte sich im ersten Quartal äußerst dynamisch und gilt als wichtiger Indikator für das zukünftige Umsatzwachstum.
Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg der Auftragseingang um rund 2.000% auf 33,4 Millionen US$. Darin enthalten sind unter anderem ein Auftrag der Florida Atlantic University über 20 Millionen US$ sowie ein weiterer Großauftrag eines US-Unternehmens über rund 10 Millionen US$.
Der Umsatz sank dagegen um 81% auf 2,9 Millionen US$. Auch die Ertragslage verschlechterte sich deutlich. Der bereinigte EBITDA-Verlust erhöhte sich auf 32,8 Millionen US$, während der Nettoverlust auf 18,4 Millionen US$ anstieg.
Positiv ist dagegen die solide Finanzlage. Zum Ende des Quartals verfügte D-Wave über liquide Mittel in Höhe von rund 588 Millionen US$ und besitzt damit ausreichend finanziellen Spielraum für die weitere Unternehmensentwicklung.
Bei Unternehmen in einer frühen Wachstumsphase sind hohe Verluste nicht ungewöhnlich. Deutlich wichtiger ist derzeit, ob sich die hohe Nachfrage in weiteren Aufträgen widerspiegelt. Die Zahlen zum zweiten Quartal werden daher genau beobachtet werden.
Bewertung
Die starken Kursschwankungen der vergangenen Monate sind für Unternehmen aus Zukunftsbranchen wie dem Quantencomputing typisch. Kurzfristig dominiert häufig die Marktstimmung, während sich der fundamentale Unternehmenswert erst über viele Jahre entwickelt.
Nach dem deutlichen Rückgang hat sich die Bewertung wieder etwas normalisiert. Entscheidend bleibt jedoch, ob D-Wave das starke Wachstum beim Auftragseingang in steigende Umsätze umwandeln kann.
Zusätzliche Impulse könnten von weiteren staatlichen Förderprogrammen oder neuen Großaufträgen ausgehen. Auch eine mögliche strategische Beteiligung eines öffentlichen oder privaten Investors wäre grundsätzlich ein positiver Kurstreiber. Ob es tatsächlich dazu kommt, lässt sich derzeit allerdings nicht abschätzen.
ℹ️ D-Wave Quantum in Kürze
- D-Wave Quantum (WKN: A3DSV9), kurz D-Wave, ist ein Hardwareunternehmen, das sich mit der Entwicklung von Quantencomputern beschäftigt.
- Das Unternehmen mit dem Hauptsitz in Burnabay, Kanada, wurde 1999 gegründet. Bekannt wurde es durch den Verkauf des ersten Quantencomputers 2011 an Lockheed Martin.
- Neben der Hauptbörse NYSE kann die Aktie auch über Tradegate gehandelt werden. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell 6,7 Milliarden €.
D-Wave Quantum kaufen, halten oder verkaufen? Unsere zehnköpfige Redaktion berichtet regelmäßig über D-Wave Quantum und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.
D-Wave Quantum weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »
Fazit
Der deutliche Kursrückgang hat die Bewertung wieder attraktiver gemacht. Für langfristig orientierte Anleger könnte das aktuelle Kursniveau daher wieder interessante Einstiegsmöglichkeiten bieten.
Kurzfristig dürfte die Aktie aufgrund ihrer hohen Volatilität jedoch anfällig für weitere Schwankungen bleiben. Entscheidend für den weiteren Kursverlauf werden die Entwicklung des Auftragseingangs sowie die Fortschritte bei der Kommerzialisierung der Technologie sein.
Ein Blick über den Tellerrand: Unser exklusiver Report „KI-Gewinner 2026“ beleuchtet neben den offensichtlichen KI-Giganten auch weniger bekannte, aber hochinnovative Unternehmen, die das Potenzial haben, zu den großen Gewinnern der KI-Revolution zu werden.