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Porsche-Aktie: Soll man auf einen erfolgreichen Turnaround setzen?

Verschärfte Sanierung
Mit einem Kursplus von über +3% steht die Porsche-Aktie am Dienstagmorgen an der Spitze des MDAX und nähert sich wieder ihren erst Mitte Juni aufgestellten 12-Monatshoch bei 50 €. Was treibt den Kurs des Sportwagenbauers nach oben und ist die Porsche-Aktie wieder ein Investment wert?

Das Sparprogramm wird verschärft

Der Hauptkatalysator für den heutigen Kurssprung der Porsche-Aktie sind Medienberichte, wonach Porsche ein drastisches Sparprogramm plant, um der hartnäckigen Nachfrageschwäche und dem schwierigen Hochlauf der Elektromobilität entgegenzuwirken.

Diesen Berichten zufolge planen die Schwaben, bis Ende Juli ein umfassendes Restrukturierungspaket zu schnüren. Zu den bereits beschlossenen Maßnahmen (Auslaufen von 2.000 befristeten Verträgen und Schließung von Tochterfirmen) sollen bis zu 4.000 zusätzliche Arbeitsplätze gestrichen werden. Von den Streichungen betroffen sind vor allem das Management, die Verwaltung sowie Entwicklungskapazitäten im Zentrum Weissach.

Zusätzlichen Auftrieb dürften der Porsche-Aktie auch jüngste Insider-Käufe gegeben haben. In den vergangenen Tagen wurde bekannt, dass Dr. Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche Automobil Holding, Aktien im Wert von ca. 50.000 € erworben hat. Für Wolfgang Porsche ein Beitrag aus der Portokasse, aber für den Markt ein Vertrauensbeweis in die Sanierungsstrategie und den inneren Wert des Autobauers.

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Ein charttechnisches Megasignal

Nach einer kurzer Kurskorrektur Ende Juni befindet sich die Porsche-Aktie seit Anfang Juli wieder in einer starken Aufwärtsbewegung. Vom 12-Monatshoch trennen die Aktie nur noch knapp 4%.

Ein Durchbruch der Marke von 50 € wäre ein charttechnisches Megasignal. Seit März 2025 ist das der Porsche-Aktie nicht mehr geglückt. In diesem Fall wäre der Weg frei für Kurse von rund 55 €.

Bullen und Bären

Die Analysten-Community teilt sich bei der Porsche-Aktie momentan in ein Bullen- und ein Bärenlager auf. Die Bullen der Schweizer Großbank UBS und der Investmentbank Goldman Sachs sehen ein weiteres Upside bis 60 bzw. 59 €.

Sie gehen davon, dass Porsche die Talsohle durchschritten hat. Der hochprofitable Modellmix beim Klassiker 911 dürfte die Gewinnmarge im kommenden Jahr wieder normalisieren. Zudem wird erwartet, dass der angekündigte Anstieg der durchschnittlichen Verkaufspreise um über 10% die Rendite stützen wird. Und nicht zuletzt wird die Marge laut Bullenmeinung auch von der Verschärfung des Sparpakets profitieren.

Die Bären von den Analysehäusern Bernstein und Deutsche Bank Research sehen hingegen ein Downside der Porsche-Aktie bis 45 €. Sie halten entgegen, dass die Nachfrageschwäche im Schlüsselmarkt China und die Anlaufschwierigkeiten beim weltweiten Wechsel zur Elektromobilität vorerst bestehen bleiben.

Man sollte ein Bär sein

Ich bin im Lager der Bären zu Hause und das hat einen guten Grund: die Bewertung. Mit einem Forward-KGV von 26 preist die Börse einen vollen Erfolg der Sanierung ein.

Dieser Erfolg ist meiner Ansicht nach noch überhaupt nicht absehbar. Ja, die Effizienzprogramme von Porsche werden zweifellos Wirkung zeigen und die Marge nach oben treiben.

Aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Entscheidend für das Schicksal von Porsche ist, dass die Stuttgarter attraktive Elektrosportwagen auf den Markt bringen, für die Käufer bereit sind, sechsstellige Beträge auf den Tisch zu legen.

Diese Entwicklung zeichnet sich in meinen Augen noch überhaupt nicht ab. Porsche wird 2026 das dritte Jahr in Folge an Umsatz verlieren. Analysten gehen davon aus, dass 2027 ein Miniwachstum von 2% gelingen wird. Ein Turnaround sieht für mich anders aus.

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ℹ️ Porsche AG in Kürze

  • Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG (WKN: PAG911) mit Sitz in Stuttgart ist der größte reine Sportwagenhersteller der Welt.
  • Die Produktion erfolgt überwiegend in Stuttgart-Zuffenhausen sowie in Leipzig und Bratislava.
  • Porsche ist im deutschen Nebenwerteindex MDAX gelistet und an der Börse ca. 21,7 Milliarden € wert.

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Fazit

Porsche ist mit dem zentralen Problem konfrontiert, dass der Wettbewerb bei Elektroautos im Sportwagen- und Premiumsegment wesentlich intensiver ist als bei Verbrennern. Vor allem chinesische Hersteller dringen mit Vollgas in diesen Markt vor, um den kargen Margen im Klein- und Mittelklassesegment zu entkommen.

Keine guten Vorzeichen für Porsche. Auf dem Sanierungsweg darf wirklich nichts schiefgehen, um diese Bewertung zu rechtfertigen. Ich fürchte, das wird nicht gelingen.